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Eggerts Ostwind – Deutsche Führung

Das jüngste NATO-Gipfeltreffen fand in Warschau statt. Leute, die hinter allem ein Kalkül vermuten, mindestens aber keinen Zufall, werden diese Ortswahl für das wichtigste Jahres-Treffen des Militärbündnisses als starkes Symbol begreifen:
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Vor reichlich 25 Jahren brach der „Warschauer Pakt" auseinander. Wer bis dato nicht begriffen hatte, wer als Sieger aus dem Kalten Krieg hervorgegangen war, konnte es nun nicht mehr übersehen. Ein viertel Jahrhundert später tagten also die Chefs der NATO-Staaten in einer der Zentralen des alten Gegners – und begnügten sich nicht mit einer Gedenkfeier. Sie beschlossen, aufzurüsten gegen den alten Hauptfeind, der nun nicht mehr Sowjetunion, sondern Russland heißt. Dessen Aggressionen müssten eingedämmt, Militärschläge gegen Polen, gegen die baltischen Staaten verhindert, Abschreckung aufgebaut werden, und zwar derart, dass Putin samt seiner Generale endlich klein bei geben. Die neuen NATO-Truppen in Litauen werden wesentlich von der Bundeswehr gestellt und unter deutscher Führung stehen. Auch hierzu eine Erinnerung: Vor jetzt 72 Jahren standen letztmals deutsche Soldaten auf litauischem – damals sowjetischen – Boden, erreichten die ersten Einheiten der Roten Armee die Reichsgrenze. Nach einem mörderischen Befreiungs-Krieg. Ob das „die Russen" mittlerweile vergessen haben? Einige Deutsche wohl schon. Ihr Hans Eggert