sst

Senftenberg: Bürgermeister Fredrich blickt ins Jahr 2020

Auf gehts ins Jahr 2020. Andreas Fredrich, Bürgermeister der Kreisstadt Senftenberg, dazu im WochenKurier-Interview.
Bilder
Andreas Fredrich, Bürgermeister der Kreisstadt Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Foto: sts

Andreas Fredrich, Bürgermeister der Kreisstadt Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Foto: sts

Wie würden Sie das zurückliegende Jahr 2019 für Ihre Stadt Senftenberg zusammenfassen?
Es war ein erfolgreiches Jahr mit vielen Baumaßnahmen, die auch Verbesserungen an Schulen und Kitas bewirkt haben. Wir sind im Straßenbau ein Stück vorwärts gekommen. So sind in Hosena die Ortsdurchfahrt sowie auch der erste Bauabschnitt in der August-Bebel-Straße in Senftenberg fertig geworden. Das neue Jahr baut jeweils auf das alte Jahr auf. Was waren für Sie drei wichtige Wegweiser, die 2019 für die Zukunft Senftenbergs gesetzt worden sind?
Hier ist etwa die August-Bebel-Straße zu nennen. Die Baumaßnahme geht über zwei Jahre und wird 2020 fertiggestellt werden. Große Projekte, die sich bereits im Bau befinden und die wir zusammen mit dem Zweckverband Lausitzer Seenland angehen, sind die Lagune Sedlitz mit der kleinen Hafenanlage sowie die Vorbereitungen für die Erschließung des Wohnstandortes am See in Sedlitzer. Hier sind die entsprechenden Buchten ebenfalls gebaut.
Das Gewerbegebiet Sedlitzer Nordufer haben wir im vergangenen Jahr begonnen und wird in diesem Jahr fertig. Das sind jeweils große Höhepunkte für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Senftenberg. Senftenberg im Jahr 2020: Welchen Charakter wird das neue Jahr für Senftenberg haben? Es wird ein arbeitsreiches Jahr werden, da viele Projekte laufen. Ich denke etwa an die Planung für die Sanierung des Erlebnisbades, an die Abstimmungen für den Anbau an der Regenbogen-Grundschule und für die Kapazitätserweiterung in der Kita »Seesternchen«. Auch die weitere Profilierung des Universitätsstandortes in Senftenberg wird 2020 eine wesentliche Rolle spielen. Es wird wichtig sein, wie sich die Fachbereiche weiter entwickeln und welche Fachbereiche dazukommen werden. Mit der neuen Landesregierung werden dafür jetzt im neuen Jahr die ein oder anderen Pfähle hineingerammt. Das ist für unseren Standort sehr wichtig. Was uns weiterhin seit Jahren schon umtreibt ist der Hochwasserschutz. Hier hat es eine Veränderung der Einschätzung gegeben. Wir sind davon ausgegangen, dass die Tagebaurestlöcher im Rahmen des Hochwasserschutzes besser genutzt werden können und so eine Entlastung für Senftenberg und die Unterlieger der Schwarzen Elster bewirkt werden kann. Die Fachleute aus dem Landesumweltamt haben jedoch eingeschätzt, dass der Effekt nicht so hoch ist. Auch im Rahmen der Wasserbevorratung für einen trockenen Sommer seien die Seen nicht ausreichend. So wird es nun zum Deichbau in Senftenberg kommen. Für mich ist ganz wichtig, dass das Land jetzt zügig mit den Planungen für den Deichbau beginnt. Wie viel Geld nimmt Senftenberg im Jahr 2020 in die Hand, um in die Stadt zu investieren? Im Haushalt der Stadt sind in diesem Jahr rund 13,5 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen. Zwischen sechs und acht Millionen Euro verbauen wir davon. Die Restsumme ist jahresübergreifend verplant. Wo liegen im neuen Jahr die Schwerpunkte der Investitionen? Eines der wichtigsten Projekte wird der Abschluss der Erschließung des Gewerbegebietes am Sedlitzer Nordufer sein. Hierfür sind allein in diesem Jahr 3,8 Millionen Euro vorgesehen. Weitere wichtige Projekte, die 2020 abgeschlossen, fortgeführt oder begonnen werden, sind etwa die Digitalisierung an Schulen, die Innensanierung der Kita »Zwergenhaus am See«, die Kapazitätserweiterung und Gestaltung der Außenanlagen in der Kita »Seesternchen« oder die Komplettsanierung des Erlebnisbades. Welche Maßnahmen wird es 2020 im Straßenbau geben? Schwerpunktarbeiten sind die Weiterführung und Fertigstellung der Straßenausbaumaßnahmen in der August-Bebel-Straße in Senftenberg, der Ausbau der Schulstraße/Rosenstraße in Senftenberg und die Fertigstellung der Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet Nordufer Sedlitzer See. Ebenso stehen die Weiterführung und der Abschluss der Straßeninstandsetzung Großenhainer Straße sowie die Instandsetzung des Brückenbauwerkes »Gaumensegel« an. Hier sollen der Brückenbelag ausgetauscht und notwendig gewordene Korrosionsschutzmaßnahmen durchgeführt werden. Im Juni 2020 trägt Senftenberg seit fünf Jahren den Titel »Kinderfreundliche Kommune«. Wie kinderfreundliche ist die Stadt bereits? Die »Kinderfreundliche Kommune« ruht auf drei Säulen: Schutz, Förderung und Partizipation. In allen drei Bereichen arbeitet die Stadt eng mit den Schulen und anderen Trägern zusammen. So gibt es an den Schulen Aktionen zur Gesundheitsförderung und Suchtprävention. Besonderen Wert legen wir darauf, Kinder aus allen sozialen Schichten und Nationen zu erreichen. Durch viele kostenlose Angebote, wie etwa SFBaby, Agenda Diplom oder das Sommerprojekt »Lesen am See«, versuchen wir, die Schwelle niedrig zu halten. Zudem ist uns als Stadt eine aktive Beteiligung von Kindern bei allen Angelegenheiten, die sie selbst betreffen, sehr wichtig. So wie in der Vergangenheit etwa beim Bau neuer Spielplätze. Die Junior-Experten und das Kinder- und Jugendparlament übernehmen als Beteiligungsformate auf Augenhöhe dabei eine große Rolle. Wie soll im Jahr 2020 der Titel »Kinderfreundliche Kommune« weiter gefestigt werden?
Wir befinden uns seit diesem Jahr in der zweiten Siegelphase. Die Stadtverordnetenversammlung hat den neuen Maßnahmeplan für die nächsten zwei Jahre beschlossen. Dieser ist mit dem Deutschen Kinderhilfswerk und UNICEF abgestimmt und nun gilt es, diesen Plan umzusetzen. Enthalten sind darin etwa die Umsetzung eines Bikeparks in Senftenberg, die Durchführung eines Hopsetages zum Weltkindertag mit zahlreichen Spring- und Bewegungsmöglichkeiten sowie das Entwickeln und Aufführen eines Stückes über Kinderrechte mit Kindern und Jugendlichen - unter Einbeziehung von Theaterpädagogen. Wir gehen also den Weg weiter und wollen dabei zukünftig noch effektiver und zielgruppengerechter mit unseren Kindern und Jugendlichen  kommunizieren. Das ist natürlich ein erhöhter Mehraufwand, den wir aber nicht scheuen, denn wir wollen neue Wege und Abzweigungen für eine noch kinderfreundlichere Stadt finden. Die Stadt Senftenberg spielt mit dem Gedanken, das Polenzhaus am Eingang des Schlossparks vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz zu kaufen. Welche Pläne hat die Stadt mit dem Polenzhaus?
Hier gibt es noch keine Beschlusslage. Daher kann ich nur für mich persönlich sprechen. Ich bin gegen eine Privatisierung dieses Hauses durch den Landkreis. So ein stadtbildprägendes Gebäude, dieser bedeutende Eingangsbereich zum kreislichen Schloss, muss weiterhin im Eigentum der öffentlichen Hand bleiben. Ich könnte mir vorstellen, dass wir als Stadt das Polenzhaus umsonst vom Landkreis übertragen bekommen, jedoch mit der Verpflichtung, eine öffentliche oder gemeinützige Nutzung hineinzubringen. Welche Rolle wird die BTU Cottbus-Senftenberg im neuen Jahr in der Stadt spielen? Eine ganz wichtige. Die Universität arbeitet derzeit an einem Standortentwicklungskonzept. Das Land Brandenburg möchte den Standort in Senftenberg weiter in Richtung medizinischen Standort prägen. Unser Innovationszentrum am BTU-Standort in Senftenberg werden wir wieder verstärkt in die Vermarktung nehmen. Diese hatte geruht, weil das Land das Innovationszentrum kaufen wollte, da der BTU-Standort hier ausgebaut werden soll. Das Land hat ja angekünigt, am Standort Senftenberg richtig zu investieren. Mehrere Millionen Euro sind im Landeshaushalt dafür vorgesehen. Das spricht für den Standort in Senftenberg. So blicke ich für unseren Universitätsstandort optimistisch in die Zukunft. Auf welche kulturellen Höhepunkte können sich die Senftenberger im Jahr 2020 freuen?
Die Frühlingsmeile im Mai, unser Stadtfest als traditioneller Peter und Paul-Markt vom 26. bis 28. Juni, das Nachtshopping am letzten Juli-Samstag, und das Senftenberger Hafenfest vom 15. und 16. August sind wieder bewährte Höhepunkte. In diesem Jahr gesellt sich vom 19. bis 21. Juni das 600-jährige Jubiläum unseres Ortsteils Hosena dazu. Ihr letztes Wort…?
Ist ein Satz von Kurt Tucholsky für alle: »Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.« Aber keine Angst, der Senftenberger Bürgermeister hat nicht vor, das Steuer aus der Hand zu geben.