pm/ck

Mehr Rotwein für das Elbtal

Radebeul. Schloss Wackerbarth bepflanzt einen weiteren Weinberg mit der neuen Sorte Pinotin und testet so das Potenzial neuer Rotweine im Weinbaugebiet Sachsen.

Bilder
Wackerbarths Weinbauleiter Till Neumeister präsentiert die jungen Pinotin-Reben.

Wackerbarths Weinbauleiter Till Neumeister präsentiert die jungen Pinotin-Reben.

Foto: PR

Um das Potenzial neuer Rotweine für das Weinbaugebiet Sachsen zu testen, reben die Winzer von Schloss Wackerbarth Anfang Mai einen Weinberg in Weinböhla neu auf. Auf der 1,9 Hektar großen Fläche, auf der bereits vor 20 Jahren die weiße Sorte Kerner angebaut wurde, wachsen zukünftig wieder 8.000 Pinotin-Reben. Diese moderne, pilzwiderstandsfähige Rotweinsorte kreuzte der Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner vor 21 Jahren aus dem Spätburgunder. Ähnlich wie dieser treibt Pinotin spät aus und ist damit nicht stark frostgefährdet. Die Neuzüchtung verspricht auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen robuste Erträge. Im Glas erinnert sie an den Spätburgunder, jedoch mit mehr Farbdichte und Tiefe. Typisch sind Aromen von Waldfrüchten. Bereits im vergangenen Jahr rebten Wackerbarths Winzer auf der Seußlitzer Heinrichsburg in Diesbar-Seußlitz eine 0,8 Hektar große, frostgefährdete Flachlage mit 3.500 Pinotin-Rebstöcken neu auf.

 

Mit einem Versuchsanbau auf dem Johannisberg in Radebeul geben Wackerbarths Winzer seit letztem Jahr einen weiteren Impuls für die Entwicklung des sächsischen Rotweins: Auf der Steillage mit mineralischem Boden haben 6.500 Rebstöcke der französischen Rotweinsorte Gamay ein neues Zuhause gefunden. Schloss Wackerbarth ist damit das erste Weingut in Sachsen und auch eines der ersten Weingüter in ganz Deutschland, das diese traditionelle Rebsorte in die deutschen Weinberge zurückbringt.

 

Bevor die jungen Reben in Weinböhla, Diesbar-Seußlitz und Radebeul ihr volles Rotwein-Potenzial zeigen können, ist Zeit und Geduld gefragt. In den ersten drei Jahren steht der Aufbau eines robusten und gesunden Rebstocks im Vordergrund. Erst in den Weinjahren 2024/25 lesen Wackerbarths Winzer voraussichtlich die ersten Rotweintrauben der neu gepflanzten Reben.