gb

Zimmis Einwurf – Schau‘n mer mal richtig hin...

Dresden. ...dann wird meistens alles anders.

Apropos schau‘n mer mal. Die Lichtgestalt, was der Kaiser ist, wurde am Montag 72. Und kein einziger gratulierte ihm in irgend einem Medium. Ich lasse mir ohnehin das Sommermärchen vor elf Jahren nicht kaputt reden. In einer kaputten Welt, in der damals in Deutschland aber restlos alles in Ordnung war. Dank des Königs, der Fußball hieß. Inzwischen wird auch der ordentlich regiert. Vom Gott des Geldes, wie ein Christian Streich, Trainer des SC Freiburg, treffend vermerkte. Obwohl: Als den am Sonnabend die Nerven verließen wegen der Roten Karte gegen seinen Spieler Ravet im Videobeweis, sind auch hier Zweifel am untadeligen Sportsmann ausgemacht.

Schau‘n mer mal genau hin und bemerken eine rüde Wild-West Attacke gegen Schmelzer, der sechs Wochen ausfallen muss wegen eines Teilabrisses im Sprunggelenk. Der Videobeweis brachte die Tatsachen ans Licht. Aber halt nur in der reichen ersten Liga. Im Unterbau muss umgedacht werden. Ein klares Handspiel vom Fürther Hoffmann wurde eigentlich nur von Dynamos Trainer Uwe Neuhaus erkannt. Selbst der unmittelbar betroffene Dynamo-Verteidiger Florian Ballas reklamierte nicht, senkte den Kopf und ließ den Ausgleich einfach geschehen. Zwischen der ersten und zweiten Liga klafft also der berühmte Unterschied zwischen arm und reich. In der Beletage wird alles beobachtet, in der zweiten geht es rund wie immer. Auch darauf muss ein Trainer inzwischen achten. Stopp mal! Da ist noch ein Unterschied. Der Bochumer Kapitän Felix Bastians gibt gegenüber dem Schiedsrichter zu, einen Elfmeter, den er schon bekommen hatte, geschunden zu haben. Was für eine Geste. Und Bochum dreht noch das Ergebnis. He, Fußballgott, Daumen hoch! Und alles Gute, Franz zum 72.

Ihr Gert Zimmermann 

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Eggerts Ostwind – Wahl-Sinn

Sachsen. Es gehört ins Fach der heutzutage gern produzierten Fotofälschungen, dass die verflossene SED ihren XI. Parteitag einst mit dem Spruch „Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben" gelobt habe. Damit ist klar: Der Text des aktuellen CDU-Plakates „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben" stammt nicht, wie der mecklenburgische AfD-Chef Leif-Eric Holm erkannt haben wollte, aus der DDR-Werbekiste. Ob das den Slogan besser macht, sei dahin gestellt. Auf alle Fälle sorgte der Mann mit seiner fälschlichen Behauptung für Misstrauen in AfD-Entäußerungen generell. Und er provozierte Aufmerksamkeit für die gängige Wahlwerbung, der ansonsten wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Und deren Erkenntnisgehalt bei null liegt. Oder wie ergeht es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie sich in diesen Tagen vor der Bundestagswahl tatsächlich einmal durch den Sprüchewald quälen? Wem schreiben Sie beispielsweise den Ruf „Es geht um unser Land!" zu? Der FDP, der AfD, der SPD, den Linken, den Grünen? FDP wäre richtig. Die SPD variiert die nationale Karte mit „Zum Land der Dichter und Denker passt eine Politik, die in Ideen investiert", die AfD mit „Mut zu Deutschland!", während ein Spitzen-Linker versichert: „Mit Armut in unserem reichen Land werde ich mich nicht abfinden". Allein die Grünen haben es nicht so mit dem Deutsch-Nationalen. Sie murmeln etwas „Von weniger Europa hat keiner mehr!" Da wissen wir dann, wo es lang geht. Nach der Wahl. Ihr Hans EggertEs gehört ins Fach der heutzutage gern produzierten Fotofälschungen, dass die verflossene SED ihren XI. Parteitag einst mit dem Spruch „Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben" gelobt habe. Damit ist klar: Der Text des aktuellen CDU-Plakates…

weiterlesen