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Für eine neue grüne Lunge

Senftenberg. Das Waldgebiet neben dem Kuafland hat in den letzte jahren sehr gelitten. Jetzt soll es durch Rodung und Aufforstung wieder belebt werden.

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Der Maschinenlärm ist auf dem Parkplatz des Einkaufmarktes deutlich zu hören. Und es ist auch sichtbar, dass Bäume in dem Wäldchen, welches das Industriegebiet Brieske vom Stadtkern trennt, fallen. Erste Anrufe haben Revierförster Harald Konczak bereits erreicht. Ob hier ein neues Baugebiet entsteht, wo jetzt die ganzen Bäume gefällt werden, wollen die Anrufer wissen.

 

Doch der Revierförster erklärt, dass die Rodungsmaßnahmen einen ganz anderen Grund haben: »Die Kiefern in diesem Wald sind durch die Trockenheit der vergangenen Jahre, durch Stürme und Schädlingsbefall stark geschädigt. Fast 50 Prozent der Bäume sind davon betroffen.« Ungefähr vier Hektar Kiefernholz werden deshalb bis Ende August aus dem Waldstück entnommen. Erschwert werden die Maßnahmen durch den Bodenbewuchs im Waldstück. »Wir haben viele Sträucher, die am Waldboden wachsen«, erklärt der Revierförster. »Das macht es unseren Maschinen schwer, durch den Wald zu gelangen.« Was nach der Rodung mit dem Waldboden passiert, steht noch nicht ganz fest. »Nach Abschluss der Maßnahme werden wir die Flächen besichtigen und entscheiden, wie wir weiter verfahren. Aber ich könnte mir durchaus vorstellen zu mulchen, um so genügend Bodenfreiheit für die Wiederaufforstung zu schaffen.«

 

Dass neue Bäume ihren Weg in das Waldgebiet finden sollen, ist sicher. »Der Wald bildet einen Schutzwall zum Industriegebiet und sorgt für Lärm-, Emissions- und Wetterschutz«, so Konczak. Die entnommenen vier Hektar sollen hauptsächlich mit Kiefern wiederbepflanzt werden. Der Grund ist einfach: Kiefern behalten das gesamte Jahr über ihr grünes Kleid, so dass sie die Funktion, eine Schutzbarriere zwischen Industriegebiet und Innenstadt zu bilden, gut erfüllen. Vereinzelt sollen jedoch auch Pappeln und Erlen gepflanzt werden. Für die Neubepflanzung schreibt der Gesetzgeber eine Zeitspanne von drei Jahren vor, an die sich auch gehalten werden soll. »Diese Maßnahme ist wichtig, um die grüne Lunge unserer Stadt zu erhalten.«

 

Anfragen nach Brennholz, welches nach Abschluss der Rodungsmaßnahme aus dem Wald geholt werden kann, können ab September direkt an Harald Konczak gerichtet werden. Der Revierförster betont zudem: »Während der Fällarbeiten ist das Betreten des Waldstückes lebensgefährlich.«