Geld richtig anlegen - aber wie?

Das richtige Anlegen des hart verdienten und/oder ersparten Geldes ist eine schwierige Angelegenheit. Besonders in den heutigen Zeiten niedriger oder sogar sehr niedriger Verzinsung fragen sich die Sparer, ob und wo sie ihr Geld noch vermehren können. Viele Menschen fragen sich, warum sie ihr Geld überhaupt anlegen sollten, wenn sie im schlimmsten Fall zehn Jahre später sogar weniger bekommen, als sie ursprünglich angelegt hatten. Dieser Artikel dient der Vorstellung verschiedener Anlagearten und der Erklärung von Vor- und Nachteilen der Optionen. Zudem gibt er ein paar Hilfestellungen, worauf beim Investieren zu achten ist.

Traditionelle Geldanlagen

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Die meisten Deutschen legen ihr Geld noch ganz traditionell in einem Sparbuch an. Dies trifft für 51 % der Bevölkerung zu, was daran liegen dürfte, dass das Sparbuch als ,,eine der sichersten Geldanlagemöglichkeiten“ (Quelle: https://www.bkm.de/geldanlage/) gilt. Viele Bankkunden benutzen sie daher als einen zentralen Baustein eines Anlageportfolios. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, sich nicht auf eine Anlage zu beschränken, sondern verschiedene Möglichkeiten zu kombinieren. Eine weitere klassische Möglichkeit ist der Bausparvertrag, den Eltern nutzen können, um systematisch über Jahre Startkapital für den Nachwuchs zu generieren. Damit erhalten sie zugleich einen Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen. Ähnlich sicher und langfristig ist das Festgeldkonto, bei dem die Sicherheit der Einlage gesetzlich geregelt ist. Bis zu 100.000 Euro sind pro Kunde und Bank in jedem Fall gewährleistet. Diese Gewährleistung gilt auch für Sparbuch und das viel kurzfristige Tagesgeld. Tagesgeldkonten haben ihrerseits den Vorteil, dass man kurzfristig auf unvorhergesehene Ausgaben reagieren kann, sie eignen sich aber nicht für langfristige Investitionen. Ein Klassiker sind die sogenannten Bundesanleihen und Bundesschatzbriefe, die allerdings derzeit geringere Zinserträge versprechen.

Die Riester-Rente als Option?

Der Abschluss einer Riester-Rente kann sich lohnen. Allerdings vor allem dann, wenn interessierte Verbraucher Kinder haben oder es sich eher um Geringverdiener handelt. Dabei ist es grundsätzlich notwendig, zu einer bestimmten Personengruppe zu gehören, beispielsweise zu Beamten, Richtern, Soldaten, Landwirten u.ä. Auch hier gibt es eine Garantie für die Einlage. 

Immobilien und Edelmetalle

Immobilen können je nach Lage und Wert eine sehr sichere und dauerhafte sowie krisensichere Investition sein, zumal durch eine mögliche Vermietung zusätzliches Kapital zu erzeugen ist. Zu beachten ist allerdings, dass die Kosten beispielsweise in Sachsen seit Jahren kontinuierlich ansteigen und sich ihre Steigerung sogar beschleunigt. Wer es noch handfester mag, investiert in Gold, Silber oder sogar Platin. Die Anleger sind hier allerdings völlig auf die Kurse der Metalle angewiesen – es gibt keine Zinsen oder eine Dividende. Durch den Handel der Edelmetalle in Dollar müssen Interessenten zudem Währungsrisiken eingehen. Ein Vorteil ist dennoch, dass die Edelmetalle dann stets im eigenen Besitz und damit verfügbar bleiben. 

Aktien

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Insbesondere für Kleinanleger sind Aktienfonds besser geeignet als Einzelaktien. Auch hier empfiehlt es sich, die Anlage breit zu streuen. Allerdings sind diese Investitionsmöglichkeiten weniger sicher als die bereits angeführten, sodass eine gewisse Risikobereitschaft auf Seiten der Interessenten notwendig ist. Gemein mit den konservativeren Anlagevarianten ist dem Aktienmarkt allerdings, dass es sich hier ebenfalls um eine eher langfristige Anlagemöglichkeit handelt.  

Worauf achten?

Zunächst ist es wichtig, dass der Interessent sich über seine Möglichkeiten selbst informiert. Zunächst ist die eigene finanzielle Situation zu eruieren, bevor man überhaupt anlegt – schließlich erfordern viele Anlagearten Mindestbeträge. Zudem ist es ein zeitintensives Geschäft, Geld anzulegen. Recherche kostet Zeit, so wie schlechte Investitionen viel Geld kosten können. Legt ein Interessent zum Beispiel sein Geld schlecht an oder versteht es nicht, wird er im schlimmsten Fall mit Verlusten rechnen müssen. Es empfiehlt sich also, nur da anzulegen, wo man wirklich den Durchblick hat. Bei einer vorliegenden Verschuldung verbietet sich die Anlage – denn ein Kredit ist meist mit Zinsen belegt, die abzuzahlen sind! Wer mit kalkulierbareren Risiken arbeitet, wird im Zweifelsfall belohnt, egal, welche Anlageart er wählt. Wichtig ist es zudem, Investitionen jährlich zu überdenken und das Geld anderswo anzulegen, falls sich die Wahl als schlecht erwiesen hat. Es ist möglich, dass sich die eigenen finanziellen Voraussetzungen ändern – diese benötigen eine Berücksichtigung in der Anlageplanung. Sollte weniger Geld als im Vorjahr zur Verfügung stehen, muss das Anlagevolumen reduziert werden, sind die eigenen Einnahmen hingegen gestiegen, lohnt es sich, weitere Maßnahmen zu planen und umzusetzen. Wichtig sind klare Ziele bei der Geldanlage, um geeignete Optionen zu ermitteln. So lohnt sich beispielsweise für den nahenden Autokauf eher eine kurzfristige Variante wie das Tagesgeldkonto. Große Vorsicht ist bei Angeboten gefragt, die gleichzeitig eine hohe Sicherheit, Verfügbarkeit und immense Erträge anbieten. Allzu oft sind nur die risikoreichen Investitionen die, die gleich hohe Renditen abwerfen. Geduld ist also gefragt! 

Clever handeln

Abschließend lässt sich sagen, dass die Anlage in Zeiten niedriger Zinsen trotzdem eine interessante Perspektive für private Anleger sein kann. Das intelligente Abwägen der eigenen Möglichkeiten sowie der Risiken ist sicherlich der erste Schritt. Je nach investierbarem Kapital ist eine breite Streuung  so empfehlenswert wie ein Überdenken der eigenen Schritte über die Zeit. Es können sich vor Jahren getätigte Investitionen als mittlerweile ineffektiv geworden herausstellen. Eine gewisse Dynamik sollten Interessenten für zukünftige Pläne also einplanen. Schlau investieren heißt nachhaltig investieren!