Bernd Witscherkowsky

»Doppelwumms« auf 2023

Doberlug-Kirchhain. Der größte Arbeitgeber der Stadt expandiert und der Bahnhof wird zum »Tor der Lausitz«. Zwei »Böller«, die beim Neujahrsempfang der Stadt mit der Heeresinstandsetzungslogistik GmbH (HIL) nochmal zur Zündung kamen.

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Volles Haus beim ersten Neujahrsempfang nach den Corona -Jahren. Und auch ein guter Grund für Christian Jaschinski (Landrat) , Ministerpräsident Dietmar Woidke, Bürgermeister Bodo Broszinski und Sascha Franz (HIL-Geschäftsführer) im Refektorium von Schloss Doberlug auf 2023 anzustoßen (v.l.).

Volles Haus beim ersten Neujahrsempfang nach den Corona -Jahren. Und auch ein guter Grund für Christian Jaschinski (Landrat) , Ministerpräsident Dietmar Woidke, Bürgermeister Bodo Broszinski und Sascha Franz (HIL-Geschäftsführer) im Refektorium von Schloss Doberlug auf 2023 anzustoßen (v.l.).

Foto: wit

Drei Jahreswechsel ohne festlichen Start haben zwar die Kassen der Stadtkämmerei geschont, aber auch die mediale Aufmerksamkeit auf geplante Leuchtturmprojekte etwas in den Hintergrund treten lassen. Dabei haben beide Vorhaben durchaus etwas von einem »Doppel-Wumms«.

Besuch aus Potsdam

Umso gelöster dann auch die Festansprache von Bodo Broszinki, zumal mit Dietmar Woidtke diesmal auch höchster Besuch aus Potsdam dabei war. »Hinter uns liegen aufregende, bewegte Zeiten voller Herausforderungen und Umstellungen gewohnter Strukturen - Corona hatte uns seit Anfang 2020 ziemlich fest im Griff. Umso mehr sollten wir jetzt, wo hoffentlich das Schlimmste hinter uns liegt, wieder in eine positive Zukunft blicken«, so das Stadtoberhaupt. Wobei der Bürgermeister damit wohl auch seinem Co-Gastgeber Stefan Weidemann (Werkleiter der HIL) aus dem Herzen gesprochen haben dürfte. Denn beide können sich den Zukunftsoptimismus durchaus teilen, zumal in den nächsten Jahren sowohl am Stadtrand bei der HIL als auch in der Doppelstadt einiges passieren soll, im positivsten Sinne. Zum einen der Ausbau der HIL GmbH zum »Kompetenzzentrum Rad« der Bundeswehr und zum anderen der Ausbau des städtischen Bahnhofs zum so genannten »Lausitz Gate«.

Tor der Lausitz

Womit in beiden Fällen Arbeitsplätze und mehr Attraktivität verbunden sein dürften und auch der Ministerpräsident einige Vorschusslorbeeren überreichte: »Mit großem Elan hat sich Doberlug-Kirchhain zu einem Anker im ländlich geprägten Süden unseres Landes entwickelt. Darauf darf die ganze Region durchaus stolz sein«, so Woidke beim Neujahrsempfang. Und was die Entwicklung des HIL-Werkes am hiesigen Standort angeht, könnte sich der MP eigentlich selbst einen kleinen Kranz aufsetzen. Schließlich war es Woidke, der sich 2019 gegenüber dem Bund vehement für eine sichere Zukunft des Militärdienstleisters eingesetzt hatte und sich gegen Privatisierungsfantasien stemmte: »Die HIL ist für die Sicherheit Deutschlands unverzichtbar. Ich freue mich sehr, dass der Bund jetzt sogar den Ausbau des Werkes zum ‚Kompetenzzentrum Rad‘ vorantreibt. Das verspricht 140 neue Arbeitsplätze und 42 Millionen Euro Investition«, wie er sagte. Bund, Land, Kommune und HIL würden in einer Task Force gemeinsam an dem Vorhaben arbeiten, was bis 2031 umgesetzt sein soll. Ein erstes Teilprojekt sei bereits realisiert worden: In der neu errichteten Watanlage mit einem Volumen von 60.000 Liter werden bereits jetzt Panzer- und Antriebsteile auf ihre Dichtigkeit geprüft, der WochenKurier hat berichtet.

Mehr Attraktivität für Stand und Umland verspricht auch das Projekt »Lausitz Gate«. Als Knotenpunkt auf den Bahnstrecken Leipzig-Cottbus und Berlin-Dresden will die Stadt den historischen Bahnhof zu einem Zentrum für Reisende und Einheimische mit Gastronomie, Co-Working-Space und Wohnungen ausbauen. Das Vorhaben soll aus dem Strukturstärkungsgesetz gefördert werden und befindet sich wohl bereits im Qualifizierungsprozess der Wirtschaftsregion Lausitz.


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