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Forum zum Thema Organspende

Görlitz. In einem Gesundheitsforum für Bürger widmet sich das Carolus-Krankenhaus dem Thema Organspende. Es geht um Hintergründe, Abläufe und die aktuelle Situation in Sachsen.

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Zur Organspende braucht es in Deutschland eine aktive Bereitschaftserklärung. Das geht per Organspendeausweis, kann aber auch in einer Patientenverfügung festgehalten werden.

Zur Organspende braucht es in Deutschland eine aktive Bereitschaftserklärung. Das geht per Organspendeausweis, kann aber auch in einer Patientenverfügung festgehalten werden.

Foto: St. Carolus Krankenhaus/St. Hänsch

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Organspender immer weiter nach unten gegangen. 400 Patientinnen und Patienten standen im Oktober 2022 in Sachsen auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation hatte in dieser Zeit 52 Organspender in Sachsen registriert, die 152 Organe gespendet haben. Gründe sich als Spender zu registrieren, gibt es viele, leider auch Vorbehalte und Ängste. »Aufklärung über Organspende und die Auseinandersetzung mit den Hintergründen und Fakten helfe eine selbstbestimmte Entscheidung zu treffen, ohne sich durch Halbwissen oder Vorurteile leiten zu lassen« sagt Uwe Treue, Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am St. Carolus. Im Prozess einer Organspende arbeitet das Krankenhaus eng mit der DSO zusammen.

 

Das St. Carolus Krankenhaus widmet sich deshalb am 25. Januar in seinem ersten Gesundheitsforum für Bürger diesem Thema. Die Veranstaltung bietet die Gelegenheit, Fragen zu stellen und verlässliche Antworten zu bekommen. Dr. Treue begrüßt als Gast Konrad Pleul, den Organspendekoordinator der DSO Region Ost. Die Referenten werden über den Ablauf einer Organspende sowie über die ethischen und rechtlichen Grundlagen sprechen und im Speziellen auf Vorbehalte und Ängste zu diesem Thema eingehen - beispielsweise die Sorge von Angehörigen, es würde im Ernstfall um den Preis der Organentnahme zu wenig an intensivmedizinischem Bemühen zum Erhalt des Lebens getan. In persönlichen Erfahrungsberichten wird Dr. Treue schildern, wie er den Prozess vom ersten Gespräch mit den Angehörigen bis zur definitiven Organentnahme erlebt hat. Konrad Pleul erläutert den Ablauf aus der Sicht eines erfahrenen Transplantationskoordinators der DSO. Die Experten wollen bestehende Vorurteile in der Bevölkerung zum Thema Organspende ausräumen und für die Organspende Bereitschaft sensibilisieren.

 

Wer gilt in Deutschland als Spender?

 

Die Widerspruchslösung ist die am meisten verbreitete Organspende-Regelung in Europa. Sie gilt unter anderem in Frankreich, Irland, Italien, Österreich und Spanien und in 12 weiteren europäischen Ländern. Deutschland ist fast das einzige Land in Europa, das diese Regelung ablehnt. Nach jahrelangen Diskussionen hatte der Bundestag erst im Januar 2020 die Organspende reformiert. Als Spender gilt in Deutschland nur, wer aktiv seine Bereitschaft erklärt. Der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn hatte versucht, die Widerspruchsregelung zu implementieren, diese wurde aber vom Bundestag gekippt.


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