André Schramm

Jagd & Angeln: Vergessen, wie Natur funktioniert?

Sachsen. Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt eröffnete am Freitag die 27. Messe „Jagd und Angeln“ auf dem Leipziger Agra-Gelände. Bis Sonntag präsentieren rund 250 Aussteller ihre Neuheiten und Produkte.

"Es ist die erfolgreichste Messe dieser Art in Ostdeutschland und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region", sagte Sachsens Umweltminister Thomas Schmidt zum Auftakt. Neben Fachpublikum, so Schmidt weiter, wolle man aber auch Menschen ansprechen, die wenig oder gar nichts mit den Themen "Jagen und Angeln" zu tun haben. Mehr als 10.000 Jäger und 70.000 Angler im Freistaat leisteten einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz. Schmidt sieht in der Messe eine gute Gelegenheit, das nach außen zu tragen, ganz ideologiefrei. Frank Kupfer, Präsident der Sächsischen Schützenbundes, wurde noch deutlicher. "Viele Menschen haben einfach keine Ahnung mehr, wie Natur funktioniert", sagte er.

Jagdwaffen & Hightech

Auf der Traditionsmesse in Markkleeberg sind dieses Jahr rund 250 Aussteller vertreten. Neben Verbänden und Vereinen präsentieren sich zahlreiche Ausrüster – von Angelzubehör über Jagdwaffen bis hin zu geländetauglichen Wagen. Auch der Einsatz von Hightech-Geräten spielt eine immer größere Rolle. Zu den Höhepunkten gehören u.a. die "Mitteldeutschen Fuhrmannstage", die "Sächsischen Meisterschaften im Holzrücken", das "Luftgewehr-Preisschießen", eine "Große Jagdhundeparade" und vieles mehr. Neu ist u.a. der sogenannte Aquatruck, Europas größtes rollendes Becken für Angel- und Ködervorführungen.

Probleme

Mit Sorge sieht man derzeit die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. "Sie ist bereits in Tschechien, 300 Kilometer von Sachsen entfernt, angekommen. Die Krankheit ist zwar für den Menschen ungefährlich, dafür aber hochinfektiös", sagte Schmidt. Die Tiere verenden innerhalb weniger Tage. Die Behörden in Sachsen stehen im ständigen Austausch mit ihren tschechischen Kollegen. Dort wird derzeit der Bestand mit allen Mitteln dezimiert. Schmidt sprach sich dafür aus, den Jagddruck, insbesondere an Transitstrecken, zu erhöhen. Dies würde im Seuchenfall eine Eindämmung erleichtern. Schon ein weggeworfenes Wurstbrötchen könne die Krankheit übertragen. Ein weiteres Thema, was viele in der Branche umtreibt, ist die Ausbreitung des Wolfes. "Wir brauchen eine rechtlich saubere Definition, am besten bundesweit", sagte Schmidt.

Angler immer schuld

Die Angler in Sachsen werden immer mehr. Im Jahr 2015 zählte der Verband rund 1000 neue Mitglieder, im letzten Jahr kamen 580 Angelfreunde hinzu. Die Probleme, mit denen der Landesverband Sächsischer Angler zu kämpfen hat, sind nicht weniger geworden. So würden laut Verbandspräsident Friedrich Richter die Fische immer häufiger für die schlechte Wasserqualität verantwortlich gemacht. "Neuerdings sollen wir den Fischbestand reduzieren, weil die Fische die Libellenlarven fressen", erklärte Richter. Er kündigte ein wissenschaftliches Projekt mit der TU Dresden an, in dem untersucht werden soll, ob die Fische tatsächlich die Wasserqualität negativ beeinflussen. Darüber hinaus wolle man von einer Berliner Einrichtung untersuchen lassen, inwieweit Angler, Hundebesitzer und Bootsfahrer das Gewässer "stören". 2016 hatte der Verband etwa 600.000 Euro in Sanierungs-, Pflege- und Investitionsmaßnahmen an Gewässern gesteckt. "Die nächsten Jahre werden wir wahrscheinlich bei einer Million landen", so Richter. Schwerpunkte seien Leipzig und Dresden.

Erste Jagdkönigin ist aus Tharandt

Seit dem Start der Messe hat Sachsen nun eine weitere Hoheit. Staatsminister Thomas Schmidt krönte die erste Sächsische Jagdkönigin Sandra Opelt höchstpersönlich. Die 25-Jährige aus Tharandt ist selbst Jägerin und will sich für die sächsische Jägerschaft und ihre Belange einsetzen.

 

 

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