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Krankenstand im Landkreis steigt

Der Krankenstand im Landkreis Elbe-Elster ist 2015 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte.
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Mit 5,1 Prozent gab es in der Region allerdings noch einen geringeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (5,2 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 51 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Brandenburg wurde mit 5,8 Prozent in Frankfurt (Oder) verzeichnet, der niedrigste mit 4,5 Prozent in der kreisfreien Stadt Potsdam. Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis Elbe-Elster zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage erfolgten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen (22,3 Prozent). Diese Diagnose war Ursache für mehr als jeden fünften Fehltag. Atemwegserkrankungen wie Erkältungen oder Bronchitis kamen mit 16,1 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen mit 15,6 Prozent auf Rang drei. Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände landeten mit 10,8 Prozent auf Position vier. Das ist insofern bemerkenswert, als dass diese Erkrankungen in anderen Regionen und landesweit eine größere Rolle spielten. Frauen im Landkreis haben zehn Prozent mehr Fehltage als Männer Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Brandenburg und im Landkreis Elbe-Elster aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Ein Fazit: Frauen fehlen landesweit häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 20 Prozent höher. Im Landkreis Elbe-Elster betrug der Unterschied allerdings nur 10 Prozent. Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern in der Region
Im Landkreis leiden Männer häufiger (plus 174 Prozent) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen haben Frauen in der Region 120 Prozent mehr Ausfalltage. Auch bei den Krebsleiden liegen sie mit 63 Prozent deutlich über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. Frauen neigen zu Präsentismus
Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom Präsentismus: 70 Prozent der Frauen in Brandenburg waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern 63 Prozent. Als Hauptgrund gaben Frauen in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (gut 83 Prozent). (pm)


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