Grit Büttner

Zimmis Einwurf: Dynamo-Fans müssen...

...jetzt sehr tapfer sein. Viele ahnten es, die meisten wussten es schon. Auf der Geschäftsstelle des Vereins ging es jahrelang drunter und drüber. Obwohl die, die dort arbeiteten, sich bemühten. Es gibt kein seriöses Personal-und Führungsmanagement, es fehlten Prozesse und Strukturen, Firmenwerte und Unternehmensgeist. Das sind keine Erkenntnisse von irgendwelchen Schreiberlingen, die dem Verein nicht etwa positiv gegenüberstehen.

Das ergab die Inventur des neuen Aufsichtsrates. Ganz schön starker Tobak? Oder doch endlich die Selbsterkenntnis, die vielleicht in den nächsten Jahren eine Trendwende bringen könnte? Deshalb wird aus zehn Bewerbungen gerade der ideale Geschäftsführer gesucht, der alle diese Missstände in den Griff bekommt.

Der Geschäftsführer Sport ist ja mit Ralf Minge schon gefunden, der am Mittwoch in Dresden aufschlägt und wie in der griechischen Mythologie den Dynamo-Augiasstall endlich auszumisten beginnt. Sollte ihm das gelingen, dann darf er sich einen zusätzlichen Vornamen geben. Herkules. Der war es, der in der Sage zwei Flüsse zusammenlegte und durch den 30 Jahre nicht ausgemisteten Stall des Königs Augias durchfließen ließ. Die Aufgabe galt als gelöst. Bei Dynamo sind es zwar erst 25 Jahre, doch die Sorgen sind groß.

Als erstes sollen die Kölmel-Millionen zurückgezahlt werden. Es sind genau 7,395 Millionen Euro. Und zwar bis zum 30. Juni des nächsten Jahres. Damit in Dresden endlich wieder die Fernsehgelder in den Verein fließen. Ein Projekt mit dem Namen "Wir sind Dynamo!" ist nach einem Jahr mühevoller Kleinarbeit mit Ordnungs- und Finanzamt gerade gestartet worden.

Die Faninitiative nennt sich Schuldentilgung und ist erreichbar unter der Internetseite www.ein-herz-fuer-dynamo.de. Wieder einmal sind es die Anhänger des Klubs, die ihr letztes Taschengeld opfern, um in die Mythologie des Vereins einzugehen. Denn nur wenn die Kölmel-Anleihe zurück gezahlt ist, könnte sich Dresdens Pfennigfuchser, Sparbürgermeister Vorjohann, vorstellen, ein klein wenig an der Schraube der unseriösen Stadionverträge zu drehen. Na klar, wir haben ja Wahl in Sachsen.

Bitte im Moment noch nicht auf die unbarmherzige Tabelle schauen. Trotz eines ordentlichen Auftritts in der Wuhlheide kommen immer noch keine Frühlingsgefühle auf.

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