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Eggerts Ostwind – Bald rares Bares?

Geld, meinte der Schriftsteller Fjodor Dostojewski, sei geprägte Freiheit. Es ist, so man welches hat, ein altbewährtes Hilfsmittel, um sich frei zu bewegen. Geld, gemeint ist Bargeld, macht es möglich, unbeobachtet vom Staat, dem großen Kontrolleur, zu erwerben, was zum Leben und Überleben nötig ist. Das ist so selbstverständlich, dass wir darüber selten nachdenken.

Als Bürger Euro-Europas hätten wir aber Anlass, darüber nachzudenken. Und uns möglicherweise ein wenig weniger frei zu fühlen – die Bundesbank nämlich stellte Ende April als letzte Nationalbank im Euroraum die Ausgabe von 500-Euro-Scheinen ein. Doch gemach: Wer hat überhaupt mal einen 500er in der Hand gehabt, geschweige denn damit bezahlt? Tatsächlich dient er eher als Sparstrumpffüllung und erleichtert, was vorkommen soll, obendrein illegale Geschäfte. Wobei auch 200er solche Dienste tun können. Was den Verdacht nährt, mit dem 500er-Ende werde insgeheim das Ende des Bargelds eingeläutet.

»Nein«, ruft es entschieden aus der deutschen Politik. Klar – ein »Ja« wäre ein sicheres Mittel, um nächstens Wahlen zu verlieren. Doch bitte: Münzen oder Scheine sind teuer. Und wer verzichtet der Sparsamkeit wegen nicht gern auf ein wenig Freiheit!

Ihr Hans Eggert

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