André Schramm

Freiwillige Feuerwehren am Limit?

Dresden. In Dresden brennt es glücklicherweise immmer seltener. Trotzdem steht das Thema "Personal" ganz oben auf der Agenda.

 Der Brand am Emmerich-Ambros-Ufer, der lodernde Dachstuhl auf der Bühlauer Straße oder der Wohnungsbrand in Niedersedlitz mit einem Todesopfer gehörten 2017 zu den größten Einsätzen der Dresdner Feuerwehr. Insgesamt löschten die Kameradinnen und Kameraden im letzten Jahr 735 Brände und damit 85 weniger als 2016.

»Eine positive Bilanz, wenn man bedenkt, dass es in den 90er Jahren noch etwa 2.000 Brände jedes Jahr in Dresden gab«, sagte Andreas Rümpel, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes. Immerhin: Rund 200 Mal wurden vergangenes Jahr Wohnadressen angefahren – nicht immer von der Berufsfeuerwehr. »Die Freiwilligen Feuerwehren  tragen insbesondere an den Stadträndern sehr viel Einsatzlast«, sagte Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel und bedankte sich gleichzeitig für das Engagement. So brachte es beispielsweise die FFW Niedersedlitz auf stolze 502 Einsätze (Kaitz: 398 / Gorbitz: 293). »Wir werden uns noch mal die Ausrückbereiche anschauen, damit wir künftig die Freiwilligen Feuerwehren nicht überlasten«, versprach Rümpel. Gerade Niedersedlitz, Kaitz und Pillnitz, so der Feuerwehr-Chef weiter, würden sich über neue Freiwillige in ihren Reihen freuen.

Nach wie vor auf hohem Niveau rangiert die Zahl der Fehlalarme (1.046).  Allein 759. Mal lösten automatische Brandmeldeanlagen (ABM) versehentlich aus. Im Gegensatz dazu konnte in 55 Fällen ein größerer Brand durch die ABM verhindert werden.  »Insgesamt 800 automatische Brandmeldeanlagen sind aufgeschaltet, 200 weitere lösen örtlich Alarm aus«, erklärte Rümpel. Angesichts diese Zahl sei die Quote der Fehlalarme normal.

Nicht ganz normal war beispielsweise ein Feuerwehreinsatz bei einem Liebespärchen. Die Einsatzkräfte fanden einen Mann vor, der mit Handschellen ans Bett gefesselt war. Grund des Alarms: Der Schlüssel war weg. Keinen Handlungsbedarf sahen die Kameraden hingegen bei einer Entenfamilie, die es sich auf einem Vordach auf der Hauptstraße gemütlich gemacht hatte.

Im 150 Jahr der Berufsfeuerwehr Dresden steht besonders ein Thema im Fokus – die Aus- und Weiterbildung. Wie Detlef Sittel erklärte, wolle die Stadt einen Teil der Ausbildung selbst übernehmen. Hintergrund sei die hohe Auslastung der Landesfeuerwehrschule und die noch höhere Nachfrage nach Plätzen.

Gut ausgelastet war 2017 auch die Integrierte Regionalleitstelle Dresden. 260.000 Einsätze (inkl. Rettungsdienste) wurden von hier aus disponiert. Reichlich 112.000 davon entfielen auf die Landkreise Meißen sowie Sächsische Schweiz–Osterzgebirge.

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