Carola Pönisch

Was macht ein Ticketentwerter auf dem Klinikflur?

Dank der Kreativität und tatkräftigen Unterstützung der Dresdner Verkehrsbetriebe können sich die Patienten der Autismus-Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden über eine ganze besondere Gestaltung freuen.
Bilder
Dr. Katja Albertowski, Leiterin der Autismus-Ambulanz, zeigt Mathilda (6) den originalen Fahrkartenentwerter, den das DVB-Team auf  der Spieltafel montiert hat. Foto: Uniklinikum / H. Ostermeyer

Dr. Katja Albertowski, Leiterin der Autismus-Ambulanz, zeigt Mathilda (6) den originalen Fahrkartenentwerter, den das DVB-Team auf der Spieltafel montiert hat. Foto: Uniklinikum / H. Ostermeyer

Wer die Autismus-Ambulanz betritt, sieht einen rund 50 Meter langen Flur. Geteilt durch eine Feuerschutztür reihen sich auf jeder Seite etwa zehn Türen. Dahinter passieren ganz unterschiedliche Dinge: Da ist der Raum, in dem sich Patienten und Eltern anmelden können, gegenüber ist der Warteraum, hinter der Tür dann die Kunsttherapie und weitere Therapieräume sowie Büros. Hier das richtige Zimmer zu finden und sich nicht von der fremden Umgebung verunsichern zu lassen, ist für die hier behandelten Kinder und Jugendlichen nicht ganz einfach. Gegen das Tunnelgefühl auf dem Ambulanzflur hat Britta Fahr angearbeitet. Die Dresdner Kunsttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie hat das gesamte Gestaltungskonzept entworfen, wobei der Schwerpunkt auf der Farbgebung lag. In dem Ton „taupe“ gehaltene, wiederkehrende Flächen strukturieren den Gang neu. Damit er nicht in der Leere einer weißen Wand mit dem grauen Ausblick auf ein Nachbargebäude endet, erhielt diese Wand einen grasgrünen Anstrich. Neben der neuen Gestaltung in Form farblicher Akzente finden die Patienten mit Störungen des Autismus-Spektrums in der Ambulanz nun Flächen zum Spielen und Innehalten. Der Ambulanzflur hat so eine Struktur erhalten, die den Eindruck eines gerade für kleinere Kinder unendlich langen Gangs aufhebt. Sie erleben den Flur als eine Welt von Bus und Straßenbahn der Dresdner Verkehrsbetriebe: Rechts eine Griffstange mit der Taste für den Haltewunsch, links ein orangefarbener Entwerter für die Fahrkarten. Auch der typisch schwarz-gelbe Stoff der Sitze und ein Puzzle sowie weitere Bilder vom DVB-Maskottchen „Leo“ gehören dazu.


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