Stefan Staindl

Sporthunde wetteifern in Lübben

Lübben. Die besten Hundeführer und Ausbilder aus Berlin und Brandenburg treffen sich am 27. und 28. Juli in Lübben. Dort wird auf dem Sportplatz in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße die Landesmeisterschaft nach IPO - internationaler Prüfungsordnung - ausgetragen.

Wie Matthias Müller informiert, sind zur Landesmeisterschaft 15 Hundeführerteams - jeweils ein Hund und ein Hundeführer - gemeldet.

"Die Qualifizierungsbedingungen sind hoch. Im Durchschnitt schaffen es aus den beiden Bundesländern Berlin und Brandenburg nur zirka 12 bis 20 Teams", erzählt der Vorsitzende des Sporthundevereins Lübben e.V.. Er ist Ausrichter dieser Landesmeisterschaft. "Wir haben  uns vor einem Jahr beim Landesverband beworben. Zur Jahreshauptversammlung wurde dem entsprochen. Wir freuen uns, denn solch eine Veranstaltung gab es in Lübben noch nie", berichtet Matthias Müller.

Wie er sagt, gliedert sich der Wettkampf in drei Abteilungen.

In der Fährtenarbeit geht es um das Absuchen einer 800 Meter langen und 60 Minuten alten Fremdfährte. Drei Gegenstände, die dort ausgelegt sind, muss der Hund durch selbstständiges "Platz machen" anzeigen.

In der Abteilung Unterordnung geht es in neun verschiedenen Übungen um Gehorsam. Inhalt ist auch das Bringen eines Gegenstandes - etwa über einer Hürde.

Die dritte Abteilung ist der Schutzdienst. Hier muss der Hund einen versteckten Scheintäter durch Verbellen anzeigen sowie einen Fluchtversuch und drei verschiedene Angriffe auf den Hundeführer verhindern.

Wie Matthias Müller sagt, wird die Fährtenarbeit am Samstag nicht auf dem Sportplatz, sondern auf Weideflächen der Agragenossenschaft Radensdorf durchgeführt.

 

"Zu den zwei Wettkämpfen der Abteilungen Gehorsam und Schutzdienst am Sonntag, 28. Juli, sind Besucher herzlich willkommen. Gegen 9 Uhr beginnen die Vorführungen auf dem Sportplatz."Wie Matthias Müller informiert, starten aus dem Sporthundeverein Lübben seit Jahren regelmäßig Hundesportler zu Landesmeisterschaften. Lübbener Hundesportler haben ihre Ausbildungskünste auch schon während Verbandsmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften gezeigt. "Bei uns trainieren zurzeit 19 Vereinsmitglieder zwischen 12 und über 70 Jahren." Einige seien auch bei der Landesmeisterschaft in Lübben wieder aktiv. "Zum zweiten Mal starten Steven Drescher und sein Deutscher Schäferhund 'Maddox vom Wieratal' bei einer Landesmeisterschaft", erzählt Matthias Müller. Er selbst, informiert er, startet ebenfalls zum zweiten Mal mit seinem selbstgezogenen Riesenschnauzer "Jarvis v. Blackmoore".  Er sei bereits im April Landesmeister des Rassezuchtverbandes für Schnauzer und Pinscher geworden. Zweimal wurde der Hund auch bereits auf einer Weltmeisterschaft geführt. "Starke Konkurrenz gibt es allerdings aus den Hunde­sportvereinen Cottbus, Neuseddin und Lauchhammer", weiß Matthias Müller.Wie er berichtet, gibt es in Lübben seit den frühen 70er Jahren den Hundesport.

Der jetzige Hundeplatz auf Lehnigksberg werde seit 1981 genutzt. "Wir lieben die Gemeinschaft mit dem Tier, die Geselligkeit unter Gleichgesinnten und die schöne und spezielle Arbeit mit dem Hund. Wenn wir seine Leistung steigern und Erfolge bei Prüfungen und Wettkämpfen verzeichnen können, freuen wir uns natürlich umso mehr."

? Info:

Eine IPO3 gliedert sich in drei Abteilungen - pro Abteilung 100 Punkte

Abteilung A = Fährtenarbeit (Absuchen einer 800 Meter langen und 60 Minuten alten Fremdfährte. Drei Gegenstände, die dort ausgelegt sind, muss der Hund durch selbstständiges "Platz machen" anzeigen.)

Abteilung B = Unterordnung (Der Gehorsamsteil mit neun verschiedenen Übungen - etwa Sitz, Platz, Steh und Bringen eines Gegenstandes über einer 1-Meter-Hürde und einer 1,8-Meter-Schrägwand.)

Abteilung C = Schutzdienst (Anzeigen eines versteckten Scheintäters durch Verbellen sowie Verhindern eines Fluchtversuches und Verhindern von drei verschiedenen Angriffen auf den Hundeführer.)

Eine IPO-Landesmeisterschaft findet einmal im Jahr statt. Die ersten sechs qualifizieren sich zur Verbandsmeisterschaft (SGSV = Schutz- und Gebrauchshunde-Sportverband). Die ersten sechs aus der Verbandsmeisterschaft zur Deutschen Meisterschaft.

Aktueller Landesmeister ist Muna Ciftci. Durch die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft ist sie zur Verbandsmeisterschaft automatisch qualifiziert. Sie startet nicht zur Landesmeisterschaft.

Die Sporthundeführer nutzen die natürlichen Anlagen der Hunde - wie Unterordnungsbereitschaft, Meuteverhalten und Spieltrieb und auch Dominanz, Härte und Schärfe sowie ihre "natürliche Aggression".

Laut Matthias Müller legen sie großen Wert auf nervlich belastbare Hunde. Dies werde speziell in der Abteilung C geprüft. "Hier gibt es auch die schärfsten Beurteilungskriterien. Nicht belastbare Hunde werden sofort disqualifiziert, ebenso Hunde, die keinen Gehorsam zeigen. Disqualifikation bedeutet den Verlust aller erarbeiteten Punkte sowie den Abbruch der Prüfung", erklärt Matthias Müller und fügt an, dass alle Hunde vor Beginn jeder Prüfung einer Wesenskontrolle unterzogen werden. Zudem informiert Matthias Müller, dass die Hunde im Sporthundeverein Objektbezogen (Beute) beißen - wie bei einem Hund, der in einem Fußball beißt. Bei der Polizei oder einer Diensthunde führenden Organisationen beißen die Hunde "Personenbezogen".

Foto: Sporthundeverein Lübben

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