André Schraamm

Dresdens erster (neuer) Retrospielplatz

Dresden. 208 Spielplätze liegen in der Obhut der Stadt Dresden. Insgesamt gibt es über 850. Für neue Anlagen fehlt meistens der Platz. Deshalb genießt die Pflege und Erneuerung bestehender Flächen oberste Priorität. Immer öfter haben auch die Nutzer ein Wörtchen mitzureden.

 Von wegen Sicherheit, TÜV und DIN: Dass DDR-Spielplatzmobiliar durchaus die gesetzlichen Anforderungen der Gegenwart besteht, beweist aktuell ein sanierter Spielplatz in Trachau. An der Aachener Straße laden noch vor den Sommerferien aufgearbeitete Stahlrohrgeräte aus DDR-Produktion zum Klettern ein. „Wir  haben uns bewusst für den Erhalt dieser Gerüste entschieden“, sagt Amtsleiter Detlef Thiel vom zuständigen Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft mit Blick auf die Geschichte des Areals. Dass Stahl pflegeleichter ist als Holz, erzählt er auch.

Kinder reden mit

Letztlich waren es aber die künftigen Nutzer selbst, die den Retrospielplatz wollten. Statt  trockener Informationsabende in der Nachbarschaft setzt die Stadtverwaltung bei der Planung neuer Spielplätze bzw. der Sanierung seit einiger Zeit auf aktive Beteiligung. „Im Rahmen des Projektes   Siedler der Projektschmiede gGmbH werden auf dem jeweiligen Areal zusammen mit den Kindern und Anwohnern Ideen für einen Spielplatz entwickelt“, sagt Ute Eckardt, die mit der Spielplatzplanung betraut ist. Die Workshops dauern in der Regel zwischen drei Tagen und zwei Wochen. Allein in Trachau beteiligten sich 60 große und kleine Anwohner. Ähnlich lief es bei dem Spielplatz Förstereistraße und Altonaer Straße.

Defizit

Die Bemühungen der Stadt, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, können jedoch nicht über das Spielplatzdefizit in Dresden hinwegtäuschen. „In unserer Stadt lebten 2006 rund 70.000 Kinder und Jugendliche. 2016 waren es insgesamt schon 90.000“, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Besonders in Stadtteilen, wie Friedrichstadt und Albertstadt, hätten sich die Zahlen in dem Zeitraum mehr als verdoppelt. Brachflächen für neue Spielplätze seien inzwischen Mangelware. Die Pflege und Sanierung bestehender Anlagen habe daher oberste Priorität, heißt es unisono aus den Ämtern.

Was ist geplant?

Pünktlich zum 775. Jubiläum in Wilschdorf wird nächste Woche mit Bau eines neuen Spielplatzes begonnen. Für die Spielplätze an der Großmannstraße (Plauen), der Förstereistraße (Neustadt), der Altonaer Straße (Friedrichstadt) sowie der Trachenberger Straße (Pieschen) sind die Sanierungspläne so gut wie fertig.  Gebaut werden soll hier voraussichtlich ab Herbst. Für Neubau und Investitionen stehen rund 420.000 Euro zur Verfügung. 145.000 Euro aus dem Topf „soziale Stadt“ kommen einer Fläche neben dem Jugendhaus GAME auf der Gamigstraße in Prohlis zugute. Der Bolzplatz am Rudolf-Bergander-Ring (Strehlen) bekommt demnächst neue Tore und einen neuen Belag (10.000 Euro). Der Spielplatz in Schönborn wird ebenfalls erweitert (Streetball-Feld).  2017 werden und wurden einige Spielplätze fertiggestellt: Anlagen an der Gostritzer/Wilhelm-Busch-Straße in Prohlis und Stresemannplatz in Striesen, ein Spielangebot neben dem Bolzplatz Cunnersdorf, ein mit dem Vorhaben „Pieschener Melodien“ errichtetes Spielangebot an der Rosa-Steinert-Straße sowie drei neue Plätze in Schullwitz (Am Aspichring) und in Klotzsche (Teichwiesenweg und Flößertgraben). Ob ein weiterer Retrospielplatz kommt, steht in den Sternen. In Langebrück soll es wohl noch Potential geben.

Kontrolle

Übrigens: Kontrolliert werden die Spielplätze täglich bis 14-tägig (visuell). Bei der Quartalsinspektion werden u.a. alle Funktionen überprüft. Einmal pro Jahr findet eine Hauptinspektion statt (z.T. mit der Freilegung wichtiger Bauteile). Im Schnitt „hält“ ist ein Dresdner Spielplatz zehn Jahre.

Hier sind alle Spielplätze zu finden (In der Suchmaske Spielplätze eingeben -> Thema anschalten)

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