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Transformation von ERZ & Kohle

Lauchhammer. Die öffentliche Vorstellung der Konzeptstudie zum Lauchhammeraner Strukturwandelprojekt ERZ & KOHLE offenbarte neben Projektdetails und Nachhaltigkeitsberechnungen auch einen neuen Projektnamen.

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In Lauchhammer- Ost und West soll ein Bildungs- und Erlebniszentrum für Kunstguss und Industriekultur entstehen.

In Lauchhammer- Ost und West soll ein Bildungs- und Erlebniszentrum für Kunstguss und Industriekultur entstehen.

Foto: Montage: jasinski.architektur.studio

Der bisherige Arbeitstitel ERZ & KOHLE wird von »Transformation 1.535° - Kunstguss-Stadt Lauchhammer« abgelöst. 1535° Celsius ist der Schmelzpunkt von Eisen. Laut Marketinganalyse der Konzeptstudie soll der neue Projektname auf die Alleinstellungsmerkmale und Besonderheiten der Stadt Lauchhammer verweisen. Der Begriff »Transformation« steht für einen Wandel in touristischer, kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht, den die Stadt Lauchhammer aktiv gestaltet, heißt es in der Studie.

Der Projekttitel mache neugierig, weil er nicht selbsterklärend ist und zum Nachdenken anregt. Die Begriffe ERZ & KOHLE sollen aber weiterhin als Standortbezeichnungen verwendet werden. Erläutert wurden an Hand von Animationen die geplanten Maßnahmen an den beiden Projektstandorten in Lauchhammer-Ost und West.

Das Projekt beinhaltet insgesamt die Schaffung eines Bildungs- und Erlebniszentrums für Kunstguss und Industriekultur. In Lauchhammer-Ost soll das Kunstgussmuseum mit einem modernen Anbau deutlich vergrößert werden. Die Friedensgedächtniskirche soll zu einem multifunktionalen Zentrum für Ausstellungen, Konferenzen, Co-Working und einer 3D-Erlebniswelt umgestaltet werden. Auch das sogenannte Platzkarree zwischen Museum, Kirche und Kunstgießerei soll komplett neugestaltet werden und u.a. als Außenausstellungsfläche fungieren. An den Biotürmen in Lauchhammer-West ist der Bau eines Multifunktionsgebäudes mit Shop, Besucherservice und Ausstellungsräumen geplant.

Besonders spektakulär ist die Idee, das alte Belebtschlammbecken zu einer zum Teil unterirdischen Kletterwelt mit Aquarien umzubauen. Diese »Unterwelten« wären ein weltweit einzigartiges Aktivangebot, direkt neben den Biotürmen. Kernthema der Konzeptstudie waren umfassende Berechnungen und Prognosen zur nachhaltigen wirtschaftlichen Betreibung des Erlebniszentrums.

Die Gesamtkosten des Projektes haben sich von ursprünglich 15,5 Millionen Euro auf 18,7 Millionen Euro erhöht, bedingt durch steigende Kosten und die »Unterwelten«. Nach den prognostizierten Besucherzahlen ist ein Zuschuss durch die Stadt Lauchhammer notwendig. Gegenwärtig bezuschusst die Stadt die Betreibung des Kunstgussmuseums mit jährlich rund 90000 Euro.

Für Bürgermeister Mirko Buhr ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Nach der Präsentation der Konzeptstudie durch Manuela von Schroedel-Siemau, Fachbereichsleiterin Bildung, Soziales und Bürgerservice, Tino Winkelmann, Vorsitzender der Stiftung Kunstgussmuseum und Marco Bünger, Adler Management, betonte er: »Ich bin fest davon überzeugt, dass sich durch dieses Projekt neue Perspektiven für unsere Stadtentwicklung und den Tourismus ergeben werden. Das Bildungs- und Erlebniszentrum wird unseren Bekanntheitsgrad steigern und Impulsgeber für weitere wertschöpfende Bereiche sein. Ich denke dabei auch an den Zuzug von Fachkräften und die Ansiedlung von Gewerbe. Wir wollen eine neue Identität schaffen und positiv in die Zukunft schauen.«


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