Besondere Hilfsaktion in Krisenzeiten

Nachbarschaftshilfe. Bei allen negativen Dingen, die derzeit den Alltag beherrschen, gibt es auch positive Dinge zu berichten. Menschen helfen sich untereinander und entwickeln vielfältige Ideen für Unterstützungen.Ein Beispiel von vielen ist Grit Maroske.

Für Grit Maroske beinhalten diese Tage ganz besonders viel Arbeitspensum. Sie schreibt, telefoniert und spricht mit Menschen, die helfen wollen oder selbst Hilfe benötigen. Für die Hoyerswerdaerin ganz selbstverständlich: „In einer Krise soll jeder das tun, was das Beste für die Gesellschaft ist.“

Die Idee zur Einrichtung eines Nothilfe - Fonds begann als der Initiatorin bewusst wurde, was die Ausbreitung des Corona – Virus für Kreise ziehen würde. „Eine Freundin schrieb mir auf Facebook, dass ihre Tafel geschlossen wurde und sie nun kein Geld mehr für Lebensmittel hat. Im Supermarkt waren alle billigen Lebensmittel ausverkauftund die teuren Markenprodukte konnte sie nicht kaufen. Das war der Auslöserfür mich, mir etwas auszudenken, wie man ihr und anderen Menschen in dieser Situation am besten helfen kann.“ Momentan arbeitet Grit Maroske miteinem Team aus ehrenamtlichen Helfern von morgens bis abends, um alle Anfragen bearbeiten zu können. Im Durchschnitt erreichen sie täglich zwischen zehn und dreißig Anfragen pro Tag. Innerhalb von 24 Stunden seien auch schon mal 1000 Euro Spendengelder zusammengekommen. Die Anzahl der Anfragen und die Höhe der Spenden variieren freilich im Laufe dieser schwierigen Zeit. Aber besonders jetzt sei die Unterstützung wegen der anhaltenden finanziellen Belastung von Hilfsbedürftigen besonders gefragt, meint Grit Maroske. Bei der von ihr ins Leben gerufenen Hilfsaktion können Spender die Geld übrig haben, weil sie es beispielsweise derzeit nicht für Kinobesuche oder andere Freizeitbeschäftigungen ausgeben, eine beliebige Geldsumme per Pay Pal in einen Spendentopf einzahlen. Die Gelder sollen Hilfsbedürftigen fürs Erste über die Runden helfen, um das Auto volltanken oder die nötigsten Dinge an Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs sowie Medikamente einkaufen zu können. Am 25. März gegen 10.00 Uhr betrug das aktuelle Guthaben, laut Meldung von Grit Maroske bei Facebook, 6020,00 Euro. „Am Dienstag haben wir über 1500 Euro an Soforthilfen für Lebensmittel und Medikamente ausgezahlt. Viele der Hilfesuchenden haben keine Reserven mehr und bekommen von nirgendwo Hilfe. Wer auch nur 5,00 Euro erübrigen kann, um den Ärmsten dieser Gesellschaft jetzt solidarisch zu helfen, spende bitte bei der Corona-Hilfe.“

Grit Maroske hat in der Vergangenheit schon einige Hilfsaktionen ins Leben gerufen. Ihre bereits gesammelten Erfahrungen und ein bereits bestehendes großes Netzwerk an Unterstützern helfen ihr auch bei der jetzigen Hilfsaktion enorm weiter.

„Wir können diese Krise nur mit Zusammenhalt und Solidarität überstehen. Wer viel hat, sollte jetzt auch viel abgeben“, meint die 51jährige. Künstler sollten sich gegenseitig helfen, Abgeordnete sollten ihre Wähler unterstützen,Politiker sollten an Wohlfahrtsverbände und Obdachlosenhilfe spenden. Große Konzerne und Banken sollten Angestellte finanziell unterstützen und Vermieter sollten ihren Mietern entgegenkommen, so ihr Wunsch. „Nur solidarisch ist diese Herausforderung zu schaffen“, ist Grit Maroske überzeugt in deren Familie ehrenamtliches freiwilliges Engagement selbstverständlich zu sein scheint. Grit Maroskes Tochter Steffi Obst nähte mit ihrem eigenen entworfenen Schnittmuster 25 doppellagige Mundschutz – Masken. Innerhalb kürzester Zeit konnten Mutter und Tochter am 23. März per Update bei Facebook vermelden: Alle 25 Schutzmasken sind an Menschen aus dem medizinischen Bereich und Risikopatienten vergeben.

Info für Spender und Hilfsbedürftige:

Hilfsanfragen – Twitter: André Kemnitz-Voigt - https://twitter.com/Andrekemnitz

Hilfsanfragen - Facebook:Nina Baum - https://www.facebook.com/nina.baum.16

Hilfsanfragen – Mail: hilfe.corona@web.de

Spenden unter: https://www.paypal.com/pools/c/8nlQ8BlsBx

Für Spender ohne Paypal und Kreditkarte:

M.A.D. Nina Baum - DE59 3006 0601 0303 2716 33

Verwendungszweck: CoronaHilfe

 

Silke Richter

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Elbe-Elster schützt sich

Elbe-Elster. Dinge än­dern sich, denen man anfangs kaum Bedeutung gab. So auch die Beschaf­fung von Mundschutz. »Wir starteten einen Auf­ruf in der Bevölkerung, Mundschutzmasken zu nähen und auch Stoffe bereit zu stellen«, erzählte Jens Ott, Fachbereichslei­ter der häuslichen Pfle­ge vom Seniorenzentrum »Albert Schweitzer« in Finsterwalde. Mit den vier Standorten in Herzberg, Elsterwerda, Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain sind es 400 Mitarbeiter, die mit dem Mundschutz sich und andere schüt­zen. Schließlich betreuen sie täglich 770 pflegebe­dürftige Menschen. Hin­zu kommt die häusliche Betreuung in Elbe-Elster. »Wir erfuhren eine Welle der Hilfsbereitschaft, die unbeschreiblich ist«, lobt Ott. Großen Anteil daran steht einer jungen Unter­nehmerin zu, die im In­ternet einen waren Sturm auslöste. Die Rede ist von Mandy Berger, die den Stoffladen »Schnuckidu« betreibt. »Ich erhielt eine Anfrage vom Landkreis, 500 Mundschutzmasken zu nähen und gab dies in meinem Stammkunden­kreis weiter. Alle wollten uns helfen und unter­stützen – sogar aus ganz Deutschland«, so die Herz­bergerin. In kürzester Zeit habe sie rund 1000 An­fragen, Nachrichten und Telefonate geführt. Etwa 20 Näherinnen stehen ihr zur Seite, so dass die 500 Mundschutzmasken, aus Baumwollstoff bis 60 Grad waschbar, nun zur Verfü­gung stehen. »Auch wenn wir im Landkreis geringe aber steigende Fallzahlen haben, ist es wichtig, dass sich die Bürger an die hygienischen Vorschrif­ten halten«, unterstreicht Landrat Christian Hein­rich-Jaschinski und fügt hinzu: »Schnuckidu« hat uns in der Krise geholfen. Das motiviert auch unsere Mitarbeiter. Herold Quick, Verbandsgemeindebür­germeister rät: »Leicht­sinn ist fehl am Platz wie Hysterie. Auch wenn es keinerlei Veranlassung für übertriebene Sorge oder Panik gibt, sollte die Ernst­haftigkeit der Maßnahmen nicht in Zweifel gezogen werden!« In Elsterwer­da bittet das DRK um Unterstützung. Besonders gefährdete Bürger stellen Anfragen, ob es möglich ist, Hilfe beim Einkauf oder wichtigen Botengän­gen zu bekommen. Jetzt sind reichlich Helfer zur Stelle. Wer Hilfe benötigt, sollte sich in der DRK Ge­schäftsstelle in Elsterwer­da unter 03533/ 519 80 00 melden. Die Einzelhändler in Finsterwalde müssen ihre Geschäfte schließen, sind aber trotzdem nicht untätig. Schneidermeis­ter Andreas Holfeld näht Mundschutzmasken für die Erzieherinnen der städtischen Einrichtun­gen. Auch Katrin Gröbe hat einen Aufruf im Internett gestartet, viele Helfer ani­mieren können und spürt große Solidarität. »Macht mit. Wer hat noch neue Textilien, vor allem unbe­nutzte Baumwollstoffe«, so die Geschäftsfrau von Katrin‘s Intex & Klamott­chen. Bitte unter 03531/ 33 03 anrufen oder direkt vorbei bringen. Eine neue Koordinationsstelle gibt es im Herzberger Rathaus. »Uns geht es darum, ge­meinsam mit dem ASB Helfer und Hilfesuchende zusammen zu bringen«, sagt Bürgermeister Kars­ten Eule-Prütz. Logistische Unterstützung könne er bei dringendem Bedarf anbieten. Bitte melden un­ter 03535/ 482 116 oder eine Mail an herzberghilft@stadt-herzberg.de. Der ASB Regionalver­band Elbe-Elster koor­diniert gemeinsam mit der Stadt Falkenberg ein Helfernetzwerk für Hilfe­suchende, besonders von Corona gefährdete und freiwillige Helfer. Unter­stützung bieten sie bei Ein­käufen, Botengängen und Gassiegehen. Bitte melden unter 035365 440514, helfernetzwerk@asbee.de oder auf www.asbee.de.Dinge än­dern sich, denen man anfangs kaum Bedeutung gab. So auch die Beschaf­fung von Mundschutz. »Wir starteten einen Auf­ruf in der Bevölkerung, Mundschutzmasken zu nähen und auch Stoffe bereit zu stellen«, erzählte Jens Ott, Fachbereichslei­ter…

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