90 Jahre Lichtspiel in Riesa

Riesa. Seit 90 Jahren flimmern im Riesaer Kino die neuesten Filme über die Leinwand. Mittlerweile flimmert dank 3D-Technik zwar nichts mehr, aber die Neugier der Kinofans ist ungebrochen. Ein Zeitungsbericht im Riesaer Tageblatt aus dem Jahr 1927 kündet von der »Eröffnung des neuen Lichtspieltheaters Capitol am 1. Weihnachtsfeiertag nachm. 4 Uhr«. (Kopie der Originalschrift zur Verfügung gestellt vom Stadtmuseum Riesa) Damit ist der Beweis da: Das Riesaer Kino gibt es mittlerweile seit 90 Jahren und der Auftrag an die neue Kultureinrichtung war klar: Es sollten alle Schichten der Bevölkerung im Kultur- und Kunsttreff vor der Leinwand oder Bühne vereint werden und gemeinsam die bewegten Bilder genießen. Neben der zielbewussten Kulturarbeit, die den Geschmack aller Bürger treffen sollte, hoffte man auf die Bekanntheitssteigerung der damals vorwärtsschreitenden Stadt an der Elbe. Im Haus fanden in den nächsten Jahrzehnten auch die Aufführungen der Sächsischen Landesbühne und volkstümliche Sinfoniekonzerte statt, heißt es im Artikel weiter. Gelobt wurde auch die wundervolle Farb- und Lichtharmonie sowie die hohe technische Ausstattung. Die damaligen Besitzer Anna Bach und Carl Schreiber starteten in die Geschichte der Kinowirtschaft in Riesa mit dem Film »Der Orlow« nach einer Operette von Ernst Marischka und Bruno Granichstaedten. Seit 1988 leitet Maik Honscha die Geschicke des Hauses und tut es quasi noch heute als Regionalleiter mit Sitz in Riesa. »Durch eine erweiterte Bühne mit Orchestergraben, Aufzug und separaten Garderoben ist der Saal auch für Theater und Konzertveranstaltungen, Jugendweihen und Tagungen nutzbar. Der Rang ist durch zwei Treppen erreichbar«, erzählt Theaterleiter Alexander Malt. Jahre später macht das Riesaer Kino unter anderem 1992 wieder von sich reden. Als es von Heiner Kieft und Gerd Politt von der Bezirksfilmdirektion Dresden erworben und als renovierter Filmpalast »Capitol« mit nun vier Sälen wieder eröffnet wird. Die Geschwister Marlis und Heiner Kieft sind heute noch die Inhaber des Hauses. Diese Filme begeistern die Kino-Fans Übrigens, zur Premiere des Films »Go Trabi go 2« waren die Hauptdarsteller Wolfgang Stumph und Claudia Schmutzler nach Riesa gekommen. 5?000 Besucher sorgten für eine volle Kinokasse. Im Juni 2009 wurde dann die erste 3D-Anlage in Betrieb genommen, gezeigt wurde »Ice Age 3« und später »Avatar«. Seit 2011 ist das Kino komplett digitalisiert. »Den 35mm-Film haben wir endgültig in Archivkisten verstaut«, fügt Malt an. Bereits im Mai 2012 wurde ein fünfter Saal eröffnet. Im vergangenen Jahr waren die Kassenschlager: »Fack ju Göhte 3«, »Fifty Shades of Grey 2« und »Ich, einfach unverbesserlich 3«. Zur Begleitung des besten Dokumentarfilms 2017 »WEIT: Ein Weg um die Welt« (bis heute mehr als 350 000 Besucher in Deutschland) besuchten im Mai die Filmemacher Patrick Allgaier und Gwen Weisser mit ihrem Sohn, welcher auf ihrer Weltreise in Mexiko das Licht der Welt erblickte, die Riesaer Fans. Theaterleiter Alexander Malt ist es heute wichtig, sich auch für die Stadt zu engagieren. Im vergangenen Jahr hat sich der »Filmpalast« aktiv an der Stadtwette des HGV beteiligt und allen Kindern, die als Eiskönigin oder Olaf vor Ort waren, eine Kinovorstellung spendiert. Seit 90 Jahren flimmern im Riesaer Kino die neuesten Filme über die Leinwand. Mittlerweile flimmert dank 3D-Technik zwar nichts mehr, aber die Neugier der Kinofans ist ungebrochen. Ein Zeitungsbericht im Riesaer Tageblatt aus dem Jahr 1927 kündet…

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Mutter von totem Neugeborenen ermittelt

Niederau. Die Dresdner Morduntersuchungskommission und die Staatsanwaltschaft Dresden haben die Mutter des am 07.12.2017 in Niederau aufgefunden toten männlichen Säuglings ermittelt. Gegen die 30jährige aus dem Raum Meißen werden wegen des Verdachts des Totschlages Ermittlungen geführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Dresden wurde die 30-Jährige gestern (09.01.2018) einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Dresden vorgeführt, der Haftbefehl erließ und in Vollzug setzte. In den vergangenen Wochen standen für die Polizei Ermittlungen im Umfeld des Fundortes im Vordergrund. Dabei befragten die Ermittler ca. 350 Personen. Zudem gaben 20 Frauen freiwillig DNA Proben ab. 37 Hinweise gingen zu dem Fall bei der Dresdner Polizei ein. Einer führte schließlich zu einer 30-Jährigen. Nach weiteren Ermittlungen erwirkte die Staatsanwaltschaft Dresden am Amtsgericht Meißen einen Beschluss zur Entnahme einer DNA Probe der Frau, den die Ermittler am Montag (08.01.2018) vollzogen. Noch am Nachmittag lag das Auswertungsergebnis vor. Die Probe der 30-Jährigen stimmte mit der vorliegenden DNA Spur der leiblichen Mutter überein. Ermittler nahmen die Frau daraufhin am Folgetag (09.01.2018) vorläufig fest. In ihrer Vernehmung legte sie ein Geständnis ab. Sie bestätigte dabei auch, dass der Fundort nicht der Geburtsort war. Die 30-Jährige hatte das Kind in ihrem Auto, unweit vom späteren Fundort, lebend zur Welt gebracht. Unversorgt soll sie das Kind in Handtücher gewickelt und unmittelbar nach der Geburt in Niederau abgelegt haben. Dort wurde das verstorbene Kind am 07.12.2017 gefunden. Die Dresdner Morduntersuchungskommission und die Staatsanwaltschaft Dresden haben die Mutter des am 07.12.2017 in Niederau aufgefunden toten männlichen Säuglings ermittelt. Gegen die 30jährige aus dem Raum Meißen werden wegen des Verdachts des…

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