Hauptsymptom für Covid-19: Woran erkenne ich Fieber?

Ratgeber. Die Corona-Krise stellt unseren Alltag auf den Kopf und Viele fragen sich aktuell: Könnte ich mit Covid-19 infiziert sein? Leider sind die Symptome der Infektion recht unspezifisch und lassen sich ohne einen Test nur schwer von Grippe oder Erkältung unterscheiden.

Ein Hauptsymptom ist aber wissenschaftlich gesichert: Neben Husten ist Fieber das häufigste Symptom bei einer Ansteckung mit dem Corona-Virus (Quelle: RKI ). Die Vergleich.org-Redaktion klärt in Infografiken auf: Wie erkenne ich Fieber bei mir oder meinem Kind?

Normale Körpertemperatur: Die Durchschnittstemperatur des Körpers liegt bei
Erwachsenen, Kindern und Babys bei 36,5 - 37,5°C.

  • Erhöhte Temperatur: Ab 37,5°C haben Erwachsene, Kinder und Babys eine erhöhte Temperatur.
  • Fieber: Ein echtes Fieber beginnt bei einer Körpertemperatur von über 38°C bei Erwachsenen und über 38,5°C bei Kindern und Babys.
  • Hohes Fieber: Als hohes Fieber gilt bei Erwachsenen eine Temperatur von 39 - 40°C, bei Kindern eine Temperatur von 39 - 41,5°C.
  • Extrem hohes Fieber: Von einer “Hyperpyrexie”, also extrem hohen Fieber, spricht man ab 40°C bei Erwachsenen. Ab 42,5°C kann Fieber für Erwachsene, ab 41,5°C für Kinder und Babys tödlich sein.

Neben (trockenem) Husten ist Fieber ist eines der Hauptsymptome einer Infektion mit dem Coronavirus. Ein neu entdecktes, einzigartiges Symptom sind laut dem Virologen Hendrik Streeck auch ein  verschlechterter oder ganz verloren gehender Geruchs- und Geschmackssinn
(ohne Schnupfen).

Fieber als Abwehrreaktion des Körpers

Warum bekommen wir bei Infekten eigentlich Fieber? Grundsätzlich handelt es sich bei der Erhöhung der Körpertemperatur um einen sinnvollen Mechanismus des Körpers, um mit Krankheitserregern fertig zu werden. Bei einer höheren Körpertemperatur laufen die Abwehrprozesse des Körpers schneller ab. Der Körper kann so besonders effizient gegen die Infektion kämpfen und bildet vermehrt Abwehrstoffe.

Hilfreiches Hausmittel: Wadenwickel

Gut zum Senken von moderatem Fieber geeignet ist dieses alte Hausmittel. Für fiebersenkende Wickel müssen die Tücher kälter als die Körpertemperatur sein. Die Wickel an den Waden anlegen und wieder abnehmen, sobald sie die Körpertemperatur angenommen haben (meist nach ca. 10 Minuten). Bei Kindern sollte man Wickel frühestens ab 18 bis 24 Monaten und nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden.

Rektale Messung:

  • genaueste Form des Messens
  • um die Messung angenehmer zu gestalten, Thermometerspitze mit Vaseline o. Ä. einfetten

Fiebermessung im Mund:

  • bis zu 30 Minuten vorher nichts Warmes oder Kaltes essen oder trinken
  • Thermometerspitze unter die Zunge legen                                                                                   
  • während der Messung Lippen geschlossen halten
  • daher bei Schnupfen oder Problemen mit der Nasenatmung nicht geeignet

Messen unter der Achsel:

  • weit verbreitet und bequem, aber:ungenaueste Methode, Abweichungen bis zu 2 Grad möglich
  • außerdem längste Methode (5 Minuten)

Ohrthermometer:

  • angenehm, gerade für Kinder
  • weniger genau als rektale Messung
  • nicht geeignet bei Neugeborenen und bei Mittelohrentzündung

Stirnthermometer:

  • praktisch, aber auch recht ungenau
  • Vorteil: Messung bei Kindern im Schlafmöglich

pm/Vergleich.org

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Wie funktionieren Antikörpertests?

Ratgeber. Mittlerweile ist die Diskussion, mithilfe von Antikörpertests festzustellen, wer bereits mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen ist, auch in der Politik angekommen – Jens Spahn spricht unter anderem von möglichen Massenscreenings und Immunitätsausweisen. Das Berliner Pharmaunternehmen PharmACT AG brachte bereits Anfang März den weltweit ersten hochsensiblen SARS-CoV-2-Schnelltest auf den Markt, der Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut detektiert – ohne Labor und innerhalb von 20 Minuten. Der Schnelltest hat neben der CE-Kennzeichnung auch eine internationale Apothekennummer. Dr. med. Gunther Burgard, medizinischer Direktor der PharmACT AG, beantwortet im Folgenden die häufigsten Fragen zu den Antikörpertests. Was unterscheidet den normalen PCR-Labortest vom Schnelltest? Dr. Burgard: „Zunächst sollte unbedingt hervorgehoben werden, dass der PCR-Test, also der gängige Labortest, und der PharmACT-Antikörper-Schnelltest zwei verschiedene Facetten der Erkrankung detektieren und daher nicht vergleichbar sind. Genauer gesagt, erkennt der PCR-Test das Virus oder Anteile davon und der Schnelltest die Antikörper der Akutphase IgM und der späteren Phase IgG im Blut. Beide qualitativ hochwertigen Tests in Kombination können den Goldstandard bedeuten. Denn gerade jetzt ist es besonders wichtig, Hausärzte, Mediziner sowie medizinisches Personal in Krankenhäusern oder in den Notfallambulanzen bei einer raschen Diagnose zu unterstützen, um die Dynamik des Virus einzudämmen.“ Wer ist die Zielgruppe für die Schnelltests? Dr. Burgard: „Der Test ist ausschließlich für den professionellen Gebrauch im medizinisch- pharmazeutischen Bereich vorgesehen. Zum Einsatz kann er auch bei Rettungskräften oder in den Notfallambulanzen kommen, ebenso bei derBundeswehr. Für Laien ist der Test nicht gedacht. Erfolgt eine unsachgemäße Anwendung, kann das im schlimmsten Fall zu einem falschen Testergebnis führen. Das gilt es in jeden Fall zu vermeiden.“ Wie hoch ist die Validität? Dr. Burgard: „Der SARS-CoV-2 Antikörper Rapid Test bietet aufgrund seiner hochspezifischen Antigenzusammensetzung sowohl eine sehr hohe Leistung bei der Erkennung gesunder, mit einer Spezifität von 98,75 Prozent, als auch bei der Detektion erkrankter Menschen, die bereits Antikörper gebildet haben. Hierbei beträgt die Sensitivität in multizentrischen Studien, abhängig vom Tag der Infektion, 70 Prozent in der Frühphase sowie 92,3 Prozent für IgM und 98,1 Prozent für IgG in der Spätphase der Erkrankung. Zudem liegt die Rate eines falsch positiven Testergebnisses bei niedrigen 1,25 Prozent. Das bedeutet: War das Virus mit dem PCR-Abstrichtest nicht nachweisbar, war auch der Schnelltest zu 98,75 Prozent negativ ? die Person war nicht an COVID-19 erkrankt. Darüber hinaus hat die Validierung in fünf Kliniken stattgefunden. Aktuell erfolgt eine weitere Validierung, da das Produkt aufgrund der stetig wachsenden Erfahrung im Umgang mit dem Virus optimiert worden ist.“ Kann es zu Kreuzreaktionen mit anderen Coronaviren kommen? Dr. Burgard: „Den Punkt, dass die Antikörpertests jegliche Art von Coronaviren und nicht die speziellen SARS-CoV2-Viren detektieren – es also zu sogenannten Kreuzreaktionen kommt ?, kann ich für den PharmACT-Schnelltest entkräften. Grundsätzlich gibt es potenzielle Kreuzreaktivitäten bei den vier älteren Coronavirus-Erkrankungen 229E, NL63, OC43 und HKU1. Der PharmACT-Test detektiert jedoch hochspezifisch auf CoV-2. Bei mehr als 400 Probanden, die zum Zeitpunkt der Testung oder zuvor nicht mit CoV-2 infiziert waren, wies er eine Spezifität von 98,75 Prozent auf. Das heißt, unter einer solch großen Anzahl von Probanden gibt es angesichts des Durchseuchungsgrades der Bevölkerung von 10 bis 15 Prozent genügend viele Probanden, die bereits mit einem oder mehreren der vier oben genannten Coronavirus-Untertypen infiziert waren. Darüber hinaus wird das Verhältnis der sogenannten S/N-Proteine stetig angepasst, um die potenzielle Kreuzreaktionsrate zu senken. Das führt wiederum zu mehr Sicherheit.“ Quelle: PharmACTMittlerweile ist die Diskussion, mithilfe von Antikörpertests festzustellen, wer bereits mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen ist, auch in der Politik angekommen – Jens Spahn spricht unter anderem von möglichen Massenscreenings und Immunitätsausweisen.…

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