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Niedrigwassersituation hält an: Ad-hoc-AG beschließt weitere Maßnahmen

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Der Juni fiel in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster größtenteils zu trocken aus. Es fehlt an Niedeschlag.

Der Juni fiel in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster größtenteils zu trocken aus. Es fehlt an Niedeschlag.

Foto: Pixabay

Cottbus. Die seit dem Frühjahr anhaltende Trockenheit in den beiden Flussgebieten Spree und Schwarze Elster sorgt weiterhin für niedrige Abflüsse. Insbesondere die Schwarze Elster ist mittlerweile von einer außergewöhnlichen Niedrigwassersituation betroffen. Die länderübergreifende Ad-hoc-AG »Extremsituation« hat daher weitere Maßnahmen beschlossen, informiert Frauke Zelt aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg.

Der Juni fiel in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster größtenteils zu trocken aus. An der Wetterstation Cottbus wurden nur 77 Prozent der für Juni üblichen Niederschlagsmenge erreicht (Bezugsreihe 1981 – 2010). Gleichzeitig war es ein sehr warmer Monat. Mit durchschnittlich 20,2 °C war der Juni um 3,1 Kelvin zu warm (Station Cottbus, Bezugsreihe 1981 – 2010). Besonders westlich der Spree, im Berliner Umland und im gesamten Einzugsgebiet der Schwarzen Elster war es zudem noch deutlich trockner.

Auch der Juli, üblicherweise einer der niederschlagsreichsten Monate des Jahres, ist bisher durch Trockenheit geprägt. Laut den aktuellen Niederschlagsprognosen, ist auch in der kommenden Woche kaum mit Regen zu rechnen. Bis zum 13. Juli sind an der Station Cottbus erst 8,8 Millimeter Niederschlag gefallen, dies entspricht lediglich 13 Prozent der für Juli üblichen Menge von 67,4 Millimetern (Bezugsreihe 1981 – 2010).

Spree

Im Spreegebiet konnte weiterhin die planmäßige Niedrigwasserstützung aus den Speichern in Sachsen und der Talsperre Spremberg durchgeführt werden. Die Reserven sind ausreichend, um bei Bedarf auch bis Ende September die Niedrigwasseraufhöhung vorzunehmen. Spätestens ab Oktober ist dies in der Regel aber nicht mehr notwendig. Der Abfluss am Unterpegel Leibsch am Ausgang des Spreewaldes bewegte sich in den vergangenen Tagen und Wochen zumeist zwischen 2,5 und 3,5 Kubikmeter pro Sekunde. Der mittlere Niedrigwasserabfluss für den Monat Juli beträgt 2,89 Kubikmeter pro Sekunde (Bezugsreihe 1991 bis 2020). Die Abflüsse bewegen sich somit im durch Ad-Hoc AG „Extremsituation“ festgelegten Zielkorridor.

Die Maßnahmen der Phase 1 des Niedrigwasserkonzeptes für das mittlere Spreegebiet werden weiterhin umgesetzt (zum Beispiel reduzierte Ausleitungsmengen und Beschränkung von Wasserentnahmen). Bei Fortsetzung der Trockenheit und steigenden Temperaturen ist ein Übergang in die Phase 2 des Niedrigwasserkonzeptes wahrscheinlich. Im Rahmen der Ad-hoc AG »Extremsituation« wurden für das Spreegebiet keine neuen Maßnahmen oder Festlegungen getroffen.

Schwarze Elster

Im Flussgebiet der Schwarzen Elster ist die Situation im Vergleich zum Spreegebiet deutlich angespannter. Das gesamte Einzugsgebiet ist in den letzten Monaten von einer wesentlich stärkeren Trockenheit als das Spreegebiet betroffen. Die verfügbaren Speicherreserven im Gebiet sind zu mehr als 50 Prozent aufgebraucht, sodass eine Abflussstützung nur noch eingeschränkt möglich ist. Seit Anfang Juni ist der Abfluss am Verteilerwehr Kleinkoschen vollständig zum Erliegen gekommen. Oberhalb der Mündung der Rainitza in Senftenberg bis nach Hoyerswerda in Sachsen, ist die Schwarze Elster auf weiten Strecken trockengefallen. Mitglieder der Landesanglerverbandes Brandenburg e.V. haben über die letzten Wochen hinweg, die brandenburgischen Gewässerabschnitte abgefischt.

Das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) und die von der LMBV betriebene Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza übernehmen weiterhin die Stützung der Schwarzen Elster ab Senftenberg. Der Abfluss am Pegel Biehlen liegt aktuell (13. Juli 2022) bei 0,37 Kubikmeter pro Sekunde. Aufgrund der Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster und hohen Verdunstungsverlusten, ist der Wasserstand des Speicherbeckens Niemtsch zuletzt um etwa vier Zentimeter pro Woche gefallen. Am 13. Juli 2022 lag der Wasserstand des Speicherbecken Niemtsch bei 98,64 Meter NHN. Auch die Reserven in den Seen der Restlochkette, aus der die Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza größtenteils ihr Wasser bezieht, haben sich erheblich verringert. Am Pegel Bad Liebenwerda führte die Schwarze Elster aktuell nur noch etwa 0,9 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Es handelt sich dabei um den niedrigsten Abfluss, der jemals an diesem Pegel festgestellt wurde. Die Minimalwerte der Trockenperiode 2018 bis 2020 wurden somit unterschritten.

Aufgrund der prekären Situation im Gebiet der Schwarzen Elster, hat die Ad-hoc-AG „Extremsituation“ entschieden, in begrenztem Maße bis max. 0,8 Kubikmeter pro Sekunde Wasser aus dem sächsischen Spreegebiet in das Flussgebiet der Schwarzen Elster überzuleiten. Somit soll die Stützung des Abflusses der Schwarzen Elster im Raum Senftenberg in Höhe von 0,5 Kubikmeter pro Sekunde sowie des Einzugsgebiets Greifenhainer Fließ (Spreegebiet) weiterhin ermöglicht werden. Gleichzeitig sollen Schäden abgewendet werden, die durch die Unterschreitung von Grenzwasserständen in der Restlochkette drohen würden.

Die nächste Sitzung der Ad-hoc AG findet am 1. August 2022 statt. Im Rahmen dieser Sitzung werden die aktuellen Maßnahmen bewertet und bei Bedarf angepasst oder erweitert.