Carola Pönisch

Hauptstraße: "Bitte nicht totschreiben"

Dresden.  "Schreiben Sie die Hauptstraße nicht tot. Es ist so toll hier, wir sind zufrieden", bittet eine Händlerin. So wie sie sehen es die meisten hier: Die Einkaufsmeile brodelt zwar nicht. Aber sie ist lebendig.

Immer mal wieder rauscht es im hiesigen Blätterwald: "Hauptstraße stirbt, Läden geben auf". Erst kürzlich titelte eine Dresdner Zeitung so. Sicher, es gab Zeiten, da sah es traurig aus auf der Meile. Doch das ist lange her. Was also ist dran an der Schlagzeile von neulich? Nichts, wenn man mit Händlern vor Ort spricht.

 Im Schuhladen

So wie mit Kathrin Horschig, seit 2005 Filialleiterin im Schuhgeschäft Leiser. "Klar, wir sind eine Schönwettermeile. Im Januar und Februar brodelt es hier nicht. Aber schauen Sie sich doch jetzt mal um. Wir haben hier eine tolle Fußgängerzone, die Hälfte unserer Kunden sind Touristen. Wir sind sehr zufrieden mit Lage und Umsatz." Seit 27 Jahren firmiert Leiser auf der Hauptstraße, seit einem Umsatzboom 2005 bis 2008 infolge der Frauenkirch-Weihe hat sich der Umsatz auf gutem Niveau stabilisiert. "Selbst der Onlinehandel hat uns bisher nicht geschadet."

 In der Apotheke

Dr. Katja Scarlett Daub hat mehrere Apotheken, eine davon eröffnete sie vor fast genau fünf Jahren in dem neu gebauten Haus an der Ecke Obergraben. "Die Hauptstraße ist eine geniale Flaniermeile, das bestätigen mir immer wieder Touristen, die von der Altstadtseite hierher gefunden haben. Wenn die Augustusbrücke saniert und Fußgängerzone wird, dann wird der Anschluss um vieles besser und die Straße noch lebendiger. Ich bin jedenfalls mit der Umsatzentwicklung sehr zufrieden", sagt sie. Selbst die schräg gegenüberliegende Apotheke sei kein Grund zu klagen, "seit wir gemeinsam unter einem Dach als City-Apotheken firmieren". Mit den Cocktailnächten und dem neuen Augustusmarkt zu Weihnachten kämen auch deutlich mehr Dresdner, die sonst nicht auf der Hauptstraße zu finden seien.

 Im Reisebüro

Ein Neuling auf der Meile ist Lutz-Peter Schöne, Inhaber des gleichnamigen Reisebüros. Im Juni letzten Jahres eröffnete er hier seine siebte Filiale, die erste auf Neustädter Seite. Für ihn sind es die vielen Büros im Barockviertel mit den vielen potenziellen Kunden, die den Reiz ausmachen und ihm bisher bestätigten, mit der Wahl des Standortes alles richtig gemacht zu haben.

 Fazit

Auf der Hauptstraße gibt es 50 Läden und 20 gastronomische Einrichtungen. Ein Geschäft - die ehemalige Strauss-Filiale - steht nach der Pleite der Kette aktuell leer. Im noch leeren "Marktplatz" öffnet Anfang April die erste deutsche Barfuss-Filiale (Socken statt Schuhe). "Sieht so eine kränkelnde Einkaufsmeile aus", fragt René Arndt, Vorstand des Vereins "Hauptsache Hauptstraße"? Nein, muss die ehrliche Antwort lauten.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Was passiert bei »Betten Johne«?

Riesa. Bereits vor einigen Wochen haben wir berichtet, das am ehemaligen Standort »Betten Johne« in Altriesa neue Nutzer mit der Sanierung des Gebäudes begonnen haben. Das Islamisches Zentrum Riesa richtet das Objekt scheinbar für seine Nutzung als kleines Kulturzentrum bzw. neuen Gebetsraum her. Die Anwohner sind verunsichert, weil die Bauarbeiten voranschreiten, aber von offizieller Seite noch keine Informationen zu den vermeindlich neuen Nachbarn bei ihnen angekommen sind. Und so wird es auch bleiben. Jedenfalls vorerst! Auf Anfrage verkündete Bürgermeister Tilo Lindner, dass ein Bauantrag und ein Antrag zur späteren Nutzung vorliege, es sich aber um ein laufendes Verfahren handelt. »Wir werden dazu derzeit keine Informationen herausgeben und nichts verkünden«, so Lindner auf Anfrage im Stadtrat. Ob Schweigen gerade in dieser Situation der richtige Weg ist? Die Bürger jedenfalls wünschen sich mehr Offenheit, schließlich müsse man miteinander klar kommen. Das gehe aber nur, wenn beide Seiten ehrlich und offen sind, so heißt es aus der Nachbarschaft. Auch wenn man keine Freunde werde, wünschen sich viele der Anwohner, dass man respektvoll und angemessen mit einander auskommt. Wie die Verwaltung mit dem Antrag des Vereins umgeht, bleibt derzeit leider nur zu mutmaßen...Bereits vor einigen Wochen haben wir berichtet, das am ehemaligen Standort »Betten Johne« in Altriesa neue Nutzer mit der Sanierung des Gebäudes begonnen haben. Das Islamisches Zentrum Riesa richtet das Objekt scheinbar für seine Nutzung als kleines…

weiterlesen