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Ja zum WZV-Beitritt

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Bisher waren die Stadtwerke zuständig, 2023 übernimmt eine kommunale Gesellschaft im Verbands-gebiet des WZV die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Zum WZV gehören Boxberg, Gablenz, Groß Düben, Krauschwitz, Schleife, Trebendorf, Weißkeißel und Spreetal (Landkreis Bautzen). Und durch die Entscheidung des Stadtrates jetzt auch Weißwasser.

Bisher waren die Stadtwerke zuständig, 2023 übernimmt eine kommunale Gesellschaft im Verbands-gebiet des WZV die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung. Zum WZV gehören Boxberg, Gablenz, Groß Düben, Krauschwitz, Schleife, Trebendorf, Weißkeißel und Spreetal (Landkreis Bautzen). Und durch die Entscheidung des Stadtrates jetzt auch Weißwasser.

Foto: Unsplash

Weißwasser. Die Entscheidung ist gefallen. Die Stadt Weißwasser tritt dem Wasserzweckverband "Mittlere Neiße-Schöps" bei. Die Stadtwerke sind damit das Wassergeschäft los.

 

Wer ist ab 2023 für die Wasserver- und Abwasserentsorgung in Weißwasser zuständig? Darüber entschied der Stadtrat am 8. Juni bei einer Sondersitzung. Die Optionen: Dem Wasserzweckverband (WZV) "Mittlere Neiße-Schöps" beitreten und die Wasserversorgung rekommunalisieren oder eben nicht beitreten und die Leistungen ausschreiben.

 

Genau diese Entscheidung ist jetzt gefallen. Der Stadtrat entschied sich für die Option WZV, zehn Räte votierten dafür, fünf stimmten dagegen und fünf enthielten sich. Damit übernimmt eine neue kommunale Gesellschaft ab 2023 das Wassergeschäft im Verbandsgebiet des Zweckverbands, zu dem in Zukunft auch die Stadt Weißwasser gehören wird. Die Stadtwerke verlieren damit das Wassergeschäft komplett und damit etwa ein Drittel ihres Umsatzes.

 

Nachdem der Wasserzweckverband im Februar entschieden hatte, die Wasserversorgung im Verbandsgebiet selbst in die Hand zu nehmen, wurde mit Spannung erwartet, wie sich Weißwasser entscheidet. Was die beste Lösung ist, darüber gingen die Meinungen im Vorfeld auseinander. Auch in der Stadtratssitzung meldeten sich die Fraktionen nochmals zu Wort.

 

So sprach Kathrin Jung für die Fraktion CDU/SPD davon, dass der Betritt mit weit mehr Risiken als Chancen verbunden sei. Dass man die ersten Zahlen erst Anfang des Jahres bekommen habe, sei bei einer so wichtigen Entscheidung aus ihrer Sicht ein zu kurzer Zeitraum.

 

Anders sah es beispielsweise Hans-Eckhard Rudoba, der für Die Linke im Stadtrat sitzt. Er kritisierte zunächst, wie andere Redner auch, das die Diskussion in den vergangenen Tagen und Wochen von zunehmender Schärfe geprägt gewesen sei und räumte ein, dass die Zahlen, die die Berater der Stadt und der Stadtwerke vorgelegt hätten, unterschiedlich gewesen seien. Letztlich überwiegen aber aus seiner Sicht die Vorteile, etwa, dass erwirtschaftete Gewinne in Zukunft in der Region bleiben.

 

Stadtwerke bereiten Betriebsübergang vor

 

"Die heutige Entscheidung hätten wir uns anders gewünscht und werden sie prüfen. Sie ist nach unseren Einschätzungen nicht wirtschaftlich und damit nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Weißwasser", sagte Katrin Bartsch, Geschäftsführerin der Stadtwerke Weißwasser, kurz nach der Stadtratssitzung. Der Verlust der Wassersparten stelle die Stadtwerke aber auch die Stadt aus Sicht der SWW vor extreme Herausforderungen Jetzt gehe es darum, die Neuorganisation des Unternehmens weiter umzusetzen, um die Vorrausetzungen für den Betriebsübergang zu schaffen. Die Umstrukturierung erfolge bereits zum 1. Juli 2022, um die 43 Arbeitsplätze sowie 2 Azubis im Bereich Trink- und Abwasser Stadt und Umland und die Inhalte der Arbeitsverträge aller Mitarbeitenden zu schützen. Außerdem werde man alles daransetzen, erfolgreich aus den aktuellen Ausschreibungen für die Energie- und Gaskonzession herauszugehen.