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Baustelle zwischen Buchdeckeln

Finsterwalde. Raubritter, Bauern und Beamte. Im »Schloss am Park« haben schon so einige Landsleute gelebt, geliebt und gearbeitet.

Als »schönstes Wahrzeichen der Stadt« konnte Bürgermeister Jörg Gampe bei einer kleinen  Dankeschön-Veranstaltung doppelt über das Schloss schwärmen: über die abgeschlossene jahrelange Sanierung »des bedeutendsten Einzelvorhabens der Stadterneuerung im Sanierungsgebiet Innenstadt« und über die soeben erschienene Publikation »Schloss Finsterwalde. Geschichte – Nutzung – Sanierung«.

Im Mai hatte »Corona« die geplante »finale Einweihung« des sanierten Schlosses mit Veröffentlichung
des Schlossbuches verhindert. Im Herbst soll das nachgeholt werden. Besonders nahe ist Frank Zimmermann als Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung dem sanierten Gebäude.

25 Jahre Baustelle

Es ist seine längste Baumaßnahme, die er seit Anfang der 1990er Jahre betreut hat, erst allein, dann
mit Annett Schemmel, die ab 2008 als Sachbearbeiterin Hochbau Verantwortung trug. Beide werden das Schlossbuch besonders wertschätzen. Mehr als 25 Jahre wurde am Schloss saniert und fast zehn Jahre lang für das Buch recherchiert, wurden Themen abgestimmt, um das Finsterwalder Schloss mit vielen Facetten zwischen zwei Buchdeckel zu bekommen. Bürgermeister Gampe und Dr. Rainer Ernst als Herausgeber für den Verein »Freunde und Förderer des Kreismuseums« e. V. präsentierten die Publikation.

Auf 330 Seiten ist die wechselvolle Geschichte des Schlosses, sind Nutzungen und Sanierung mit all ihren Problemen dargestellt. Fünfzehn Autoren haben interessanten wie spannenden Lesestoff geliefert. Manfred Woitzik als profunder Kenner der Finsterwalder Stadtgeschichte hat die Herrschafts- und Baugeschichte vom Mittelalter bis 1800 beschrieben, Dr. Ernst Nutzungen im 19. Jahrhundert, Olaf Weber Um- und Neubauten bis 1930. Das Architektenteam um Dr. Achim Krekeler bietet einen Abriss der
Gesamtsanierung. Dietmar Kraußer berichtet von denkmalpflegerischen Erfahrungen, Ralph  Schirrwagen und Susann Wilhelm schildern die restauratorische Begleitung und Dr. Gerd Günther lüftet Geheimnisse der Heraldik.

Auch Veränderungen des Parkes am Schloss sind anschaulich dargestellt. Der »Piktographen GmbH Finsterwalde« ist dabei ein bibliophiles Schmuckstück gelungen. Besondere Fotografien von Jürgen Vetter und Grafiken von Steffen Kaczmierczak bringen die Schönheiten des sanierten Schlosses zur Geltung. 1 500 Exemplare warten auf interessierte Leser. Die Publikation bekommt man im  Kreismuseum, bei den Tourist-Informationen des Landkreises sowie im Rathaus der Sängerstadt.

Neben der Finanzierung durch die Stadt, wo Stadtsanierungspartner Uwe Brenner durch die Akquise
von Fördermitteln maßgeblich mitgewirkt hat, und die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises
ist der moderate Preis von 19,90 Euro möglich geworden, auch durch Honorarverzicht der Autoren. Für Dr. Rainer Ernst ist das Buch über das »schönste Wahrzeichen der Stadt« als sechster vom  Museumsverein herausgebrachte Band in gleicher Ausstattung der bisherige Höhepunkt einer Reihe über Finsterwalder Geschichte.

Hintergrund

Für die Sanierung des Schlosses betrugen die Gesamtkosten rund 15,7 Millionen Euro. Die  Gesamtzuwendungen von Bund, Land und Landkreis beliefen sich auf rund 4,6 Millionen Euro. Den Differenzbetrag (11,1 Millionen Euro) musste Finsterwalde stemmen.

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Aufruf zum Ideenwettbewerb Kulturelle Heimat Lausitz

Südbrandenburg. Der Strukturwandel der Lausitz ist auch ein kultureller Wandel. In einem ersten Schritt schreibt deshalb das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) einen Ideenwettbewerb unter dem Titel »Kulturelle Heimat Lausitz« aus. Damit sollen im Rahmen des Sofortprogramms der Bunderegierung zur Stärkung der Braunkohleregionen die Kunst- und Kulturakteure in der Lausitz unterstützt und erste Zukunftsperspektiven entwickelt werden. Mit dem Förderprogramm »Ideenwettbewerb Kulturelle Heimat Lausitz« sollen in den Jahren 2020 bis 2021 Kulturprojekte und Kulturprojektideen gefördert werden, die auf eine mittel- und langfristige Strukturentwicklung der Lausitz-Kulturen gerichtet sind. Gefördert werden sollen daher insbesondere solche Vorhaben und Ideen, die landkreisübergreifend angelegt sind, die Vernetzung verbessern und die Sichtbarkeit der Lausitzer Kulturlandschaft befördern. Das Förderprogramm ist für alle Sparten und Themen der Kultur offen. Außerdem sind ausdrücklich auch spartenübergreifende und interdisziplinäre Projekte willkommen. Es können Anträge mit einem Förderbedarf von 2 000 bis maximal 150 000 Euro eingereicht werden. Der ausgefüllte und unterschriebene Antrag inklusive aller Anlagen ist bis zum 14. August 2020, 18 Uhr, per E-Mail an kontakt@kulturwettbewerb-lausitz.de zu senden. Zusätzlich sind die Unterlagen bis 14. August 2020 (Poststempel) an folgende Adresse zu senden: IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland e.V., Kulturwettbewerb, Seestraße 84-86, 01983 GroßräschenDer Strukturwandel der Lausitz ist auch ein kultureller Wandel. In einem ersten Schritt schreibt deshalb das brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur (MWFK) einen Ideenwettbewerb unter dem Titel »Kulturelle Heimat Lausitz«…

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