Rainer Könen

Die sechste Bahn

Kamenz. Die Lessingstadt soll 2026 ein neues Freizeitbad bekommen.

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Die Lessingstadt soll 2026 ein neues Freizeitbad bekommen. Bis dahin soll das alte Hallenbad weiter genutzt werden.

Die Lessingstadt soll 2026 ein neues Freizeitbad bekommen. Bis dahin soll das alte Hallenbad weiter genutzt werden.

Foto: Rainer Könen

Als die Stadt jüngst zu einem Bürgerforum in den Ratssaal einlud, waren viele Kamenzer gekommen, die große Hoffnungen auf diese Versammlung gesetzt hatten. Unter ihnen Mitglieder des Ostsächsischen Schwimmvereines (OSSV) Kamenz.

Im Mittelpunkt dieser Gesprächsrunde stand die Frage, wie es mit dem Hallenbad weitergehen wird. Hatte sich doch der Kreistag zuletzt für den Neubau eines Bades in der Lessingstadt entschieden.

Wenn alles glatt läuft, soll das neue Kamenzer Freizeitbad mit Halle und Außenbecken Ende 2026 eröffnen. Was Sandro Schoop »sehr positiv« findet. Er ist OSSV-Vorstandsmitglied, freut sich, dass »wir als Verein endlich eine Perspektive haben«. Denn schließlich sei das Bad »unsere Lebensgrundlage«. Besonders erfreulich sei auch, so Schoop, dass das geplante Freizeitbad eine sechste Bahn habe. Das alleine sorge bereits für Motivationsschübe bei den Kindern und Jugendlichen des Vereines, so Schoop. Damit werde man künftig mehr Trainingsmöglichkeiten für die derzeit 380 Mitglieder haben. Die sechste Bahn sei auch wichtig für Wettkämpfe, so der Kassenwart des Vereines.

 

Bad soll vom Landkreis zur Stadt wechseln

Auf dem Forum konnte man sich ein Bild von den Freizeitbad-Plänen machen. Geplant ist ein Sport-Schwimmbecken mit sechs Bahnen, dazu ein Lehrschwimmbecken. Des Weiteren soll das Bad einen Erlebnisbereich mit Rutschen und Plantschbecken bekommen sowie eine Saunalandschaft mit Außenbereich. Dort ist ein Erlebnisbecken mit Schwimmbereich geplant. Geschätzte Kosten: zwischen 30 und 34 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt soll zwischen drei und fünf Millionen Euro betragen. Wie hoch die städtischen Zuschüsse für den Badbetrieb ausfallen, das hängt von Faktoren wie Besucherzahlen, Betriebskosten und Bad-Ausstattung zusammen. Ob in der Stadt in den kommenden Jahren, trotz Wirtschaftswachstum und steigenden Steuereinnahmen, nun andere Projekte verschoben oder aufgegeben werden müssen, das ist noch offen.

Da der Kreis als derzeitiger Eigentümer des Hallenbades keine Förderung für dieses Bad-Projekt bekommt, will die Kommune einen anderen Weg gehen, um die Finanzierung des neuen Freizeitbades zu sichern. Über den Förderfonds für den Kohleausstieg soll das gelingen sowie mit dem Wechsel der Trägerschaft vom Landkreis zur Kommune. So kann die Stadt mit einem erheblichen Förderanteil rechnen. Aller Voraussicht nach soll noch vor der Sommerpause eine Entscheidung des Stadtrates zu diesem Bad-Projekt fallen.