Branczeisz

"Wir schließen keine Bibliotheken,  Museen oder Turnhallen"

Dresden. OB Dirk Hilbert plädiert dafür, Sparmaßnahmen klug abzuwägen.

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Licht fasziniert Menschen seit jeher. Um Licht ging es jetzt auch im Dresdner Stadtrat.

Licht fasziniert Menschen seit jeher. Um Licht ging es jetzt auch im Dresdner Stadtrat.

Foto: Jürgen Maennel

Stromkunden der DREWAG zahlen ab Januar einen Verbrauchspreis von 39 Cent pro Kilowattstunde. In Leipzig sind es 52 Cent, in München sogar 61 Cent. OB Dirk Hilbert sagt dazu im Stadtrat: »Die Sachsen- Energie schafft dies, ohne auf Zahlungen, Kredite oder Bürgschaften von Kommunen angewiesen zu sein. Das ist keine Selbstverständlichkeit.«

Der Energieversorger arbeite daran, dass Entlastungen schnell beim Kunden ankommen. Dafür müssen die Entlastungen in 110.000 Verträge mit Gaskunden - alleine Privat- und Gewerbekunden - und 630.000 Stromkunden in enormem Tempo eingebucht werden. Die Dezember-Abschläge werden nicht eingezogen. »Das ist kein normales Geschäft, sondern ein Kraftakt«, so Hilbert. Pro Woche bearbeitet das Servicecenter dazu 25.000 Anrufe.

Die Stadt hat ihrerseits im September und Oktober in Schulen um bis zu 25 Prozent weniger Energie verbraucht, beim Straßenlicht wurden 220.000 Kilowattstunden aufs Jahr gerechnet gespart. Der Stromverbrauch im Rathaus ist zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent gesunken. Zum Beschluss „Licht an“ haben Frauenkirche und Kreuzkirche abschlägig auf die Anfrage des OBs geantwortet, ob die Kirchen angestrahlt werden. Der Freistaat hat keine Antwort gegeben. Hilbert geht davon aus, dass Landes-Gebäude nicht beleuchtet werden.

Für die Stadt Dresden habe er entschieden, dass die Augustusbrücke beleuchtet und angestrahlt wird. Beides gehört unmittelbar zu den Weihnachtsmärkten auf Alt- und Neustädter Seite. Ein angestrahltes Rathaus dagegen nicht. Hilbert plädiert dafür, Sparmaßnahmen klug abzuwägen. Sporthallen nach dem Unterricht nicht zu nutzen, würde ein Vielfaches an Ersparnis bringen, »doch das werden wir nicht ohne gesetzliche Anordnung tun, wir schließen auch keine Bibliotheken und Museen«.


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