pa/asl

Spektakuläre Kunst im Kreisel

Senftenberg. Der Kreisverkehr an der Kreuzung Briesker- und Pieck-Straße nimmt Kontur an. Die Mittelinsel soll nun ein außergewöhnliches Kunstwerk bekommen.

Bilder
Ararat Heydeyan (M.) hat mit seinem Projekt »Bunte Segel« den Wettbewerb Kunst im Kreisverkehr gewonnen. Bürgermeister Andreas Fredrich (l.) und Ann-Kristin Jank (r.) vom Stadtplanungsamt freuen sich auf die Umsetzung.

Ararat Heydeyan (M.) hat mit seinem Projekt »Bunte Segel« den Wettbewerb Kunst im Kreisverkehr gewonnen. Bürgermeister Andreas Fredrich (l.) und Ann-Kristin Jank (r.) vom Stadtplanungsamt freuen sich auf die Umsetzung.

Foto: Peter Aswendt

Damit der Verkehr an Senftenbergs viel befahrener Kreuzung Briesker Straße und Pieck-Straße flüssiger rollt, haben die Stadtväter den Bau eines Kreisverkehrs beschlossen. Die entsprechenden Bauarbeiten laufen seit Anfang April. Natürlich sollte es nicht nur eine profane Verkehrsführung für die Blechlawine sein, nein, auch optisch will man mit dem Verkehrskreisel beeindrucken.

 

Projekt ausgelobt

 

»Wir haben Anfang des Jahres einen Wettbewerb ausgelobt, um die Mittelinsel des zukünftigen Kreisverkehrs künstlerisch zu gestalten«, beschreibt Ann-Kristin Jank, Amtsleiterin der Stadtplanung in Senftenberg, den Werdegang. Bis 20. März hatten Künstlerinnen und Künstler Muße, um sich dem Projekt zu widmen. Klar, dass es auch Bedingungen für einen solchen kreativen Wettstreit gab. Das Thema sollte die Städtepartnerschaften wiedergeben und die magische Grenze von 30 000 Euro als Realisierungskosten darf nicht überschritten werden. Damit alles professionell zugeht, mussten die Teilnehmer einem Künstlerverband angehören.

 

Sechs Vorschläge gingen bei der Stadt ein, über die eine Jury aus vier Fachpreisrichtern und drei Sachpreisrichtern am 9. Juni beriet. Zu den Fachleuten gehörte unter anderem Museumsleiter Stefan Heinz und Petra Schmidt Dreyblatt, Geschäftsführerin des Brandenburgischen Verbands Bildender Künstler (BVBK). Selten, aber in diesem Fall fiel die Entscheidung einstimmig für den freischaffenden Künstler und Architekten Ararat Haydeyan (72) aus. Die Jury überzeugte die Klarheit und die starke Identifizierung des Objekts mit Senftenberg. Einfach ausgedrückt, es wird ein spektakuläres Objekt inmitten des täglichen Straßenverkehrs sein.

 

Bunte Segel

 

Auf der Innenfläche mit 24 Metern Durchmesser werden acht farbige Segel aus pulverbeschichtetem Aluminium stehen. Jede Farbe steht für eine Partnerstadt. Das rote Segel, welches Senftenberg repräsentiert, wird knapp 3,40 Meter hoch sein. Alle Segel werden in der Dunkelheit mit einer Beleuchtung in Szene gesetzt. Bürgermeister Andreas Fredrich zeigt sich begeistert: »Mich beeindruckt am meisten, dass man aus jedem Blickwinkel das Kunstobjekt neu entdeckt, man wird immer überrascht.«

 

Kreiselspezialist

 

Der Künstler selbst fand gedanklich relativ schnell zum Objekt. »Ungefähr eine Woche brauchte ich für die Ideenfindung, dann hab ich es gemeinsam mit meinen Söhnen umgesetzt«, verrät Ararat Haydeyan. Wohnhaft in Großkmehlen arbeitet der in Armenien geborene Künstler seit 1995 in Deutschland. Sein Atelier befindet sich im Elbe-Elster-Kreis auf dem Gut Saathain. Der Senftenberger Kreisel ist sein zweites Objekt dieser Güte. In Finsterwalde hat er bereits die bekannten Sängerköpfe am Ortseingang kreiert. Für das Senftenberger Projekt erhielt der Künstler ein Preisgeld von 5000 Euro.

 

Am 6. Juli entscheiden die Stadtverordneten über die Umsetzung. Mit der Fertigstellung wird zum Ende des Jahres gerechnet, dann kann auch die spektakuläre Beleuchtung der Segel im Kreisverkehr genossen werden.