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Friedensfest und „Rechts rockt nicht“

Ostritz. Das in Ostritz geplante Neonazi-Festival „Schild und Schwert“ stößt auf breite Ablehnung. Mit dem Friedensfest auf dem Markt und "Rechts rockt nicht" auf der Lederwerkswiede setzt man sich für ein friedliches Miteinander, Weltoffenheit und Toleranz ein.

Vom 20. bis 22. April wollen Rechtsextreme auf dem Grundstück des Hotels „Neisseblick“ ein Festival feiern. Dem will man sich in Ostritz mit einen Friedensfest und der Veranstaltung „Rechts rockt nicht“ entgegenstellen. In einer Oberlausitzer Erklärung haben außerdem 40 Bürgermeister ihren Standpunkt deutlich gemacht.

Friedensfest auf dem Marktplatz

Das Friedensfest wurde vom Internationalen Begegnungszentrum St. Marienthal (IBZ) ins Leben gerufen. Das IBZ organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit vielen Vereinen, Kirchen, Stiftungen, Initiativen und Bürgern.

Konzerte, Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge, Menschenkette, Puppenspiel, Tanz – Das Programm zum Friedenfest ist lang und vielfältig. „Es kommen täglich Anfragen von Bands, von Theatern, von Vereinen, die uns unterstützen und beim Friedensfest auftreten wollen“, sagt Dr. Michael Schlitt, Leiter des Internationalen Begegnungszentrums. Er räumt aber ein, dass es neben großer Unterstützung auch Ablehnung gebe. Ein immer wieder hervorgebrachtes Argument sei, dass man das Festival der Rechtsextremen mit solchen Gegenveranstaltungen nur aufwerte. Schlitt sieht das anders. Die Nachricht, das Rechtsextreme in Ostritz ein Festival feiern, sei durch ganz Deutschland gegangen. Das Wochenende werde bundesweit Beachtung finden. „Wir müssen dafür kämpfen, dass Ostritz nicht den Ruf einer Nazistadt bekommt.“

„Rechts rockt nicht“ auf der Lederwerkswiese

Auf der Lederwerkswiese hat die Linke eine Kundgebung angemeldet. Das Bündnis „Rechts rockt nicht“ will sich dort mit Bands, Redebeiträgen und einem breiten Spektrum an Infoständen und Mitmachangeboten gegen Hass und Menschenfeindlichkeit einsetzen. Für Musik sorgen werden unter anderem Banda Internationale, Volker Putt und Sebastian Krumbiegel. „Wir stehen nicht in Konkurrenz zum Friedensfest. Wir stellen uns alle gemeinsam gegen die menschenverachtende Ideologie des angemeldeten Festivals“, sagt der Landtagsabgeordnete Mirko Schultze. Man akzeptiere den Wunsch des IBZ, dass das Friedensfest unpolitisch sein wolle. Da es aber auch einen Wunsch nach politischer Artikulation gab, habe man diese Kundgebung ins Leben gerufen.

Oberlausitzer Erklärung

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erhielt vergangene Woche bei einem Besuch im Landkreis Görlitz eine Erklärung von 40 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Im Vorfeld des geplanten Neonazi-Festivals in der Gemeinde Ostritz positionieren sich die in Verantwortung für die Menschen in der Region stehenden Personen darin klar für eine lebenswerte Region ohne Rechtsextremismus und rufen dazu auf, das parallel stattfindende und unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kretschmer stehende Friedensfest zu besuchen.

Mehr zum Friedensfest erfahren Sie auf www.ostritzer-friedensfest.de

Mehr zur Initiative „Rechts rockt nicht“ gibt’s auf www.rechtsrocktnicht.org

Programm Friedensfest:

FREITAG, 20.04.18

18:00 Konzert des Akademischen Chors Zittau/Görlitz unter Leitung von KMD Prof. Dr. Neithard Bethke in der ev.-luth. Kirche an der B99
20:30 Menschenkette um den Marktplatz

IM FESTZELT
19:00 Café Änn Oldtime-Folk Musik
19:45 Europa Chor Akademie Görlitz unter Leitung von Prof. Joshard Daus
20:00 Eröffnung des Ostritzer Friedensfestes
Dr. Michael Schlitt, Vorst andsvorsitzender derStiftung IBZ St. Marienthal
Michael Kretschmer, Ministerpräsident, Freistaat Sachsen
Marion Prange, Bürgermeisterin der Stadt Ostritz
Moderation: Ute Seckendorf & Mike Brendel (Institut B3)
21:00 Yellow Cap Ska- und Rocksteady-Band
22:30 Discoteca tropical Globaler Sound für Herz und Hüfte

IN DER JURTE
18:00 Kurzfilme in der Jurte vom Filmclub „von der Rolle“ und Kunstbauerkino
20:00 Thomas Majka und Vincent Frommer zaubern als Die Ententrainer

SAMSTAG, 21.04.18

IM FESTZELT
10:00 Kindermusik mit Leichtfuß und Liederliesel
11:00 Harfe und Gesang Katja Neumann
12:00 Rolli-Tanz Gruppe Görlitz
13:00 Jugendchor Citavia e.V.
13:30 Sheyne Khaloymes Klezmer Musik
14:00 Singekreis Markersdorf e.V. unter Leitung von Ulf Großmann
15:30 Kinder- und Jugendzirkus Applaudino
17:00 Görlitzer Bachchor unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Reinhard Seeliger
18:00 2ersitz aus Leipzig Pop/HipHop
19:30 Groove Cover Cover-Band
20:45 Post modern Orchestra Instrumental-Experimental-Post-Rock
22:00 Jenix Rock´n´Roll – harte Riffs und weiche Songs
23:00 Heliod Sun Rock
und zwischendurch: DJ OB (aka Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister von Weißwasser/O.L.) von der Discothek Nihil Novum Sole

10:00 Uhr – 18:00 Uhr BUNTE VIELFALT FÜR KLEIN UND GROSS

Spielepavillon von Family Games e. V., ENSOmobil – Malen, Basteln, Schminken, Infomobil der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, KinderUmweltBus der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, Strickblock – Bitte Strickzeug mitbringen, Human Kicker der Evangelische Schulen Sachsens, Graffiti Wand der Evangelische Schulen Sachsens, Stand der Evangelischen Zinzendorfschulen Herrnhut, Stand der Landesstelle Nachbarsprachen, Stand des Demokratiezentrums Sachsen, Stand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Spielstraße des Deutsch-Polnischen Kinderhauses St. Franziskus Ostritz, Spielemobil der Arbeiterwohlfahrt, Hüpfburg vom Jugendring Oberlausitz e.V. sowie Spielemobil Olli mit Rollenrutsche, Trampolin, Buttonmaschine uvm., Mobiler Basketballkorb vom Görlitzer Basketball Club Squirrels e.V., Stand des Schwalbentanz e.V. (Festival Zittauer Gebirge), Stand vom
Meetingpoint Music Messiaen e. V.  mit Vorstellung der
Ausstellung „Zwangsarbeit in Görlitz“, Arabisches Kaffeezelt
von Augen Auf e.V., Henna-Malerei vom Mehrgenerationenhaus Rothenburg, Stand des Altenpflegeheimes St. Antonistift Ostritz mit Straßenmemory, Stand des Förderkreises Synagoge Görlitz e.V., Kreatives Angebot für jedes Alter vom Kunstkoffer Görlitz, Jonglierworkshop vom Kinder- und Jugendzirkus Applaudino, Lebendige Bibliothek – Zeitzeugengespräche

WEITERHIN
12:00 Ankunft der Sternradfahrer
14:00 Fauler Lenz (Folkband)
15:30 3 Posaunen (Straßenmusiktrio)
16:00 Akoma (afrikanische Musik)
16:30 Friedenstauben & Luftballons steigen lassen
17:00 „Auf unsrer Wiese gehet was“ Puppenspiel vom Theater Klinger
21:30 Feuershow vom Zirkus Applaudino

UND NOCH MEHR
Blubberey – Show und Verzauberey mit Riesenseifenblasen, Banner des Chemnitzer Friedenstages von der Aktion C, Kinderpappfiguren in Lebensgröße Hand in Hand und Türprojekt von der Schkola, Wunschbaum auf dem Marktplatz, Offene Kirchen – das ganze Wochenende zum Gebet, Geschmückte Bäume am Marktplatz durch das, Dt.-Poln. Kinderhaus St. Franziskus Ostritz

IN DER JURTE
10:00 Filme von Ostritzer Stadtfesten mit Theater & Co
12:00 TROCKENDOCK (szenische Lesung) von Jan Treiber
13:00 Theater Camillo
14:00 Ich habe nichts gegen Menschen aber… Lesung für feministische Vielfalt
16:00 Redebeitrag von Sascha Elsner
16:30 Filme von Ostritzer Stadtfesten mit Theater & Co
18:00 Vortrag ONE von Lukas Zimmermann

Weiterhin unterstützen:

IBZ
Me-O-Wa
Hillersche Villa
Weichaer Hof
Fleischerei Müller
Amadeu Antonio Stiftung
Projekte für Demokratie
Landskronbrauerei
B3 Institut
Freistaat Sachsen
Katholische Akademie
AKSB
Kreistagsfraktion Die Grünen
ADFC Görlitz/Ostsachsen

Das Programm-Faltblatt können Sie hier anschauen oder im PDF-Format herunterladen: http://ostritzer-friedensfest.de/wp-content/uploads/2018/03/Ostritzer_Friedensfest_Programm.pdf

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Kommentar von Wächter Steffen
Ich glaube das viele der Organisationen die hier Stimmung gegen das von der NPD geplante Festival machen nichts mit Frieden und Demokratie am Hut haben. Den gerade die NPD wurde von Seiten des Staatsschutzes in letzter zeit so häufig überprüft das sich für mich kein Grund ergibt diese Partei und Ihre Mitglieder als Feinde der Verfassung und unseres Landes zu sehen.
Ganz anders sieht es doch bei Leuten aus die ,,Nie wieder Deutschland" oder ,,Deutschland Du mieses Stück Scheiße" schreien aber auf kosten des Deutschen Steuerzahlers leben.
Friedensaktivisten, die Antisemitische Horden ins Land holen wollen und das nach dem was im Dritten Reich geschehen ist und alte Menschen zusammenschlagen bespucken und beleidigen wen diese nicht Ihrer Meinung sind.
Ich denke die wahren Faschisten verstecken sich hinter den Kürzel Antifa.
Ich wünsche allen Menschen am Wochenende ein Friedliches Nebeneinander und den Einwohnern von Ostritz wünsche ich das Sie nicht das erleben müssen was In Hamburg oder letztes Wochenende in Wurzen von den Schwarzen Verbrechern angerichtet wurde.