Hochwertiges Material/feine Verarbeitung – zwei Paar Schuh‘

Damit die Lieblingsschuhe mit Qualität und Design überzeugen, müssen sie entsprechend aufgebaut sein. Bei dem grundsätzlichen Prinzip des Schuhaufbaus hat es seit vielen Jahrzehnten kaum Veränderungen gegeben: Ein gutes Zeichen für eine clevere Konstruktion.

Der Beruf des Schusters ist ein Handwerk für sich. Nicht nur das Materialien, auch die Verarbeitung muss stimmen.

Was sind die Kennzeichen für Qualitätsschuhe?

Schon beim Schuhaufbau zeigen sich die Qualitätsmerkmale. Daher lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Komponenten sowie auf die Verarbeitung. Je hochklassiger die Materialien sind, desto länger begleiten einen die Schuhe. Ob es sich um schlichte Halbschuhe handelt oder um leichte Sommermodelle, um Stiefeletten oder um Outdoor-Schuhe, teilweise besteht das Schuhwerk aus 30 Einzelteilen. Die Hochwertigkeit setzt sich aus den verschiedenen Teilen zusammen und basiert außerdem auf der Passform. Schließlich sollen die Schuhe nicht nur langlebig und funktional sein: Auch der Tragekomfort und natürlich das Design wirken sich auf die Gesamtqualität aus.

Die hauptsächlichen Bestandteile des Schuhwerks

Die beiden wichtigsten Elemente eines Schuhs sind der Schaft und der Schuhboden. Diese werden während der Verarbeitung sicher aneinander fixiert.
Weitere Verstärkungen und besondere Details machen den Halbschuh oder ein anderes Modell zu einem individuellen Stück, das schließlich in der Auslage des Händlers oder im Online Shop zu finden ist.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass ein harmonisch gestalteter Schuh aus vielen Teilen besteht. Diese sorgen gemeinsam für die ideale Form und geben den Füßen ein gutes Tragegefühl. Häufig unterstützen sie die natürliche Bewegung, indem sie das Abrollen beim Gehen oder Laufen erleichtern. Bei den konventionellen Halbschuhen ist die Sohle relativ fest: Hier hat sich das traditionelle Schusterhandwerk bewähren können.

Die klassischen Halbschuhe sind zumeist mit dem Obermaterial Leder ausgestattet. Damit sie vor den Witterungseinflüssen und vor Verschleiß geschützt werden, sollte man sie entsprechend der Empfehlungen pflegen. Umso länger kann man sich an den Lederschuhen erfreuen, auch wenn sie täglich getragen werden.

Ein Einblick in die Materialkunde für Schuhe

Dadurch, dass die modernen und zugleich traditionellen Schuhe in so vielen Ausführungen erhältlich sind, spielt die Materialauswahl eine entscheidende Rolle. Viele Käufer bevorzugen Echtleder, da es sich durch besonders positive Eigenschaften auszeichnet. Doch Leder allein ist nur ein Oberbegriff: Eine umfassende Auswahl an Materialien lässt den Kunden viel Spielraum bei der Kaufentscheidung. Das typische Leder-Siegel zeigt an, dass es sich definitiv um Echtleder handelt.

Die Qualität des Materials spielt eine entscheidende Rolle.

Die folgenden Lederarten sind in den gängigen Informationen zu Schuhmaterialien aufgeführt:

  • Antikleder, das seine Optik durch Besprühen, Einfärbung oder Bedrucken erhält,
  • Nappaleder als relativ weiches Glattleder (häufig von der Ziege oder vom Rind),
  • Glattleder mit geschlossener Oberfläche (stammt aus der oberen Tierhautschicht),
  • Brushleder, das als ursprüngliches Glattleder geschliffen wurde,
  • Nubukleder, das durch Anschleifen sehr fein und weich wird,
  • Rauleder oder Wildleder mit geschliffener Oberschicht, vergleichbar mit Nubuk- und Veloursleder; allerdings gehören nur die Wildlederarten (Hirsch, Reh oder Elch) in diese Kategorie.
  • Veloursleder mit besonders grobfaseriger Oberfläche und weichem Charakter,
  • Schweinsleder mit speziellem Narbenbild,
  • Rindboxleder von Rindern (gilt als sehr strapazierfähig).

Die einzelnen Schuhelemente

Das sogenannte Futterleder ist eine Lederart, die für das Innenfutter der Schuhe zum Einsatz kommt. Es ist zumeist besonders geschmeidig und punktet außerdem durch seine atmungsaktiven Fähigkeiten. Bei der Produktion der Schuhe wird es von der Innenseite an das Außen- bzw. Oberleder genäht.

Die Vorderkappe besteht typischerweise aus einem Lederelement, das nicht dicker ist als 2 mm. Es sorgt für eine schöne Form der Schuhspitze und dient zudem als Stoßschutz für die Zehen. Im Gegensatz dazu gibt die Hinterkappe dem Fuß mehr Halt. Sie verstärkt den hinteren Bereich und ist gewissermaßen die Ergänzung vom Schuhabsatz.

Der fachspezifische Begriff für die Außen- und Innenhinterteile lautet Quartiere. Sie umfassen den Einschlupf und nehmen zumeist auch die Schnürung auf. Der Hinterriemen ist das Element, das die Fersennaht überdeckt und gleichzeitig stabilisiert. Damit wird die gesamte Fersenpartie verstärkt. Dieser Riemen reicht von der oberen Kante des Schuhschafts bis zur Schnittkante am Einschlag. Der Schlupfriemen hingegen geht längs an der Futternaht der Schuhferse entlang. Er dient als innerer Schutz vor der Fersennaht und macht das Hineinschlüpfen in den Schuh etwas leichter.

Die untere Sohlenschicht wird als Laufsohle bezeichnet. Bei einem edlen Halbschuh ist sie oft nur 5 mm dick und aus stabilem Leder gefertigt. Dieses ist durch seine Abriebfestigkeit und wasserdichten Eigenschaften sehr widerstandsfähig. Günstigere Schuhe haben oft eine Laufsohle aus Kunststoff, Gummi oder Holz.

Die Brandsohle ist sozusagen die Innensohle. Sie hat eine Dicke zwischen 2,5 und 3,5 mm und deckt die gesamte Bodenfläche des Schuhs ab. Die Beschaffenheit der Brandsohle wirkt sich auf das Klima und die Trageeigenschaften aus. Wenn sie aus hochklassigem Rindleder hergestellt wurde, das vegetabil gegerbt wurde, sind diese Schuhe besonders angenehm zu tragen.

Über der Brandsohle liegt die Decksohle. Sie ist eine weiche und abriebfeste Abdeckung aus Leder. Das Format hängt von der Passform des Schuhs ab: Sie kann sich über die komplette Länge ziehen oder nur einen Teilbereich abdecken.

Bei dem Rahmen handelt es sich um die tragende Konstruktion des Halbschuhs. Er besteht häufig aus robustem Rindleder, hat eine Länge von 60 cm und eine Breite von 3 cm. Mit seiner strapazierfähigen Beschaffenheit sorgt er für den optimalen Zusammenhalt von Sohle, Brandsohle und Schaft.

Eine gute Schuhsohle ist unabdingbar für einen gesunden Fuß.

Die Ausballung entsteht oft erst bei der Benutzung. Sie besteht typischerweise aus einem elastischen Rohstoff wie Filz oder Kork und wird zwischen die Brandsohle und die Zwischensohle gesetzt. Im Laufe der Zeit passt sie sich an die Fußform und das Gewicht des Schuhträgers an, sodass sich ein Fußbett bildet. Zudem dient diese Ausballung als Schutz vor Temperaturschwankungen.

Zwischen der Brandsohle und der Laufsohle kann sich ein Gelenkstück befinden. Dieses bedeckt die Fläche vom mittleren Absatz bis zum Beginn des Vorderfußes. Das Element aus Gelenkfeder und dazugehöriger Abdeckung erhält die Passform des Schuhs und unterstützt zugleich die Gehbewegung.

Zwischen der Fersenpartie und dem Ballen kann außerdem eine Gelenkfeder integriert werden. Dies ist eine Stahlfeder, die etwa 10 cm lang und 1,5 cm breit ist. Sie kommt in den Hohlraum, der sich zwischen Brandsohle und Rahmen befindet, und wirkt dem Wackeln des Schuhabsatzes entgegen. Durch dieses verstärkende Element hat man außerdem einen besseren Halt beim Gehen. Der Absatzfleck ist für den richtigen Absatzstand verantwortlich. Hierbei handelt es sich um ein Lederstück, das der Absatzform entspricht.

Ein weiteres Teil im Absatzbereich ist ein Lederstreifen, der als Keder bezeichnet wird. Diese Keder wird gewissermaßen als Grundelement für die Laufsohle eingesetzt. Bei rahmengenähtem Schuhwerk erfolgt die Befestigung der Keder durch Holznägel, bei zwiegenähten Schuhen durch eine Naht.
Der Oberfleck ist der Laufabsatz. Als zusätzliche Verstärkung hat diese obere Lederschicht häufig eine Gummi- oder Metallkante, damit sie durch die Bodenberührungen nicht so schnell verschleißt. Bei einigen Schuhen besteht auch der ganze Oberfleck aus Gummi.

Als Oberleder bezeichnet man das gesamte Leder auf dem Schuhschaft. Die Standardstärke liegt bei etwa 1,2 mm. Abhängig davon, um welche Art Schuhe es sich handelt, kann es sich beim Oberleder um Kalb- oder Rindleder handeln.

Die Überstemme soll verhindern, dass sich das Oberleder zu stark ausdehnt. Sie gibt dem Schuh mehr seitlichen Halt und wird zwischen dem Oberleder und dem Futterleder integriert. Eine weitere Sicherung erhält der Schuh durch das Gemband. Dieses ist ein Kunststoffelement, das unten an der Brandsohle eingesetzt wird. Wenn es sich um rahmengenähte Schuhe handelt, erfolgt an dieser Stelle auch das Annähen von Schuhschaft und Rahmen. Bei handeingestochenen Schuhen gibt es üblicherweise kein solches Gemband. Stattdessen arbeitet man die Kante unmittelbar aus der Brandsohle, die als solide Basis funktioniert.

Kurzes Fazit

All diese Details geben Aufschluss über die Güte eines Schuhs. Auch wenn man einige Komponenten nicht direkt erkennen kann, sorgen sie für eine lange Haltbarkeit und sind zudem für den Komfort verantwortlich. Es lohnt sich also, genau hinzusehen.

Bildquellen:

1) fotolia.com © Monkey Business
2) fotolia.com © fotoinfot
3) fotolia.com © fotoinfot