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Meißner Geschichte wird gerettet

Meißen. In Dresden entsteht ein Ausstellungsexponat mit echter Meißner Geschichte. Ein Wagen der Güterstraßenbahn soll restauriert werden.

Nur ältere Meißner haben die bis 1968 verkehrende Güterstraßenbahn noch in Erinnerung. Ab Februar restauriert das Sächsische Umschulungs- und Fortbildungswerk Dresden e.V. (SUFW) einen Güterwagen dieser Bahn.

Als Exponat soll der zweiachsige Schmalspurgüterwagen in die Stadt Meißen zurückkehren, die er im Zweiten Weltkrieg verlassen hatte. Am Meißner Elbkai bestand einst ein reger Güterumschlag zwischen der Binnenschiffahrt und der Straßenbahn. Dazu gab es 17 zweiachsige offene Güterwagen. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges endete dieser Güterverkehr. wegen des Importstopps amerikanischer Jute. Diese traf per Schiff für die Meißner Spinnereien ein. Den Großteil der dadurch nicht mehr benötigten Güterwagen übernahm der Militärfiskus des Reiches. So gelangten sechs der Wagen auf die Nordseeinsel Langeoog, wo sie für Materialtransporte zur militärischen Befestigung der Insel gegen England dienten. Die nach Kriegsende noch vorhandenen vier »Meißner Güterwagen« kamen fortan im öffentlichen Frachtgüterverkehr zum Einsatz.

2009 verlagerte die Inselgemeinde den Güterverkehr von der Schiene auf Elektrolastfahrzeuge. Die 20 Inselbahngüterwagen fanden bei Eisenbahnfreunden in ganz Deutschland neue Eigentümer. Einen nach Bielefeld gekommenen »Meißner« erwarb der in Dresden ansässige Verein »Initiative Sächsische Eisenbahngeschichte e.V.« (ISEG). Er möchte das Fahrzeug restaurieren lassen und als Ausstellungsexponat nach Meißen geben.

Bereits 2012 kam die letzte erhaltene Güter-Ellok als Leihgabe zurück nach Meißen. Sie ist im ehemaligen Betriebshof, der heute als Städtischer Bauhof genutzt wird, hinterstellt. Um diese technischen Schmuckstücke jüngeren Generationen und Gästen der Stadt präsentieren zu können, möchten die ISEG sowie die »Interessengemeinschaft Wagen« den Güterwagen sowie ein Rollbockpaar und einen Regelspurgüterwagen nach Meißen holen. Gemeinsam mit dem 2014 in Keilbusch geborgenen Beiwagen 14 der Meißner Straßenbahn sowie Exponaten von der Bimmelbahn nach Meißen und Lommatzsch wäre dies der Grundstock für eine deutschlandweit einzigartige Schauanlage.

Wo und ab wann diese der Öffentlichkeit präsentiert werden könnte, steht noch nicht fest. Bis dahin müssen noch Voraussetzungen geschaffen werden, unter anderem die vollständige Finanzierung der Restaurierung.

Spendenkontakt

Joachim Schulz Initiative Sächs. Eisenbahngeschichte e.V. Am Waldschlösschen in Dresden

www.der-letzte-sachse.de

IBAN: DE93 8505 0300 3200 0801 31

Zweck: »Meißner«

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