Das regionale Handwerk bietet ungewöhnliche Hilfe

Mit Einkaufsservice und handgemachten Masken gegen die Krise

Nachbarschaftshilfe. Zahlreiche Geschäfte und Betriebe müssen aufgrund der Maßnahmen der Bundesregierung vorübergehend schließen. Doch untätig sein möchte niemand und so bieten der-zeit viele Handwerksunternehmen im Kammerbezirk der Handwerkskammer Cottbus (HWK) ihre Hilfe in anderer Weise an und unterstützen so unter anderem Senioren oder medizinisches Fachpersonal bei der Arbeit.

Einkaufsservice für Senioren

Drei nagelneue Kompaktwagen der Marke Kia stellt das Luckauer Autohaus Tosch für Einkaufstouren zur Verfügung. Unter der Telefonnummer 01525 7325000 können vor allem ältere Bürger aus der Umgebung den kostenlosen Einkaufsshuttle bestellen. „Wir sind hier eine sehr ländliche Region. Die älteren Menschen sollten zu Hause bleiben, um sich vor der Virus-Ansteckung zu schützen. Doch sie geraten damit stark in Bedrängnis, weil ihnen Lebensmittel fehlen“, berichtet Geschäftsführer Ingo Haberland. „Hier helfen wir: Per Telefon, WhatsApp oder E-Mail nehmen wir die Bestellung an, kaufen ein und liefern aus. Den Betrag für den Einkauf überweisen die Senioren. Wir gehen damit zwar in Vorkasse, doch schlechte Erfahrungen gibt es keineswegs. Ich vertraue da allen Hilfsbedürftigen.“ Über Facebook hatte das Autohaus die Aktion gestartet und Ingo Haberland war überwältigt vom Zuspruch: „Viele freiwillige Helfer haben sich direkt gemeldet, die nun als Fahrer zur Verfügung stehen.“

600 Masken zum Schutz vor den Viren

Beide Töchter von Raumausstattermeister Matthias Kösslerarbeiten im medizinischen Bereich, wo es aktuell einen akuten Eng-pass an Schutzmitteln gibt. „Ich wollte in dieser Situation unbedingt helfen und habe einen Prototypen entwickelt. Weil ich jedoch nicht genug Stoff hatte, der bei 60 Grad waschbar ist, warte ich im Moment auf eine Lieferung. Auch weitere Einzelteile, wie Gummis, müssen den Hygieneanforderungen stand- und den Waschgang durchhalten“, erklärt der Raumausstattermeister aus Herzberg. „Ganz speziell für Kinder haben wir ein Stoffmotiv gewählt, dass jede Angst vor Corona nehmen soll. Große Nachfrage nach Schutzmasken gibt es vom Katholischen Altenpflegeheim St. Marien in Bad Liebenwerda, um die Ansteckung mit dem Virus unter den Bewohnern zu verhindern“, so Matthias Kössler.

Autohaus Tosch OHG
Geschäftsführer Ingo Haberland
Berliner Straße 17
15926 Luckau
Telefon 03544 555920
ahtosch@t-online.de
www.autohaus-tosch.de


Kössler Raumausstattung
Raumausstattermeister Matthias Kössler
Kaxdorfer Weg 7
04916 Herzberg (Elster)
Telefon 03535 409030
Mobil 0171 6455892
kontakt@koessler-raumausstattung.de

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Elbe-Elster schützt sich

Elbe-Elster. Dinge än­dern sich, denen man anfangs kaum Bedeutung gab. So auch die Beschaf­fung von Mundschutz. »Wir starteten einen Auf­ruf in der Bevölkerung, Mundschutzmasken zu nähen und auch Stoffe bereit zu stellen«, erzählte Jens Ott, Fachbereichslei­ter der häuslichen Pfle­ge vom Seniorenzentrum »Albert Schweitzer« in Finsterwalde. Mit den vier Standorten in Herzberg, Elsterwerda, Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain sind es 400 Mitarbeiter, die mit dem Mundschutz sich und andere schüt­zen. Schließlich betreuen sie täglich 770 pflegebe­dürftige Menschen. Hin­zu kommt die häusliche Betreuung in Elbe-Elster. »Wir erfuhren eine Welle der Hilfsbereitschaft, die unbeschreiblich ist«, lobt Ott. Großen Anteil daran steht einer jungen Unter­nehmerin zu, die im In­ternet einen waren Sturm auslöste. Die Rede ist von Mandy Berger, die den Stoffladen »Schnuckidu« betreibt. »Ich erhielt eine Anfrage vom Landkreis, 500 Mundschutzmasken zu nähen und gab dies in meinem Stammkunden­kreis weiter. Alle wollten uns helfen und unter­stützen – sogar aus ganz Deutschland«, so die Herz­bergerin. In kürzester Zeit habe sie rund 1000 An­fragen, Nachrichten und Telefonate geführt. Etwa 20 Näherinnen stehen ihr zur Seite, so dass die 500 Mundschutzmasken, aus Baumwollstoff bis 60 Grad waschbar, nun zur Verfü­gung stehen. »Auch wenn wir im Landkreis geringe aber steigende Fallzahlen haben, ist es wichtig, dass sich die Bürger an die hygienischen Vorschrif­ten halten«, unterstreicht Landrat Christian Hein­rich-Jaschinski und fügt hinzu: »Schnuckidu« hat uns in der Krise geholfen. Das motiviert auch unsere Mitarbeiter. Herold Quick, Verbandsgemeindebür­germeister rät: »Leicht­sinn ist fehl am Platz wie Hysterie. Auch wenn es keinerlei Veranlassung für übertriebene Sorge oder Panik gibt, sollte die Ernst­haftigkeit der Maßnahmen nicht in Zweifel gezogen werden!« In Elsterwer­da bittet das DRK um Unterstützung. Besonders gefährdete Bürger stellen Anfragen, ob es möglich ist, Hilfe beim Einkauf oder wichtigen Botengän­gen zu bekommen. Jetzt sind reichlich Helfer zur Stelle. Wer Hilfe benötigt, sollte sich in der DRK Ge­schäftsstelle in Elsterwer­da unter 03533/ 519 80 00 melden. Die Einzelhändler in Finsterwalde müssen ihre Geschäfte schließen, sind aber trotzdem nicht untätig. Schneidermeis­ter Andreas Holfeld näht Mundschutzmasken für die Erzieherinnen der städtischen Einrichtun­gen. Auch Katrin Gröbe hat einen Aufruf im Internett gestartet, viele Helfer ani­mieren können und spürt große Solidarität. »Macht mit. Wer hat noch neue Textilien, vor allem unbe­nutzte Baumwollstoffe«, so die Geschäftsfrau von Katrin‘s Intex & Klamott­chen. Bitte unter 03531/ 33 03 anrufen oder direkt vorbei bringen. Eine neue Koordinationsstelle gibt es im Herzberger Rathaus. »Uns geht es darum, ge­meinsam mit dem ASB Helfer und Hilfesuchende zusammen zu bringen«, sagt Bürgermeister Kars­ten Eule-Prütz. Logistische Unterstützung könne er bei dringendem Bedarf anbieten. Bitte melden un­ter 03535/ 482 116 oder eine Mail an herzberghilft@stadt-herzberg.de. Der ASB Regionalver­band Elbe-Elster koor­diniert gemeinsam mit der Stadt Falkenberg ein Helfernetzwerk für Hilfe­suchende, besonders von Corona gefährdete und freiwillige Helfer. Unter­stützung bieten sie bei Ein­käufen, Botengängen und Gassiegehen. Bitte melden unter 035365 440514, helfernetzwerk@asbee.de oder auf www.asbee.de.Dinge än­dern sich, denen man anfangs kaum Bedeutung gab. So auch die Beschaf­fung von Mundschutz. »Wir starteten einen Auf­ruf in der Bevölkerung, Mundschutzmasken zu nähen und auch Stoffe bereit zu stellen«, erzählte Jens Ott, Fachbereichslei­ter…

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