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Seit fast 100 Jahren im Stadtteil

Meißen. Familientradition soll im Stadtteil bleiben: Familie Quaas saniert historischen Hof in Cölln.

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Malermeister Bill Quaas am Fenster seines nach historischem Vorbild sanierten Zweiseithofes am Lutherplatz.

Malermeister Bill Quaas am Fenster seines nach historischem Vorbild sanierten Zweiseithofes am Lutherplatz.

Foto: Farrar

Eins vorweg: Malermeister Bill Quaas lebt und arbeitet am Lutherplatz in Meißen-Cölln und er lebt gerne dort!

 

Immerhin geht seine Familiengeschichte auf fast 100 Jahre im Stadtteil zurück. Damit fühle er sich schon ein bisschen als Teil der Geschichte im Stadtteil mit einer großen Portion Heimatgefühl. »Im Stadtteil ist in den vergangenen Jahren und Monaten viel passiert. Meißen Cölln wurde 2009 zum Sanierungsgebiet mit sieben Wertzonen ernannt und damit öffnete sich auch für viele Anwohner eine finanzielle Tür historischen Bausubstanz zu erhalten oder um zu nutzen«, erklärt der ansässige Handwerksmeister. Auch er selbst hat dies genutzt, um den historischen Zweiseithof am Lutherplatz 3 originalgetreu zu sanieren und als Firmenstandort herzurichten. Weiterhin wurde die Johannesschule saniert und erweitert, die Kita Sonnenschein saniert, der Spielplatz Lutherplatz geschaffen, die Zaschendorfer Straße und Loosestraße erneuert, Wiederherstellung der Stadtgärtnerei, energetische Sanierung des Landratsamtes und die Sanierung der Johanneskirche.

 

Für die Aufwertung des Stadtteils durch die Förderungen im Sanierungsgebiet wurden von den Bewohnern Ausgleichsbeiträge gezahlt, die bis 2025 wieder in den Stadtteil fließen werden. Dafür wurde bereits eine Prioritätenliste erstellt, die auch künftig eine positive Stadtteilentwicklung sichern soll. Geplant sind dabei primär: die Neugestaltung des Parkplatzes des Wochenmarktes, ehem. Busbahnhof (600.000 Euro), Sanierung der Gehwege Brauhausstraße, Cöllner Straße, Lutherstraße sowie Herbert-Böhme-Straße (340.000 Euro) und die Befestigung der Wiesengasse mit Neugestaltung der Ecke zur Dresdner Straße (60.000 Euro), heißt es aus der Bauverwaltung Meißen. Weitere Maßnahmen stehen auf einer Nachrückerliste: Die Umgestaltung der Kirchgasse, Errichtung eines Bolzplatzes und Erneuerungen der Johannesstraße oder Herbert-Böhme-Straße.

 

Bill Quaas will aber auch, dass das traditionelle Gesicht des Stadtteils erhalten bleibt: »Wir haben hier durch die Nähe zu den Weinbergen in Steillagen des Spargebirges eine ganz besondere Situation«, erklärt er. Die Bewirtschaftung der Reben in Steillage ist nicht einfach und schreckt viele Nachwuchshobbywinzer ab. Aber wenn man vielleicht die Parzellen auf 300 bis 500 Stöcke verkleinern würde, damit die Arbeit auch für Jüngere attraktiv und machbar bleibt, wäre das ein Schritt zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. »Nur, wenn die traditionelle Elbsicht mit Weinhängen, Weinbergsprojekten und der Jahrhunderte alten Weinwirtschaft attraktiv bleibt, können wir auch dieses Stück unserer Lebensqualität erhalten«, fügt Bill Quaas an.

 

2029 will Bill Quaas das 100-jährige Bestehen der Malermeisterfirma Quaas im Stadtteil Cölln feiern. Gegründet wurde 1929 an der Zaschendorfer Straße Ecke Loosestraße. Gefeiert werden soll dann am Lutherplatz.