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Grundwasserbelastung mit LCKW in Zeuthen

Dahme-Spreewald. Das Umweltamt des Landkreises Dahme-Spreewald (LDS) informiert erneut über den aktuellen Fortgang der Erkundung der LCKW-Belastungen in Zeuthen: Aufgabe einer bereits vor drei Jahren begonnenen und nun abgeschlossenen Detailuntersuchung zu dieser Grundwasserbelastung war es, sowohl den Eintragsort als auch die Grundwasserbelastung in ihrer Ausbreitung und ihren Konzentrationen in hinreichendem Maße zu untersuchen, berichtet LDS-Pressereferent Bernhard Schulz.

Erklärtes Ziel war es, eine abschließende Gefährdungsabschätzung vorzunehmen und daraus Maßnahmen zur Sanierung aus den gewonnenen Erkenntnissen abzuleiten. In Rahmen der Auswertung sämtlicher Sondenmessungen, der Grundwasser- und Bodenluftuntersuchungen der Vorjahre sei jetzt durch den Gutachter abgeleitet worden, dass derzeit kein akuter Bedarf an Gefahrenabwehrmaßnahmen vorhanden sei. Der Geltungsbereich der Grundwassernutzungsuntersagung vom 17. Juni 2017 sei zudem durch die nunmehr bewältigte Detailuntersuchung vollumfänglich bestätigt worden.
 
Zur ergänzenden Beweissicherung und zum Gefahrenausschluss seien kürzlich in Bereichen mit einem geringen Grundwasserflurabstand stichprobenartig Raumluftuntersuchungen in Kellerräumen durchgeführt worden. Im betroffenen Areal von Zeuthen seien dafür Gebäude unterschiedlichen Alters und Zustands ausgewählt worden. Als Zeitpunkt für die Messungen sei der August 2020 gewählt worden, da bei wärmeren Temperaturen von einer höheren Mobilität der LCKW auszugehen sei.

„Die Ergebnisse der Raumluftuntersuchungen liegen inzwischen vor und sind sämtlich ohne messbare Gehalte an LCKW. Ein Schadstoffübergang in die Raumluft konnte ? auch unter den ungünstigen Bedingungen bei sommerlichen Temperaturen und damit bei höherer Mobilität ? nicht nachgewiesen werden“, informiert Robert Krowas, Leiter der unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises.

Diese Raumluftuntersuchungen waren ein wichtiger Baustein zur Vervollständigung der Detailuntersuchung mit abschließender Gefährdungsabschätzung. Derzeit werde das Überwachungskonzept zur weiteren Kontrolle der Grundwasserbelastung durch einen Fachgutachter erstellt und müsse abschließend noch mit dem Landkreis abgestimmt werden.

„Die Grundwasserbelastung in Zeuthen wird einer dauerhaften Überwachung unterliegen, um die weitere Entwicklung dieser zu verfolgen und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten zu können“, erläutert Krowas.

Das Umweltamt werde die Bevölkerung weiterhin regelmäßig über den aktuellen Stand informieren. Bei weiteren Fragen stehen die Mitarbeiter der unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde zur Verfügung. Telefon: (03546) 20-1601 oder per E-Mail umweltamt@dahme-spreewald.de.
 
Hintergrund
Im Rahmen von Baumaßnahmen wurde im Jahr 2017 auf dem Grundstück Ecke Lindenallee/Forstweg in der Gemeinde Zeuthen eine Grundwasserbelastung durch leichtflüchtig chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) erkannt. Als Ursprung des Eintrags ist das ehemalige Werk „VEB NARVA Leuchtenbau“ identifiziert worden. In der Folge wurden weitere Untersuchungsmaßnahmen durchgeführt. Es zeigte sich, dass der Bereich des Grundwasserabstroms des genannten Grundstückes in Richtung Zeuthener See ebenfalls eine Belastung mit LCKW aufwies. Deshalb war eine Allgemeinverfügung zur Untersagung der Benutzung von Grundwasser für den Bereich ausgehend von der Forstallee/Weichselstraße in einem Korridor beidseitig der Forstallee/Forstweg über Ahornallee bis hin zur Dahme erlassen worden.

(PM/Landkreis Dahme-Spreewald)

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