Sandro Paufler

Kult-Mopeds sind hoch im Kurs

Bautzen. Zweitakt-Fans und Moped-Liebhaber sind bei AKF in Bautzen genau richtig. Mit einer großen Logistik-Halle erweitert der Onlinehändler seine Kapazitäten vor Ort und sucht nach neuen Mitarbeitern in der Branche.
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Die hohe Nachfrage nach Simson und MZ lässt das Unternehmen AKF weiter wachsen. Der Geschäftsführer Alexander Kalkbrenner und die Marketing-Verantwortliche Sylvia Breite stehen vor der neuen Halle am Standort in Bautzen.

Die hohe Nachfrage nach Simson und MZ lässt das Unternehmen AKF weiter wachsen. Der Geschäftsführer Alexander Kalkbrenner und die Marketing-Verantwortliche Sylvia Breite stehen vor der neuen Halle am Standort in Bautzen.

Foto: Spa

Die Vergangenheit hat gezeigt, die größten Erfolgsgeschichten entstehen aus einer kleinen Garage heraus. Ein Paradebeispiel ist Bill Gates, der Gründer von Microsoft, der aus einem kleinen Unternehmen ein millionenschweres Imperium aufgebaut hat. Oder auch Alexander Kalkbrenner aus der Gemeinde Göda, der ebenfalls aus einer Garage heraus die Idee für einen Onlineversand für Mopeds und Motorräder hatte und damit den Nerv vieler Zweitakt-Fans traf.
Restaurieren von Simson Sperber und Simson S51
Angefangen hatte es bei Alexander Kalkbrenner mit dem Restaurieren der Simson Sperber seiner Mutter und später mit einer Simson S51, die er von seinem Bruder übernommen hatte. Ersatzteile waren damals schwer zu bekommen, höchstens auf der Internetplattform »Ebay« gab es gelegentlich die passenden Bowdenzüge, Vergaser oder Leuchten. Als er damals für wenig Geld zwei Mopeds gekauft und vollständig in ihre Einzelteile zerlegt hatte, verkaufte er die Teile im Internet gewinnbringend weiter - seine neue Geschäftsidee war geboren. Nach und nach entwickelte sich aus der Garagenfirma ein richtiges Unternehmen. 2005 stand der Umzug in den Gaußiger Ortsteil Naundorf an. Als auch dort die Lagerkapazitäten nicht reichten, ging es an die Dresdener Straße nach Bautzen.
Warensortiment von 16.000 Ersatzteilen
Heute leitet der Geschäftsführer von AKF ein Unternehmen mit 66 Mitarbeitern und bietet ein Warensortiment von über 16.000 Artikeln an. Vor allem während der Corona-Pandemie konnte das Unternehmen große Umsätze generieren. Es gibt zwar einen physischen Laden am Bautzener Standort, doch das Hauptgeschäft läuft über den Onlineversand der Mopedersatzteile. Aufgrund der hohen Nachfrage kommt der Standort in Bautzen mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb realisiert die Firma Goldbeck eine 5.000 Quadratmetergroße Lagerhalle, die im April übergeben werden soll. Im zweiten Schritt erfolgen der Innenausbau und die Installation der komplexen Intralogistik. 16 Packplätze, ein neuer Wareneingang und weitere Lagerplätze sowie Sozialtrakte und Büroarbeitsplätze sollen entstehen. »Wir wollen künftig noch schneller liefern können und unsere Arbeitsbedingungen weiter optimieren«, so der Firmengründer Kalkbrenner. Apropos Arbeitsbedingungen: Alexander Kalkbrenner plant für seine Belegschaft einen »Pausenhof« mit Grillecke, Basketball- und Tischtennisplatz zu errichten.
20 neue Arbeitsplätze in der Logistik
Im Februar 2023 soll das Gesamtprojekt mit einem Volumen von zwölf Millionen Euro fertiggestellt werden. Im Zuge der Firmenerweiterung entstehen in den nächsten zwei bis drei Jahren bis zu 20 neue Arbeitsplätze im Logistikbereich. Alexander Kalkbrenner ist stolz auf das bisher Geleistete: »Wir wollen dazu beitragen, dass diese 40 Jahre alten Kult-Fahrzeuge weiterleben und ein Stück weit Geschichte erhalten bleibt.« Gut aufgebaute Mopeds werden heutzutage für bis zu 3.000 Euro gehandelt. Bei der jüngeren Genration sind die DDR-Klassiker hoch im Kurs: Dank einer Sonderregelung dürfen die Mopeds im Original bis zu 65 km/h schnell fahren.