Carola Pönisch

Kasperle kann Kisten packen

Dresden. Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ziehen ins Kraftwerk Mitte - allerdings frühestens im Oktober 2020, wahrscheinlicher ist das Umzugsjahr 2021

Mit ihrer mehr als 100.000 Inventarnummern umfassenden Sammlung von Theaterfiguren, –kulissen und Archivalien des 18., 19. und 20. Jahrhunderts gilt die Puppentheatersammlung Dresden als eine der bedeutendsten der Welt, sie genießt international einen sehr guten Ruf.

Hier in Dresden ist davon im allgemeinen eher weniger zu spüren. Gerade mal ein Prozent der Schätze aus dem Fundus konnten bisher der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Das meiste ruht seit vielen Jahren im Depot der Sammlung.

Wechselnde Standorte

Zunächst im Gartenhaus neben dem Japanischen Palais untergebracht, zog sie bereits ein Jahr später, 1953, in das heutige Kulturrathaus auf der Königstraße. Nach dem Auszug 1960 folgte das langjährige Domizil im Hohenhaus in Radebeul-Zitschewig, das den Erben von Gerhard Hauptmann gehörte. Aufgrund des Verkaufs des Hauses im Jahr 2003 musste schnell ein neues Domizil gefunden werden, die der ehemals evangelische Teil der Garnisonkirche in Dresden bot. Eine kleine Ausstellungsfläche befindet sich seit 2005 im Museum für Sächsische Volkskunst und kann der Qualität der stark angewachsenen Sammlung schon längst nicht mehr gerecht werden.

Auf ins Kraftwerk

Doch das soll sich demnächst ändern. Ab Oktober 2020 soll die Puppentheatersammlung im Gebäude "Lichtwerk" auf dem Areal Kraftwerk Mitte (Theatergasse gegenüber Eingängen Staatsoperette und TJG) eine neue und dann endgültige Heimat finden.

Dafür unterschrieben heute (6. Dezember) der kaufmännische Geschäftsführer des Staatsbetriebes Sächsisches Bau- und Immobilienmanagement (SIB) Oliver Gaber sowie der Geschäftsführer der DREWAG, Dr. Reinhard Richter, den Mietvertrag – im Beisein des scheidenden Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich, der damit einem seiner letzten offiziellen Termine beiwohnte.

Die 2750 qm Mietfläche erstrecken sich über mehrere Etagen des Gebäudes und werden von den SKD für Ausstellungzwecke und für das Depot der Puppentheatersammlung genutzt. Das bisherige Schaudepot „Puppentheatersammlung“ in der Garnisonskirche zieht ins Kraftwerk Mitte ein

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