Offline-Shoppen

Offline-Shoppen hat auch etwas mit Parkplätzen zu tun

Senftenberg. Senftenberg: Meine Meinung zum WochenKurier-Thema: Wir kaufen vor Ort! Roland Pohlenz, Bürgermeister Lauchhammer: Vor Ort einkaufen heißt, den Kunden bedarfsgerechte Angebotsstrukturen bereitzustellen. Mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept für Lauchhammer sollen die Rahmenbedingungen und Handlungsstrategien für eine zielgerichtete Einzelhandelsentwicklung aufgezeigt werden. Zielsetzung sind der qualitative Ausbau des Stadtzentrums sowie die Sicherung einer zukunftsfähigen Nahversorgungsstruktur. Die Stadt verfügt bisher über keinen zentralen innerstädtischen Versorgungsbereich, der die Funktion eines Hauptgeschäftszentrums wahrnimmt. Mit dem geplanten Einkaufszentrum an der Ortrander Straße soll eine Basis geschaffen werden, um den Einzelhandel im Stadtzentrum zu stärken. Eine wesentliche Einflussgröße für die Zukunftschancen des Einzelhandels in Lauchhammer ist die absehbare demographische Entwicklung. Entgegen dem wachsenden Trend des Online-Einkaufs junger Menschen wird sich das Einkaufsverhalten der älter werdenden Bevölkerung nur schwer diesem Trend anschließen. Die Bedeutung von sozialen Kontakten und persönlicher Ansprache beim Einkaufen ist hier gefragt. Das ist eine Zukunftschance, worauf sich der Einzelhandel einstellen muss. Die Stadt möchte die Rahmenbedingungen zur Entwicklung eines erlebbaren Versorgungszentrums mit Stadtidentität für Einwohner und Besucher schaffen. Klaus Prietzel, Bürgermeister Gemeinde Schipkau: Natürlich informiere ich mich im Internet und kaufe ab und an dort auch ein. Dann aber Produkte, die ich in der Nähe nicht bekomme und so erspare ich mir eine Fahrt nach Dresden oder Berlin. Shoppen macht Spaß und stärkt die regionale Wirtschaft. Deshalb lasse ich bewusst mein Geld bei den hiesigen Händlern und helfe Arbeitsplätze zu erhalten. Man weiß was man kauft, auf welcher Weide gestern noch das Rind stand und sofort, ob das Hemd passt. Man hat eine größere Auswahl, braucht nicht tagelang auf das Hermes-Paket warten und muss auch nicht die zu großen Sachen wieder zurückschicken. So schont man auch die Umwelt. Damit die Shoppingtour ein Erlebnis wird, bedarf es attraktive Innenstädte mit ausreichendem Parkplatzangebot in der Nähe, barrierefreien Zugang und nicht zuletzt interessante Angebote der Händler. Teresa Melzer, Vize-Bürgermeister (in) Senftenberg: Sicherlich ist es bequem: abends gemütlich auf dem Sofa im Online-Shop einen aktuellen Roman oder eine neue Hose zu bestellen, wenige Tage später klingelt der Paketbote und liefert die ersehnten Waren direkt ins Haus. Bequem ja, aber natürlich nicht förderlich für die Entwicklung der regionalen Wirtschaft und des lokalen Einzelhandels. Denn natürlich gibt es den aktuellen Roman und die neue Hose auch in den Geschäften vor Ort in Senftenberg und den anderen Städten und Gemeinden der Region. Und der Einkauf bei den lokalen Händlern stärkt einerseits die Innenstädte und bringt noch weitere Vorteile. Beim Einzelhändler um die Ecke findet man es noch, das persönliche Gespräch, die umfassende Beratung und den umfangreichen Service. Da bekommt der Kunde eine gute Empfehlung und den einen oder anderen Hinweis sowie Tipp noch obendrein. Da kann man auch einige Wochen nach dem Kauf der neuesten Technik einmal mit einer Frage vorbeikommen und den Blick für die richtige Größe und den passenden Schnitt hat die Verkäuferin sowieso. Liebe Leserinnen und Leser, machen Sie sich auf in die Innenstädte und schauen Sie, wie vielfältig das Angebot vor Ort ist. Der WochenKurier hat mit der Kampagne "Wir kaufen vor Ort!" eine interessante Aktion gestartet und ein spannendes Thema angeschoben." Ingo Senftleben, Bürgermeister der Stadt Ortrand: Als kleiner Junge war ich sehr oft und gern bei meiner Mutter auf Arbeit, im HO-Kaufhaus in Ortrand. Dabei half ich ihr die Regale einzuräumen oder bediente manchmal sogar die Kunden. Deshalb gehe ich noch heute fasziniert durch Einkaufsmärkte oder in Geschäfte. Ich kann mir also nicht vorstellen, einzig über den unpersönlichen Online-Handel einzukaufen. Wir gehen gern in Familie einkaufen, weil man vor Ort von den Verkäuferinnen und Verkäufern direkt beraten wird sowie alles testen, bestaunen und probieren kann. Die Zukunft unserer heimischen Geschäfte sollte uns am Herzen liegen, ich begrüße deshalb jede Möglichkeit, den Kunden gute Parkmöglichkeiten zu bieten. Wir wohnen in einer ländlichen Region, da geht vieles nur mit dem Auto. Hier sollten wir in der Kommunalpolitik mehr Mut zu Parkplätzen beweisen. Zum anderen sind immer mehr Discounter sicher kein Allheilmittel zur Belebung der Kundenströme. Regionale Initiativen von Geschäftsleuten, wie das Nikolaus-Shopping in Ruhland oder das Stadtfest unter Leitung der Unternehmer in Ortrand locken Kunden im ganzen Jahr. Das Angebot von Hofgeschäften unserer Bauern und Landwirte ist zudem unschlagbar: frisch, gesund und regional. Dennoch gibt es mindestens eine Sache, dass gebe ich gern zu, die ich im Internet regelmäßig bestelle: meinen begehrten Schwarztee aus Ostfriesland. Michael Schädlich, Gewerbeverein Großräschen: Eine solche Kampagne finde ich vor allem in meiner Funktion als Vorstandsmitglied des Großräschener Gewerbevereins aber auch persönlich längst überfällig in unserer Region. Daher freue ich mich umso mehr, dass nun auch hier öffentlichkeitswirksam (da in jedem Haushalt) um die Unterstützung der lokalen Wirtschaft durch die unmittelbar anwohnende Bevölkerung geworben wird. Wichtig hierbei ist nur, dass diese Kampagne wirklich richtig verstanden wird und nicht nur wie "ein Logo von vielen" wahrgenommen wird! Es ist mehr, als nur Werbung für die Läden in der Umgebung der Wochenkurierleser! Es ist die Grundlage dessen, was man heutzutage LEBEN nennt und geht uns alle an. Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn jeder nur noch vor dem Rechner sitzt und die einzige Bewegung der Druck auf den Türöffner für die überlasteten Paketboten ist? In anderen Teilen Deutschlands gibt es derartige Kampagnen schon länger und in Süddeutschland etwa ist das Kaufverhalten in der Nachbarschaft gar eine Art Ehrensache! Dadurch kann sich dort auch in kleinsten Gemeinden eine Grundversorgung zum Wohle aller Bewohner wirtschaftlich halten und stärkt deren Lebensqualität durch Warenangebot und nicht zuletzt das persönliche Gespräch mit Verkaufspersonal und anderen Kunden. Senftenberg: Meine Meinung zum WochenKurier-Thema: Wir kaufen vor Ort! Roland Pohlenz, Bürgermeister Lauchhammer: Vor Ort einkaufen heißt, den Kunden bedarfsgerechte Angebotsstrukturen bereitzustellen. Mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept…

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