Wie funktionieren Antikörpertests?

Ratgeber. Mittlerweile ist die Diskussion, mithilfe von Antikörpertests festzustellen, wer bereits mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen ist, auch in der Politik angekommen – Jens Spahn spricht unter anderem von möglichen Massenscreenings und Immunitätsausweisen. Das Berliner Pharmaunternehmen PharmACT AG brachte bereits Anfang März den weltweit ersten hochsensiblen SARS-CoV-2-Schnelltest auf den Markt, der Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut detektiert – ohne Labor und innerhalb von 20 Minuten. Der Schnelltest hat neben der CE-Kennzeichnung auch eine internationale Apothekennummer. Dr. med. Gunther Burgard, medizinischer Direktor der PharmACT AG, beantwortet im Folgenden die häufigsten Fragen zu den Antikörpertests. Was unterscheidet den normalen PCR-Labortest vom Schnelltest? Dr. Burgard: „Zunächst sollte unbedingt hervorgehoben werden, dass der PCR-Test, also der gängige Labortest, und der PharmACT-Antikörper-Schnelltest zwei verschiedene Facetten der Erkrankung detektieren und daher nicht vergleichbar sind. Genauer gesagt, erkennt der PCR-Test das Virus oder Anteile davon und der Schnelltest die Antikörper der Akutphase IgM und der späteren Phase IgG im Blut. Beide qualitativ hochwertigen Tests in Kombination können den Goldstandard bedeuten. Denn gerade jetzt ist es besonders wichtig, Hausärzte, Mediziner sowie medizinisches Personal in Krankenhäusern oder in den Notfallambulanzen bei einer raschen Diagnose zu unterstützen, um die Dynamik des Virus einzudämmen.“ Wer ist die Zielgruppe für die Schnelltests? Dr. Burgard: „Der Test ist ausschließlich für den professionellen Gebrauch im medizinisch- pharmazeutischen Bereich vorgesehen. Zum Einsatz kann er auch bei Rettungskräften oder in den Notfallambulanzen kommen, ebenso bei derBundeswehr. Für Laien ist der Test nicht gedacht. Erfolgt eine unsachgemäße Anwendung, kann das im schlimmsten Fall zu einem falschen Testergebnis führen. Das gilt es in jeden Fall zu vermeiden.“ Wie hoch ist die Validität? Dr. Burgard: „Der SARS-CoV-2 Antikörper Rapid Test bietet aufgrund seiner hochspezifischen Antigenzusammensetzung sowohl eine sehr hohe Leistung bei der Erkennung gesunder, mit einer Spezifität von 98,75 Prozent, als auch bei der Detektion erkrankter Menschen, die bereits Antikörper gebildet haben. Hierbei beträgt die Sensitivität in multizentrischen Studien, abhängig vom Tag der Infektion, 70 Prozent in der Frühphase sowie 92,3 Prozent für IgM und 98,1 Prozent für IgG in der Spätphase der Erkrankung. Zudem liegt die Rate eines falsch positiven Testergebnisses bei niedrigen 1,25 Prozent. Das bedeutet: War das Virus mit dem PCR-Abstrichtest nicht nachweisbar, war auch der Schnelltest zu 98,75 Prozent negativ ? die Person war nicht an COVID-19 erkrankt. Darüber hinaus hat die Validierung in fünf Kliniken stattgefunden. Aktuell erfolgt eine weitere Validierung, da das Produkt aufgrund der stetig wachsenden Erfahrung im Umgang mit dem Virus optimiert worden ist.“ Kann es zu Kreuzreaktionen mit anderen Coronaviren kommen? Dr. Burgard: „Den Punkt, dass die Antikörpertests jegliche Art von Coronaviren und nicht die speziellen SARS-CoV2-Viren detektieren – es also zu sogenannten Kreuzreaktionen kommt ?, kann ich für den PharmACT-Schnelltest entkräften. Grundsätzlich gibt es potenzielle Kreuzreaktivitäten bei den vier älteren Coronavirus-Erkrankungen 229E, NL63, OC43 und HKU1. Der PharmACT-Test detektiert jedoch hochspezifisch auf CoV-2. Bei mehr als 400 Probanden, die zum Zeitpunkt der Testung oder zuvor nicht mit CoV-2 infiziert waren, wies er eine Spezifität von 98,75 Prozent auf. Das heißt, unter einer solch großen Anzahl von Probanden gibt es angesichts des Durchseuchungsgrades der Bevölkerung von 10 bis 15 Prozent genügend viele Probanden, die bereits mit einem oder mehreren der vier oben genannten Coronavirus-Untertypen infiziert waren. Darüber hinaus wird das Verhältnis der sogenannten S/N-Proteine stetig angepasst, um die potenzielle Kreuzreaktionsrate zu senken. Das führt wiederum zu mehr Sicherheit.“ Quelle: PharmACTMittlerweile ist die Diskussion, mithilfe von Antikörpertests festzustellen, wer bereits mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen ist, auch in der Politik angekommen – Jens Spahn spricht unter anderem von möglichen Massenscreenings und Immunitätsausweisen.…

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Quarantäne: Ausnahmen in der Landwirtschaft

Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat für die Landwirtschaft eine Allgemeinverfügung bezüglich der häuslichen Quarantäne erlassen. Personen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und aufgrund behördlicher Anordnung unter häuslicher Quarantäne stehen, dürfen unter Einhaltung der weiterhin geltenden Hygiene- und Kontaktbeschränkungsvorschriften ihre landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Zwei Bedingungen sind an diese Erlaubnis geknüpft: 1. Die betreffenden Personen müssen zweimal täglich Fieber messen und bei kleinsten Anzeichen von Symptomen bzw. Fieber den Dienst abbrechen sowie sich beim Gesundheitsamt des Landkreises melden. 2. Die Einstellung der Arbeit und Anordnung der häuslichen Quarantäne wird erst dann ausgesprochen, wenn ein PCR-Test positiv ist bzw. Symptome auftreten. Diese Allgemeinverfügung ist erforderlich, um die Versorgung der in den landwirtschaftlichen Betrieben gehaltenen Tiere sicherzustellen. Eine Lockerung der sonst sehr strengen Quarantäne-Vorschriften ist in diesem Fall vertretbar, da die Tätigkeit hier in der Regel allein oder weit entfernt von sonstigen dort tätigen Personen und meist im Freien ausgeübt wird. Andere Produktionsbetriebe sind insoweit mit den genannten Bedingungen in der Landwirtschaft nicht vergleichbar. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat für die Landwirtschaft eine Allgemeinverfügung bezüglich der häuslichen Quarantäne erlassen. Personen, die in landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten und aufgrund behördlicher Anordnung unter…

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Stoffmasken richtig reinigen

Ratgeber. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung: Ab 29. April gilt in allen Bundesländern die Maskenpflicht. Meist gilt sie im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Viele tragen selbst genähte Masken, die sie mehrmals verwenden können. Damit die Masken ihren Zweck erfüllen, sollten Träger sie nach jedem Gebrauch waschen. Um Keime abzutöten, sind mindestens 60 Grad Celsius mit einem Vollwaschmittel in der Waschmaschine zu empfehlen. Wer nicht ständig die Maschine anschalten möchte, kann die Maske auch mindestens fünf Minuten lang in kochendes Wasser legen, zum Beispiel in einem Topf auf dem Herd. Manche Virologen raten auch zum Bügeln: Hier darauf achten, dass der Stoff und die Nahtstellen richtig heiß werden. Von einer Reinigung im Backofen oder in der Mikrowelle raten viele Experten ab. Insbesondere bei Masken mit Drahtbügeln besteht hier die Gefahr von Funkenflug oder einem Verbrennen des Stoffs. Sind nach dem Waschen Risse oder Beschädigungen zu erkennen, die Maske nicht wiederverwenden. Übrigens: Vor dem Auf- und nach dem Absetzen gründlich die Hände waschen, damit die Maske keimfrei bleibt, und sie möglichst nur an den seitlichen Gummibändern anfassen!Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung: Ab 29. April gilt in allen Bundesländern die Maskenpflicht. Meist gilt sie im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Viele tragen selbst genähte Masken, die sie…

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