Alf Wallner

kommentiert: Keine Selbstverständlichkeit

Ein Kommentar von Alf Wallner, Geschäftsführer der Konrad Zuse Akademie, Hoyerswerda

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Alf Wallner ist Geschäftsführer der Konrad Zuse Akademie in Hoyerswerda.

Alf Wallner ist Geschäftsführer der Konrad Zuse Akademie in Hoyerswerda.

Foto: Privat

In vielen Bundesländern sind Ferien. Die Schüler genießen die freie Zeit, erholen sich gemeinsam mit ihren Eltern im Urlaub oder nutzen die zahlreichen Ferienangebote der Region.

Bei den Lehrern sind die Planungen und Vorbereitungen auf das neue Schuljahr im vollen Gange. Das gestaltet sich nicht immer einfach, denn mit dem Start in das neue Schuljahr soll ja auch vor jeder Klasse ein Lehrer stehen und den Unterricht gestalten. Es klingt wie eine Selbstverständlichkeit, ist es aber leider nicht.

 

Nach wie vor bleiben in vielen Schulen Stellen unbesetzt. Es gibt einfach zu wenige Pädagogen in den Schulen und nur durch das überdurchschnittliche Engagement der Lehrerschaft lassen sich größere Stundenausfälle verhindern. Das Problem jedoch ist nicht neu. Bereits seit vielen Jahren weisen Gewerkschaften sowie Lehrer- und Elternverbände auf diesen Umstand hin. Passiert ist jedoch viel zu wenig. Erst seit kurzer Zeit bemüht sich das Kultusministerium darum, den Lehrerberuf wieder attraktiver für junge Menschen zu machen. Die überaus engagierten Quereinsteiger der letzten Jahre können das Problem allein nicht lösen.

 

Vielleicht liegt eine Ursache des Lehrermangels ja auch im System der Ausbildung begründet. Ein fünfjähriges Hochschulstudium mit anschließendem Referendariat summieren sich schnell auf eine siebenjährige Ausbildung. In der freien Wirtschaft kann man in diesem Zeitraum durchaus schon gutes Geld verdienen. Zudem kann hinterfragt werden, ob wirklich alle in Studium und Referendariat vermittelten Inhalte für eine qualitativ gute pädagogische Ausbildung notwendig sind. Eine Reform des Ausbildungssystems scheint mit dringend geboten. Eine qualitativ hochwertige Schulbildung ist das Wichtigste, das wir unseren Schülern mit auf den Lebensweg geben sollten. Dieses gelingt jedoch nur, wenn auch die Rahmenbedingungen an den Schulen stimmen. Es liegt an uns allen, dieser Verantwortung auch gerecht zu werden.

 

Das passende Video gibt‘s auch im LAUSITZWELLE Fernsehen in der Drehscheibe Lausitz: im Livestream unter www.lausitzwelle.de, auf youtube.com/LAUSITZWELLE, im Kabelfernsehen sowie via DVB-T2 (Kanal 27) und MagentaTV ab 18 Uhr sowie im Satellitenprogramm bei SachsenEins ab 18.30 Uhr.