Seitenlogo
tok

Strukturwandel-Trialog im Dreiländereck

Zittau. Drei Länder, drei Städte, eine Frage: Wie wollen wir leben? Der Städteverbund Kleines Dreieck hat eine Bürgerbefragung gestartet.
Die Städte Zittau, Bogatynia und Hrádek nad Nisou haben das Beteiligungsprojekt gemeinsam ins Leben gerufen. Am Anfang steht eine Bürgerbefragung mit 15 Fragen.

Die Städte Zittau, Bogatynia und Hrádek nad Nisou haben das Beteiligungsprojekt gemeinsam ins Leben gerufen. Am Anfang steht eine Bürgerbefragung mit 15 Fragen.

Bild: Keil/Screenshot: umfrage.wirtschaft-goerlitz.de

Die Frage wird seit Jahren vielfach diskutiert: Wie kann der Strukturwandel gelingen? Die Städte Bogatynia, Hrádek nad Nisou und Zittau haben dazu jetzt ein Beteiligungsprojekt gestartet, bei dem sie die Einschätzungen der Menschen aus dem Dreiländereck als Ausgangsunkt für weiteres Handeln heranziehen. „Unsere Region steht vor großen Herausforderungen. Der vor uns allen stehende Wechsel von einer durch den Kohleabbau geprägten Gesellschaft hin zu einer Zeit nach dem Bergbau bringt aufgrund der engen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Verflechtungen vielfältige Auswirkungen mit sich und wird unser Leben in der Dreiländerregion deutlich verändern“, heißt es in einer Projektbeschreibung. Mit dem neuen Projekt wolle man durch eine grenzüberschreitenden Bürgerbeteiligung eine Diskussion um eine gerechte Transformation der Region angestoßen. Das Projekt trägt den Titel „Wie wir leben wollen - Trialog im Dreiländereck“ und wird von der Robert-Bosch-Stiftung über das Programm „Common Ground – Über Grenzen mitgestalten“ gefördert. Die Stiftung hat neben sieben weiteren Grenzregionen in Deutschland den Städteverbund für eine Förderung ausgewählt.

 

Ausgangspunkt ist eine Bürgerbefragung. Der entsprechende Fragebogen kann sowohl in Papierform bei ausgewählten Veranstaltungen als auch Online ausgefüllt werden. In Zittau gibt es die Fragebögen zum Beispiel beim Tag des offenen Denkmals und beim Trödelmarkt im September. „Darüber hinaus werden Zittauer Vertreter des Projektteams an zwei Sonnabenden Fragebögen auf dem Marktplatz verteilen“, sagt Projektkoordinator Dr. Jörg Kracik. Wissen wollen die drei Projektpartner von den Menschen in Polen, Tschechien und Deutschland, wie sie das gegenwärtige Leben in der Dreiländerregion einschätzen und welche Wünsche, Vorstellungen und Visionen sie für die zukünftige Entwicklung haben? Über eine möglichst breite Bürgerbeteiligung will man herausfinden, welche positiven und negativen Elemente das Leben in der Dreiländerregion aus der persönlichen Sicht der Befragten bestimmen. „Das ist bislang noch nicht auf allen drei Seiten in umfassender Form erfasst worden“, sagt Kracik. Die Online-Befragung endet am 15. Oktober 2023. Der Fragebogen ist auf der Internetseite des Projektes unter www.trialog.vision  zu finden.

 

Konkrete Vorhaben und Maßnahmen ableiten

 

Die Auswertung übernimmt eine beauftragte Gesellschaft. „Anhand dieser Angaben ermittelt das Projektteam die Themenbereiche, die in den Antworten am häufigsten aufgeworfen wurden. Für jeden Themenbereich werden anschließend Workshops organisiert“, erklärt Dr. Jörg Kracik. Zu den Workshops werden interessierte Bürger und fachbezogene Vertreter aus den Stadtverwaltungen hinzugezogen. Am Ende der Arbeit und Diskussionen soll eine zusammenfassende Aufstellung konkreter Vorhaben und Maßnahmen stehen, die in Planungs- und Entwicklungskonzeptionen der Partnerstädte einfließen sollen. „Die Workshops veranstaltet zunächst jede Seite in eigener Regie. Erst in der Endphase des Diskussionsprozesses werden die jeweiligen Ergebnisse in gemeinsamen Veranstaltungen zusammengeführt“, so Kracik. Die Ergebnisse sollen aber nicht nur den drei Städten bei ihren Planungen helfen. Der Projektkoordinator sieht darin auch ein „gewichtiges Signal“ an politische Entscheidungsträger oder kommunale Verwaltungen. „Je mehr Bürger sich also an der Befragung und dem Diskussionsprozess beteiligen, desto stärker wäre auch die Legitimität der Ergebnisse.“


Meistgelesen