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Polizei dankt zwei Bankmitarbeiterinnen

Im Februar bekamen zwei Bankmitarbeiterinnen in Niesky Besuch von der Polizei. Die wollte danke sagen. Denn die Frauen hatten eine Kundin davor bewahrt, 11.000 an Betrüger zu verlieren.
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Polizeirätin Susanne Heise (rechts) bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei den beiden Bankmitarbeiterinnen aus Niesky. Foto: Polizei

Polizeirätin Susanne Heise (rechts) bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei den beiden Bankmitarbeiterinnen aus Niesky. Foto: Polizei

Eine 76-jährige Frau aus Niesky hat es zwei Mitarbeiterinnen der Nieskyer Filiale der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien, dass sie nicht noch mehr Geld an Betrüger verloren hat. Am 10. Februar bedankte sich Polizeirätin Susanne Heise persönlich bei den Bankmitarbeiterinnen.

Was war passiert?

Eine 76-Jährige aus Niesky war zwischen 6. und 13. Januar mehrmals auf Telefonbetrüger reingefallen. Insgesamt verlor die Seniorin über 20.000 Euro. Im ersten Anruf versprachen ihr die Kriminellen einen Gewinn von mehr als 140.000 Euro. Um an das Geld zu kommen, sollte die Frau Amazon-Geschenkkarten im Wert von 200 Euro kaufen und die Codes am Telefon durchgeben. Das tat sie. Am Tag darauf klingelte es erneut bei der Seniorin. Eine Transfergebühr von über 4.000 Euro sei noch fällig, um die Gewinnsumme ausgezahlt zu bekommen. Die Nieskyerin überwies den Betrag. Wenige Tage später riefen die Betrüger wieder an. Schließlich sei auf den Gewinn noch eine Steuer in Höhe von knapp 16.000 Euro fällig. Die Geschädigte schickte das geforderte Geld auf ein chinesisches Konto. Weitere zwei Tage später meldeten sich die Betrüger wieder. Eine Bürgschaft von mehr als 11.000 Euro müsse die Dame noch einzahlen. Die 76-Jährige machte sich mit dem Überweisungsträger auf zur Bank. Die Masche wäre vielleicht noch weitergegangen, wären die beiden Bankmitarbeiterinnen nicht stutzig geworden. Zuerst kam einer Bankangestellten am Kassenschalter die Überweisung an ein chinesisches Konto merkwürdig vor. Sie zog daraufhin ihre Kollegin zum Sachverhalt hinzu. Beide Frauen durchschauten die Situation, hinterfragten das Vorhaben noch einmal und erläuterten der Rentnerin schlussendlich, dass sie vermutlich einem Betrug aufgesessen war. Auch ermutigten sie die ältere Dame, umgehend Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Mit jeweils einem kleinen Präsent würdigte die Görlitzer Revierleiterin das beherzte Eingreifen der Sparkassenangestellten. „Sie dankte damit auch stellvertretend allen anderen Bediensteten in Kreditinstituten, welche bei Ungereimtheiten im Zusammenhang mit lebensälteren Kunden und größeren Geldbeträgen lieber einmal mehr nachfragen“, teilt die Polizeidirektion Görlitz mit. Susanne Heise ermutigte, weiterhin achtsam zu bleiben, bei Widersprüchen dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen, die Polizei zu informieren und so den Betrügern keine Gelegenheit zur Vollendung ihrer Tat zu geben.

Die Kriminalpolizei rät

Betrügerische Anrufe sind keine Einzelfälle. Immer wieder versuchen es Betrüger mit Gewinnversprechen oder gaukeln vor, ein Verwandter sei an Corona erkrankt und brauche Geld für ein Medikament. In einigen Fällen täuschen Kriminelle vor, eine nahestehende Person habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Damit sie nicht ins Gefängnis kommt, sei eine vermeintliche Kaution oder eine Strafe bei Polizei oder Staatsanwaltschaft zu bezahlen. „Diese Stichworte sollten bei Ihnen sofort die Alarmglocken schrillen lassen! Gehen Sie niemals auf Geldforderungen am Telefon ein. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über solche Vorfälle und informieren Sie die Polizei“, teilt die Polizeidirektion Görlitz mit. Weitere Informationen und Tipps zur Prävention erhalten Sie auf der Homepage der Polizei Sachsen für den Bereich der Polizeidirektion Görlitz unter dem Link: https://www.polizei.sachsen.de/de/74710.htm


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