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Wie sorgen wir vor, wenn es dunkel wird?

Riesa. Hat Riesa aktuell einen wirksamen Katastrophenschutz, der im Falle eines längerfristigen und großflächigen Stromausfalls den Bürgern Hilfe bieten kann?

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Auch die persönliche Checkliste gibt es als Empfehlung beim Bundesamt für Bevölkerungschutz als Download

Auch die persönliche Checkliste gibt es als Empfehlung beim Bundesamt für Bevölkerungschutz als Download

Foto: Farrar

Wie sind wir bei einem Blackout abgesichert? Das wollten einige Stadträte in der jüngsten Ratssitzung im Klostersaal wissen. Stefan Schwager (FW) zeigte sich besorgt, dass von Seiten der Stadt bisher keine offiziellen Handlungsempfehlungen herausgegeben worden, wie sich die Bürger verhalten sollen, wenn über mehr als 24 Stunden der Strom ausfällt. Immerhin würde es dann nicht nur dunkel bleiben, sondern - sofern keine Notstromaggregate vorhanden sind - auch Heizung, Wasserversorgung, Abwassersysteme, Einrichtungen der Infrastruktur, wie Tankstellen oder Ampelanlagen und Sicherheitstechnik nicht mehr funktionieren. Auch die gängigen Informationssysteme wie Internet oder TV seien dann ausgeschaltet. »Wir sitzen regelmäßig im Krisenstab im Gebäude der Feuerwehr zusammen und beraten über die aktuelle Lage und ihre Auswirkungen für uns vor Ort«, erklärt Oberbürgermeister Marco Müller (CDU). Man wolle schließlich so weit es geht abgesichert sein und alle auf den gleichen Wissensstand bringen. Die wichtigsten IT-Vorgänge in der Verwaltung seien durch Notstrom gesichert. So werde es auch bei kritischer Infrastruktur gehandhabt, bspw. in Kliniken, Intensivpflegeeinrichtungen oder sensiblen der Versorgungsinfrastruktur. »Dennoch darf man sich nichts vormachen: Diese Überbrückung der wichtigen Versorgungsbereiche kann nicht unendlich funktionieren«, gibt der OB zu bedenken. Er baue darauf, dass jeder für sich im privaten Bereich nach seinen individuellen Bedürfnissen abschätzt, was er für die Überbrückung eines möglichen stundenweisen Stromausfalls benötigt. Sinnvoll sei es sicherlich, geladene Akkus im Haus zu haben, Trinkwasser und Lebensmittel, die ohne Kochen zu genießen sind. Hier müssen die Bürger eigenverantwortlich handeln und nach eigenem Gefühl vorsorgen. Die Verwaltung könne sich selbstverständlich nicht darum kümmern, dass im Rathaus jeder sein Handy laden kann, so Müller weiter. Die Stadt wird die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung aufrechterhalten. Auch Wärmestuben seien im Gespräch. »Ich bin zuversichtlich, dass diese extremen Katastrophenfälle nicht eintreten werden«, so der Oberbürgermeister abschließend.

Dieser Verfahrensweise entspricht auch das Landratsamt. Konkrete eigene Checklisten gebe es da nicht, man orientiere sich an der Information des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: http://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/vorsorge_node.html und zur Ernähungssicherstellung: www.ernaehrungsvorsorge.de


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