Carola Pönisch

Pinguin-Café: Zerlegt, eingelagert, bewahrt

Dresden. Teile des Pinguin-Cafés vom Dresdner Zoo bleiben für die Nachwelt und eine sinnvolle Nachnutzung erhalten. Was genau damit geschieht, ist allerdings noch unklar.

Die Stahlkonstruktion, ein Element der Dachschalung, ein originaler Raumteiler und Waschbetonplatten der Außenanlage in unterschiedlichen Farben liegen seit Freitag sicher verwahrt im Lapidarium der Stadt (Sammlung von Steinwerken) in der ehemaligen Zionskirche an der Hohen Straße. Die Bauteile werden hier so gelagert, dass das Café später wieder aufgebaut werden kann.

Den Anstoß, das Café als Zeitzeugnis der Dresdner Nachkriegsmoderne zu retten, gab die Initiative „Ostmodern". Das Institut für Baukonstruktion an der TU Dresden erarbeitete eine Machbarkeitsstudie, auf deren Grundlage sich der Stadtrat im Januar entschied, 40.000 Euro für Rückbau und Einlagerung bereit zu stellen. Für Wiederaufstellung und Nutzung des Café soll es eine Konzeptausschreibung geben.

Lange Historie

Das im Volksmund genannte Pinguin-Café wurde 1969 anlässlich des 20. Jahrestages der DD als „Boulevard-Café" an der Karl-Marx-Allee in Berlin errichtet. Der Flachbau mit dem markanten Faltdach und verglasten Stahlrahmenfenstern wurde vom VEB Stahlhochbau Eberswalde gebaut. 1973 wurde das Gebäude von Berlin nach Dresden transportiert, wo es seither als Café neben der Pinguin-Anlage des Zoo stand. Dort war es jedoch nur in der warmen Jahreszeit nutzbar. Der Zoo bekommt nun ein neues Café der Stelle.

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