Bei einem Oldtimertreffen sind Fahrzeuge aus den verschiedensten Epochen anzutreffen

7 Tipps für den Verkauf eines Oldtimers

Wer einen Oldtimer sein Eigen nennt, entschließt sich meist nicht leichtfertig, diesen zu verkaufen. Manchmal muss es jedoch sein. Sei es, weil sich Familienzuwachs ankündigt und der Zweisitzer eindeutig zu klein ist für die neue Familie. Manchmal kommt es vor, dass Oldtimerbesitzer schlichtweg keine Zeit mehr für ihr Hobby haben. Manchmal ist der Grund Platzmangel oder das Geld. Es gibt viele Gründe, warum sich Oldtimerbesitzer von ihrem Schatz trennen. Genauso viele Fallstricke beim Verkauf gibt es. Deshalb ist es wichtig, sich an ein paar Grundregeln für den Verkauf eines Oldtimers zu halten.

1. Wie ermittle ich den Wert meines Oldtimers?

Eine gute Möglichkeit, sich dem korrekten Preis für seinen Oldtimer anzunähern ist das Preisheft der Zeitschrift OldtimerMarkt. Dort sind die Preise von verschiedenen Klassikern der Baujahre 1920–1990 gelistet. Das jährlich erscheinende Heft liefert einen guten Anhaltspunkt für einen Preis. Das gilt übrigens nicht nur beim Verkauf eines Klassikers, sondern auch für alle, die sich einen Oldtimer kaufen möchten.

Marktbeobachtung ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, den entsprechenden Preis zu finden. Im Internet findet sich eine ganze Reihe von Verkaufsportalen und Händlern, die genau das gleiche oder zumindest ähnliche Fahrzeuge anbieten. Oldtimer verkaufen lassen sich beispielsweise über die Plattform Classic Trader.

Wer einen Oldtimer sein Eigen nennt, der einen relativ hohen Wert darstellt, für den lohnt es sich ein Wertgutachten erstellen zu lassen. Ein Sachverständiger, wie beispielsweise ein Ingenieur von der DEKRA, bewertet dabei zum einen den Zustand des Fahrzeugs und ermittelt die korrekte Zustandsnote. Außerdem erstellt er unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien den Wert des Fahrzeugs nach dem Istzustand. Es ist bei einem besonders hochwertigen Fahrzeug sinnvoll, Wartungsbelege, Werkstattrechnungen und Ähnliches aufzuheben. Damit lassen sich der Zustand und die Historie des Fahrzeugs belegen.

2. Wo sich der Klassiker verkaufen lässt

Am billigsten ist es wahrscheinlich, den Oldtimer über eine Autoverkaufsplattform zu veräußern. Es sollte entweder eine Plattform speziell für Oldtimer sein oder zumindest eine mit der Rubrik „Oldtimer“. Dort lassen sich Inserate in den meisten Fällen gratis erstellen und schalten. Der hohe Bekanntheitsgrad und die damit verbundene Reichweite der Anzeige sorgt dafür, dass die Anzeige auch in den Suchmaschinen erscheint. Dabei gibt es natürlich viele, die verhandeln oder das Auto nur Probe fahren wollen.

Eine andere Möglichkeit ist ein Inserat in einem Fachmagazin. Dort finden sich viele Interessenten für einen Oldtimer, weil zumeist Liebhaber diese Zeitschriften lesen. Die Anzeigen sind kostenpflichtig.

Für hochpreisige Klassiker ist eine Auktion eine weitere Möglichkeit, das Fahrzeug anzubieten. Dort bewerten Experten den Oldtimer und ermitteln den möglicherweise zu erzielenden Wert. Für solche Auktionen machen die Veranstalter Werbung über Broschüren und im Internet. So finden sich leicht Interessenten für die zu versteigernden Fahrzeuge.

So aufgehübscht wie dieser Bentley starten viele Fahrzeuge bei einer Oldtimer-Rallye.

Auf Oldtimermessen und -treffen sind viele Klassikerfans zu finden. Dort sind die Chancen sehr gut, Interessierte zu finden, die einen Oldtimer kaufen möchten. Ein Zettel im DIN-A4-Format am Armaturenbrett mit allen wichtigen Daten des Fahrzeugs und einer Kontaktmöglichkeit steigern die Chancen. Die Sachsen Classic 2018, vom 23.–25. August, ist beispielsweise eine interessante Veranstaltung. Zu dieser Oldtimer-Rallye kommen Gäste aus ganz Deutschland.

3. Bilder für ein gutes Inserat

Bei den meisten Plattformen für den Verkauf von Autos ist es möglich, Fotos hochzuladen. Eine normale Smartphone-Kamera ist für die Fotos vollkommen ausreichend. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

Detailfotos wecken das Interesse potenzieller Käufer, so wie hier der schön gepflegte Innenraum eines Fiat 500 Spider Abarth.
  • Das Fahrzeug sollte innen und außen sauber sein. Ein Fahrzeug, das gepflegt wirkt, macht mehr her und steigert das Interesse. Zudem erhöht dies den erzielbaren Kaufpreis.
  • Die Bilder lassen sich am besten bei Tageslicht an einem sonnigen Tag machen.
  • Ein schönes Auto kommt am besten im Freien zur Geltung. Weder andere Fahrzeuge noch Menschen sollten vom eigentlichen Objekt ablenken. Auch die Finger sollten beim Fotografieren möglichst nicht mit auf das Bild.
  • Das Fahrzeug sollte vollständig auf dem Foto zu sehen sein. Potenzielle Käufer wollen nicht nur einen Ausschnitt sehen.
  • Am schönsten ist es, wenn einer Anzeige viele Detailfotos und Bilder von allen Seiten anhängen. Besonders schöne Stellen lassen sich mit einem Detailfoto prima hervorheben. Auch Bilder vom Innenraum sind wichtig.
  • Auf Schwachstellen, Macken und Dellen sollte der Verkäufer mit Fotos hinweisen.

4. Der Text für die Anzeige

In das Inserat gehören auf jeden Fall die fahrzeugrelevanten Daten, wie Baujahr, Kilometerstand, Motorleistung, Details der Ausstattung. Auch die Stärken und Schwächen sollten in einer guten Anzeige aufgezählt sein. Wer ehrlich und aktiv auf die Schwachstellen hinweist und diese auch mit Bildern belegt, erspart sich viele Nachfragen und Unmut bei den Interessenten.

Kleine Anekdoten lockern den Verkaufstext auf. Jeder Oldtimer hat eine jahrzehntealte Geschichte. Hier lassen sich ein paar lustige Erinnerungen erzählen oder ein prominenter Vorbesitzer erwähnen.

5. Emotionen

Wer sich einen Klassiker kaufen möchte, tut dies nicht allein, um sein Geld anzulegen. Die meisten entscheiden sich für einen Klassiker aus nostalgischen Gründen, weil der Vater so ein Auto fuhr, weil es das erste Auto war. Viele in der Mitte des Lebens möchten sich damit ein Stück Jugend zurückkaufen. Deshalb sind beim Verkauf eines solchen Fahrzeugs Emotionen so wichtig.

6. Der Kaufvertrag

Die Kaufentscheidung fällt manchmal schneller als gedacht. Dann ist es als Verkäufer gut, darauf vorbereitet zu sein. Ein vorbereiteter Kaufvertrag, der schon alle Daten des Verkäufers und des Fahrzeugs enthält, am besten in zweifacher Ausfertigung, ist eine gute Sache. Rechtlich einwandfreie Vordrucke gibt es bei vielen Automobilclubs zum kostenlosen Download, wie dieses Beispiel des ADAC zeigt.

7. Ein paar Tipps für den Käufer

Wer schon länger im Besitz eines Oldtimers ist, hat mit der Zeit sicherlich eine Menge an nützlichen Kontakten gesammelt. Ersatzteilquellen und Geheimtipps sind wertvolles Wissen über das sich der neue Besitzer des geliebten Fahrzeugs freut. So kann der Verkäufer dafür sorgen, dass es seinem Schatz auch weiterhin gut geht.

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