André Schramm

AstraZeneca für U60: Warum nun doch?

Sachsen. Sachsen hat als erstes Bundesland den Impfstoff AstraZeneca für alle Altersklassen unabhängig der Priorität freigegeben. Auch Personen unter 60 Jahren können sich damit das Vakzin verabreichen lassen. Vor Wochen gab es diesbezüglich noch Bedenken.

Rückblick: Ende März beschloss die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) von Bund und Ländern, den Impfstoff von AstraZeneca nur noch Personen anzubieten, die das 60. Lebensjahr vollendet haben. Vorausgegangen waren Berichte des Paul-Ehrlich-Institutes über Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung bei unter 60-Jährigen. Zwei Wochen später befand die Gesundheitsministerkonferenz, dass Personen unter sechzig Jahren, die als Erstimpfung AstraZeneca verabreicht bekommen haben, als Zweitimpfung nun Biontech oder Moderna verabreicht bekommen sollen.

Seit 20. April ist nun in sächsischen Arztpraxen die Priorisierung für den Impfstoff von AstraZeneca komplett aufgehoben. Das heißt, dass sich Menschen unter 60 Jahren für diesen Impfstoff entscheiden können, auch wenn sie keiner Priorisierungsgruppe angehören. Voraussetzung sei eine Aufklärung durch den Arzt, hieß es. Inzwischen haben Bayern und Mecklenburg-Vorpommern das Vakzin ebenfalls für Personen unter 60 Jahren freigegeben.

Woher der Strategiewechsel?

Das Sächsische Sozialministerium beruft sich auf einen Passus im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz vom 30. März. "Danach kann AstraZeneca auch an unter 60-Jährige verimpft werden, wenn auf Grund des Gesundheitszustandes dafür keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Nötig sind ein Aufklärungsgespräch, eine Risikoabwägung und die Zustimmung des Arztes", teilte das Ministerium auf WochenKurier-Anfrage mit. Die Zurücknahme der Priorisierung für AstraZeneca bei den Hausärzten, so hieß es weiter, sei bereits möglich, da dort jetzt grundsätzlich ausreichende Mengen dieses Impfstoffes verfügbar sind.

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