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Leolit ist kein Gestein

Dresden. Die Dresdner sind alles andere als heiratsmüde. Deshalb dürfen sich Verliebte bald (wieder) im Neuen Rathaus trauen lassen. Trauen ist ein gutes Stichwort, wenn es um die Namen des Dresdner Nachwuchses geht.

Man kennt die Szene: Alles ist angerichtet, die Hochzeitsgesellschaft ist voller Erwartung  als der Bräutigam plötzlich kalte Füße bekommt und sich von Dannen macht. »Alles Hollywood. Bei uns noch nie passiert«, heißt es beim Dresdner Standesamt. Allerdings brachte letztes Jahr jemand Lamas mit zur Hochzeit. »Das geht natürlich nicht«, sagt  Frank Neubert, Leiter des Dresdner Standesamtes.

Auch zahlenmäßig hatte das Jahr 2017 einige Überraschungen parat. Es wurden so viele Ehen geschlossen wie seit 25 Jahren nicht mehr. »2.493 und damit 105 mehr als im Vorjahr«, sagt Neubert. Ein Grund für diese positive Bilanz waren gesetzliche Änderungen. »Seit Oktober 2017 gibt es die Ehe für alle und damit Möglichkeit, bestehende Lebenspartnerschaften in eine Ehe umzuwandeln«, erklärt der Standesamts-Chef. 77 Mal wurde bis Ende Dezember Gebrauch davon gemacht.

Vom Stadion über´s Rathaus Weixdorf bis hin zu Schloss Albrechtsberg bietet die Stadt elf Locations für den großen Tag. In der Gunst ganz vorn: die Weigand Villa in Blasewitz mit 1.845 Eheschließungen. Termine dafür werden inzwischen ein Jahr im Voraus vergeben. Etwas Entspannung erhofft man sich daher von einer neuen Räumlichkeit. »Wir wollen einen Trauraum im Rathaus möglichst dieses Jahr noch in Betrieb nehmen«, sagt Detlef Sittel, erster Bürgermeister.   Ab 2019 sollen zudem mehr Termine in Weixdorf angeboten werden.

Bei den Geburten rangiert Dresden fast auf dem Niveau des Rekordjahres 2016. Insgesamt 8.457 (2016: 8.542) neue Erdenbürger erblickten das Licht der Welt in Dresden. »Die Zahl ist allerdings noch nicht bereinigt«, so Sittel mit Blick auf jene, die in Dresden entbunden hatten, hier aber nicht wohnen.
Besonders kreativ zeigten sich manche Eltern wieder bei der Wahl der Vornamen für ihren Nachwuchs: bei Leolit, Vitajnas, Gibbs (Jungs) sowie Lürlyd und Polarlys (Mädchen) mussten vorher Gutachten her. Leichter war es da für die Eltern von Karline, Mirabelle und Melida bzw. Nepomuk, Mex und Derick. Ob bei Letzterem ein »r« absichtlich vergessen wurde, ist nicht überliefert. Ein Kind hört seither – hoffentlich – auf »Luciano-Rodney Andrian-Amadeus«. 

Zu tun hatten die Mitarbeiter des Standesamtes aber beim Ausstellen von Sterbeurkunden. Mit 6.173 Sterbefällen wurde erst zum zweiten Mal seit der Wende die 6.000er Marke geknackt. »Grund ist einfach die Alterspyramide«, meint Neubert. Verwundert ist er lediglich über die wiederholte hohe Zahl der Kirchenaustritte  (2017: 1.425).

Mit der Zuwanderung wird die Arbeit im Standesamt nicht einfacher – weil sich fremdsprachige Dokumente häufen, deren Echtheit nicht immer zweifelsfrei bestimmt werden kann. »Es gibt etwa 40 Länder, wo Dokumente regelmäßig gefälscht werden. In so einem Fall müssen sogenannte Legalisationen durchgeführt werden. Das reicht im Zweifel bis zur Beauftragung von Vertrauensanwälten der Botschaft, die dann vor Ort recherchieren«, so Neubert. Zahlen zu Scheidungen gibt es dieses Mal nicht.

Top Namen 2017 in Dresden

Mädchen:
1. Emma
2. Johanna
3. Emilia
4. Anna
5. Clara

Jungs:
1. Emil
2. Karl
3. Paul
4. Oskar
5. Ben

Betrachtet man alle Vornamen (ersten, zweiten usw.), dann wurden Marie (116) und Sophie (100) am häufigsten vergeben.

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