Henry Gbureck

DNA-Auswertung ergibt: Es war kein Wolf

Hoyerswerda. Am Abend des 10. Januar wurde in der Tierpension Schreiber ein toter Hund aufgefunden, der heftige Kampfspuren aufwies. Ein Tierarzt ging anhand der Spuren und Abdrücke davon aus, dass es sich dabei nur um einen Wolfsangriff handeln konnte. Das Wolfsbüro Lupus ließ daraufhin DNA-Proben nehmen und Fellspuren untersuchen. Vor wenigen Minuten erhielt WochenKurier das Ergebnis: Der Hund in Hoyerswerda wurde nicht vom Wolf, sondern von Zwingernachbarn getötet.

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In der Erklärung heißt es: Der am 10. Januar im Außengehege einer Tierpension in Hoyerswerda tot aufgefundene Schäferhundmischling ist von der Hündin, die im Nachbargehege gehalten wird, getötet worden. Die Mischlingshündin (Ridgeback/Dogo Canario) war am Ohr verletzt. Ein Wolf kann als Verursacher ausgeschlossen werden.

Dies haben die genetischen Untersuchungen am Senckenberg Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen eindeutig ergeben. Untersucht wurden Haare, die im Maul des toten Hundes gefunden wurden, und Speichelproben, die an den verschiedenen Bissverletzungen des toten Hundes, sowie am Ohr der verletzten Hündin, genommen wurden.

Alle Proben, die an dem getöteten Hund genommen wurden, ergaben ein konsequentes Muster, nach dem neben der DNA des toten Hundes auch der genetische Fingerabdruck der verletzten Hündin identifiziert werden konnte. Bei den Abstrich-Proben, die am verletzten Ohr der Hündin genommen wurden, konnte auch der genetische Fingerabdruck des getöteten Hundes festgestellt werden. Ein drittes Tier wurde nicht nachgewiesen.

Die Obduktion des Kadavers am Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin hatte bereits ergeben, dass der Hund nicht, wie vom Tierarzt vor Ort nach in Augenscheinnahme des Kadavers vermutet, an einem gezielten Drosselbiss gestorben war.

Nach allen vorliegenden Ergebnissen besteht kein Zweifel, dass ein Kampf zwischen beiden Hunden statt gefunden hat, bei dem der Schäferhundmischling so schwere Bissverletzungen erlitten hat, dass er daran verstarb.

Tierpension-Chefin Schreiber kommentiert das Ergebnis: "Ich weiß nicht mehr was ich glauben soll. Da bleiben so viele Fragen, die mir keiner beantworten kann! Wie soll der Zwingernachbar Hanni die massive Absperrung überwunden haben? Lupus, Tierarzt, Fachleute ..alle haben sich die Örtlichkeit angesehen und können sich keinen Reim darauf machen. Ebenso unverständlich ist, warum Hanni lediglich ein verletztes Ohr hat. Denn selbst Lupus sagte noch vor einer Woche, dass der Angreifer schwerwiegende Verletzungen von diesem Kampf davongetragen haben muss."

Derzeit sieht sich die Familie massiven Anfeindungen ausgesetzt. Wütende Anrufe und Emails von Wolfsfreunden gehen im Sekundentakt ein. Dazu sagt Cornelia Schreiber: "Wenn es denn eine Beißerei zwischen zwei Hunden gewesen wäre, hätte ich doch niemandem Rechenschaft ablegen müssen. Das sind doch meine privaten Hunde. Ich wollte lediglich Aufklärung und bin einem Expertenrat gefolgt."

Was hält der erwähnte Experte, Tierarzt Dr. Peter Bresan vom Ergebnis der Untersuchung? "Mir war klar, dass die Gutachter gemeinsame Spuren von den jeweiligen Hunden finden werden. Wenn zwei Hunde jahrelang zusammen bzw. benachbart leben, muss es ja Spuren geben. Und ich gebe noch etwas zu bedenken: Die Hunde hatten sich vorher nie gebissen, friedlich miteinander gelebt. Und auf einmal soll einer die Absperrung überwunden haben, um den anderen nicht nur zu töten, sondern ihn anzufressen? Das macht kein Hund. Das soll mir mal ein vernünftiger Mensch erklären! Ich persönlich gehe hier, von einem freundlichen Vertuschungsversuch aus."

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