Peter Aswendt

Für sicheres Badevergnügen

Senftenberg. Die bevorstehenden Sommerferien sind alles andere als normal. Viele Urlauber tummeln sich an heimischen Stränden. Die DRK-Wasserwacht ist bereit für den Ferienansturm am Senftenberger See.

Es scheint ein normaler Sommer für die DRK-Wasserwacht am Großkoschener Strand zu sein. Es werden die Strände abgeschnorchelt, um Unrat im Wasser zu finden und das Equipment wird auf Vordermann gebracht. Aber der Schein trügt: Den ehrenamtlichen Wasserretter steht eine nicht alltägliche Saison bevor: »Unser Landesverband hatte Mitte März alle Aktivitäten für uns untersagt«, beschreibt Lisa Wildemann (29), Chefin der Wasserwacht in Senftenberg, die Konsequenzen aus der Corona-Pandemie. »Wir konnten nur per E-Mail oder Telefon in Kontakt bleiben und nicht unser übliches Programm abspulen.« Mit den Aufhebungen der Beschränkungen und der Möglichkeit der Menschen, wieder Urlaub zu machen, gab es auch für die Wasserwacht wenig Zeit zur Vorbereitung. »Seit vierzehn Tagen kennen wir das Hygienekonzept und haben die entsprechenden Materialien bestellt. Diese werden auch pünktlich zum Start da sein«, ist Lisa Wildemann sicher.

Die Badesaison sollte eigentlich Mitte Mai beginnen. In diesem Jahr ist durch die besondere Situation dieser Start auf den 13. Juli verschoben worden. Für die Mitglieder der Wasserwacht geht aber der Vollzeitdienst zeitiger los: »Da die Brandenburger Ferien in diesem Jahr zeitig beginnen, fangen wir mit unserem täglichen Dienst vor dem Beginn der offiziellen Badesaison an«, verrät Wildemann. Ab 25. Juni sind täglich mindestens fünf Mitglieder auf der Station am Großkoschener Strand anwesend. Im letzten Jahr haben knapp 40 Aktive zirka 5000 Stunden in der Sommersaison abgearbeitet: »Viele nehmen ihren Urlaub oder ihre Semesterferien für den Dienst im Sommer«, weiß Wildemann.

Für die Wasserwacht sind das Besondere in dieser Feriensaison die Schlagworte Hygienbestimmungen und Abstandsregeln: »Wir müssen mit minimalen Kontakten retten, wenn es dazu kommt«, erzählt sie. Das heißt, der, der rettet, sollte auch die Weiterbehandlung vornehmen. »Zum Beatmen werden wir den Beatmungsbeutel einsetzen, also möglichst auf Atemspende verzichten«, beschreibt die Leiterin die Vorgaben. Angst braucht aber keiner haben: »Im Endeffekt werden wir unseren Job machen. Darauf kann sich jeder verlassen«, stellt Lisa Wildemann klar. Übrigens ist die Wasserwacht nicht dazu da, um Abstandsregeln am Strand einzuhalten. Hier muss schon jeder selbst Verantwortung zeigen.

Neben dem Dienst auf und am Wasser hatte die Wasserwacht auch immer sanitätsdienstliche Absicherungen von Veranstaltungen am Senftenberger See als Aufgabe. In diesem Jahr fallen alle Veranstaltungen im Amphitheater weg, der See-Triathlon, diverse Regatten oder das Hafenfest: »Das sind auch Einnahmen, die wir hatten«, gibt Wildemann zu bedenken.

Für alle Badegäste hat Lisa Wildemann unabhängig von der Pandemie einige Tipps parat: »Viel Wasser trinken und wenig oder gar kein Alkohol«, rät die erfahrene Rettungsschwimmerin. »Nicht überhitzt ins Wasser springen und unbedingt auf Kinder aufpassen. Am Besten ist, den Kindern frühzeitig das Schwimmen beibringen«, lächelt Lisa Wildemann. »Wenn alle ein bisschen mehr Abstand halten in diesem Jahr, dann werden wir auch diesen besonderen Sommer gut überstehen«, ist sich die Wasserwacht-Chefin sicher.

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