Katrin Demczenko

Hier kann jeder mitmachen

Hoyerswerda. In der Stadtbibliothek hat jetzt die »Offene Werkstatt der Demokratie« ihre Arbeit aufgenommen.

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Maja Kos Jozak stellt ihr Projekt in der Bibliothek vor.

Maja Kos Jozak stellt ihr Projekt in der Bibliothek vor.

Foto: Katrin Demczenko

Schon die Schriftstellerin Brigitte Reimann suchte immer das Gespräch mit Bürgern und Verantwortlichen der Stadt, um das Leben hier für alle Menschen zu verbessern. An dieses demokratiefördernde Verhalten knüpft jetzt die Stadtbibliothek an, die von 2022 bis 2024 das Projekt »Offene Werkstatt der Demokratie« durchführt. Es wird finanziert aus dem Programm »Orte der Demokratie« des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung.

 

Neues, lokales Netzwerk gestrickt

Projektleiterin Maja Kos Jozak hat bisher Mitstreiter zur Bildung eines tragfähigen lokalen Netzwerkes gesucht. Positiv reagiert haben unter anderem die Stadt Hoyerswerda, der Jugendstadtrat, der Domowina-Regionalverband »Handrij Zejler«, Volkshochschule, Kulturfabrik, viele Vereine sowie Bürgergruppen. Jeder Teilnehmer kann nach einem Recherchetraining fake news besser erkennen, erklärt Maja Kos Jozak. Workshops werden Wissen zu Rechtsextremismus oder zur Erstellung eines eigenen Podcasts vermitteln. Veranstaltungen mit der Domowina und dem Imigrants Network sollen den interkulturellen Dialog stärken, um Vorurteile abzubauen. Jeder Hoyerswerdaer ist als Teilnehmer und Mitorganisator in der Stadtbibliothek willkommen. Räume, Medien und vorhandene Technik stehen ihnen dafür kostenlos zur Verfügung.

 

Auch der Oberbürgermeister ist mit an Bord

Der Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh wird einmal monatlich Bürger in der Bibliothek zum Gespräch treffen, sagt Maja Kos Jozak. Das freut Bürgermeister Mirko Pink, der für die Stadt Hoyerswerda an der Eröffnung des Projektes teilnahm. Er sagt: »Die Demokratie steht wieder einmal vor einer Belastungsprobe. Nur datenbasierte Gespräche bringen jedem Einzelnen den Sinn von Gemeinschaft näher, damit die Stadtgesellschaft diese Krise gemeinsam bewältigen kann.«

Weil viele althergebrachte Orte der Demokratie wie Landgaststätten oder Kegelbahnen weggefallen sind, müssen neue entstehen, an denen gemeinsames Arbeiten, Aushandeln und Feiern möglich ist, ergänzte die Staatssekretärin des Sächsischen Staatsministeriums der Justiz und für Demokratie, Europa und Gleichstellung, Dr. Gesine Mertens in der Stadtbibliothek. Hoyerswerda ist einer von 13 Orten der Demokratie in Sachsen, die 2022 ihre Arbeit beginnen. »Diese sollen keine Leuchttürme sein, sondern in jeden Winkel unserer Welt strahlen.«

Auf der neuen Internetseite www.demokratie-hy.de werden alle Veranstaltungen ab Ende September nachlesbar sein. Die Gestaltung des Internetauftritts übernehmen später die Netzwerkpartner gemeinsam.