Elisa Thaute

Eine Liebeserklärung zum Männertag

Hoyerswerda. Wem bis heute nicht ganz klar war, warum man die Gattung "Mann" nicht nur am Männertag lieb haben muss, der sollte sich mal diese Liebeserklärung von Yonni Meyer durchlesen. Wie der männliche Teil des WochenKurier-Redaktionsteams findet: Kurz, präzise, ...und so wahr!

Liebe Männer, Ich liebe Euch.

Entgegen der Meinung mancher Frauen finde ich nämlich nicht, dass alle Männer Schweine sind. Beziehungsweise, doch, finde ich, aber ich finde das nichts Schlimmes, denn wenn ich zum Beispiel einen tiefen Ausschnitt trage, dann will ich auch, dass man da hinschaut. Ich finde es recht heuchlerisch, sich über Blicke auf den Busen aufzuregen, nachdem man ihn sich mit einem aufblasbaren Tripple-Luft-Wasser-Bra praktisch unters Kinn gepusht hat.

Außerdem bin ich der Ansicht, dass das Attribut "Schwein" eher mit dem Charakter eines Menschen zu tun hat und weniger mit seinem Geschlecht. Aber item. Hier deshalb meine Liebeserklärung an Euch:

Ich liebe Euch Männer dafür, dass Ihr Euch die Haare mit Seife wascht. Dafür, dass das oberste T-Shirt im Regal immer das richtige T-Shirt ist. Dafür, dass Ihr auch mit 35 noch eine kindliche Freude daran habt, auf unsere Brüste zu drücken und zu hupen. Dafür, dass Ihr fast schon stolz seid, wenn Ihr Fürze von Euch gebt, die vermuten lassen, dass Ihr innerlich am Verwesen seid. Dafür, dass Ihr in unseren Armen zu sanfteren Wesen werdet. Dafür, dass ein "Nein, es ist nichts" bei Euch wirklich bedeutet, dass nichts ist. Dafür, dass Ihr uns bis über beide Ohren strahlend erzählt, Ihr hättet die Gurken gebracht, um die wir Euch gebeten hatten und wir dann Zucchetti im Kühlschrank finden.

 

Danke, dass Ihr allen, die uns Böses tun, die Fresse polieren wollt. Danke, dass wir manchmal auch Eure starke Schulter zum Anlehnen sind. Und danke für eine endlose Anzahl montierter Lampen.

Ich liebe Euch, Männer. Sogar meinen Hauswart, den ich regelmäßig in im letzten Jahrtausend das letzte Mal gewaschenen Feinripp-Unterhosen und passendem Unterhemd, rauchend und mit einem Bier in der Hand im Lift antreffe ? morgens um 7.30. Er nimmt nämlich immer meine Pakete entgegen und legt ein (mehr oder weniger frisches) Blümchen drauf, wenn er grade eins da hat.

Auch den schreienden Straßenmagazin-Verkäufer am Hauptbahnhof Zürich, der mich schon des Öfteren als "Miststück" bezeichnet hat - weil er das nämlich immer wieder vergisst und mir jeden Tag "Einen schönen Abend" wünscht.

Und auch den chronisch unfreundlichen Ticket-Kontrolleur der Schweizer Bundesbahnen, der alle immer anschnauzt. Von ihm habe ich nämlich einmal ein stoffenes Taschentuch bekommen, als ich im Zug Nasenbluten hatte. Und ich durfte es behalten. Yonni Meyer

In diesem Sinne wünscht WochenKurier allen Männern einen wunderschönen Ehrentag!

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