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Aus der Region, für die Region

Ziel: Mehr Regionalität auf heimischen Tischen

Doberlug-Kirchhain. Eine Vertriebsstruktur für regionale Produkte soll im Landkreis Elbe-Elster aufgebaut werden. Sie soll auf einer Markthalle, auf Onlinehandel sowie auf einem Regio-Truck ausbalanciert werden.

Doberlug-Kirchhain. Diese ersten Ideen hat Andreas Richter von Morgengold Frühstücksdienste Lausitz, einem Profi in Sachen Vertrieb, während einer Informationsveranstaltung im Refektorium in Doberlug-Kirchhain vorgestellt. Vorangetrieben wird das Vorhaben von der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster mbH (RWFG) im Rahmen des Projektes „Land(auf)Schwung“ - ein vom Bund gefördertes Modellvorhaben, um ländliche Regionen als attraktive Lebensräume zu erhalten und strukturschwache Gegenden zu unterstützen.

Wie Andreas Richter sagt, gibt es eine Vielzahl von Produzenten im Landkreis Elbe-Elster und viele Menschen vor Ort, die ihre Produkte kaufen würden. Sie finden jedoch noch nicht richtig zueinander. „Um diese Lücke zu schließen soll eine regionale Vertriebsstruktur aufgebaut werden“, sagt Richter und führt die Vorteile vor Augen: Kürzere Wege zwischen Produzenten und Kunden, Erhöhung der regionalen Wertschöpungskette, Erhalt regionaler Arbeitsplätze, Schutz der Umwelt sowie Identifizierung mit der Region. Als Zielgruppen für den Vertrieb sollen Unternehmen der Daseinsvorsorge wie Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen oder Kitas, der Lebensmitteleinzel- sowie Lebenmittelgroßhandel, Restaurants, Pensionen, Caterer und private Haushalte ins Auge gefasst werden. Richter: „Es geht hauptsächlich darum, die Region zu beliefern, aber denkbar wären auch der südliche Großraum von Berlin, Bereiche wie Cottbus, Dresden und angrenzende Regionen von Senftenberg bis Torgau und Bautzen.“

Wie er sagt, haben sie im Rahmen ihrer Arbeit für die Vertriebsentwicklung viele Produzenten aufgetan, die in irgendeinem Ort irgendetwas produzieren was kaum einer weiß. „Diese Sachen wollen wir nach vorn bringen, solche Produzenten suchen wir zusätzlich zu den, die schon bekannt sind“, sagt Richter.

Wie Jens Zwanzig, RWFG-Geschäftsführer, sagt, braucht es jeden einzelnen für eine erfolgreiche Vertriebsstruktur: „Wir haben jetzt einen wichtigen Punkt dafür erreicht und wollen regionale Akteure dafür begeistern.“

Ein Grundstock für die Vertriebsorganisation ist bereits ein regionaler Warenkorb. Richter: „Es ist ein kleiner Ausschnitt von dem, was die Region hergibt. Es gibt weitaus mehr als die 15 Produkte, die zurzeit im Korb enthalten sind. Wir haben jetzt mehr als 86 Unternehmen gelistet, davon allein 24 Bäckereien sowie 20 Fleischereien und Wurstproduzenten.“

Das künftige Vertriebskonzept soll vorerst auf zwei Säulen stehen: Auf einer Markthalle sowie auf einen Onlineshop. Für die Halle wurde bereits ein Standort ins Auge gefasst. Es werde möglicherweise die Berliner Straße 1 in Finsterwalde sein. Wie Richter sagt, laufen dafür Vorbereitungen mit dem Vermieter. Günstig sei dort die zentrale Lage, es sei fußläufig gut erreichbar und es diene der Aktivierung des öffentlichen Raumes, da auf der Rückseite die Möglichkeit bestehe, Außenveranstaltungen durchzuführen. Zudem gebe es Parkmöglichkeiten in der Nähe. Laut Andreas Richter soll die Markthalle keine Halle im eigentlichen Sinn werden: „Die regionale Halle soll den Charakter einer Markthalle haben und ein qualitätvoller und spannender Einkaufsort sein, wo frische, regionale Waren angeboten werden. Sie soll über eine angenehme Innenausstattung mit interessanter Architektur verfügen. Zudem soll es Informationen über Produzenten geben, damit der Kunde ein Bezug zum Produkt bekommt. Hinzu kommt ein Imbissangebot mit regionalen Produkten.“ Über einen Onlineshop als zweite Säule sollen zusätzlich Einzel- und Großkunden beliefert werden.

Für das Vertriebsprojekt gebe es bereits viele Partner - unter anderem die RWFG, die TU Wildau und die Piktografen GmbH. Letztere entwerfe ein Regionalsiegel und sei damit beauftragt, das Corporate Identity - das Erscheinungsbild - für das Vertriebsunternehmen aufzubauen. „Alles wird sich ans Corporate Identity des Landkreises anpassen, um ein einheitliches Gesamtbild zu bekommen“, informiert Andreas Richter und fügt an, dass später ein Regio-Truck dazukommen soll, um ein größeres Marketing für das ganze Projekt zu erreichen. Dem Landkreis Elbe-Elster stehen im Rahmen des Modellvorhabens für drei Jahre 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, berichtet Franziska Wölkerling von der RWFG. Sie betreut „Land(auf)Schwung“. In den vergangenen eineinhalb Jahren seien bereits tolle Projekte entstanden. Die Projektlaufzeit ende Mitte 2018. In diesem Jahr gibt es in dem Rahmen erstmals zwei Heimatmärkte „Regional geMacht!“. Dort können regionale Anbieter ihre Waren präsentieren: Am 10. Juni in Finsterwalde und am 16. September in Bad Liebenwerda.

Stefan Staindl

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Eine mystische Hexennacht steht bevor

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